17. Juli 2012, 11:03 Uhr

Anwohner und FDPler streiten um Jugendhaus-Standort

Bad Vilbel (cf). Die FDP votiert eindeutig für das Christeneck als Standort für den Jugendclub auf dem Heilsberg. »Das Grundstück ist ein sehr guter Standort für das geplante Jugendzentrum und die professionelle 7000 Quadratmeter große Dirt Bike-Bahn«, sagte der Fraktionsvorsitzende der Liberalen, Jörg-Uwe Hahn.
17. Juli 2012, 11:03 Uhr
Liberale und Anwohner diskutieren bei der Ortsbegehung am Christeneck über das geplante Jugendhaus. (Foto: Fauerbach)

Gelöst werden müsse die Lärm-, Verkehrs- und Parkplatzfrage. Hahn hatte gemeinsam mit Sozialdezernentin Heike Freund-Hahn und Gesine Wambach, der Leiterin des Fachbereichs Soziale Sicherung, sowie weiteren liberalen Stadtverordneten zum Ortstermin auf den Heilsberg geladen.

Ziel des Treffens war es, die drei Standorte Feuerwehrhaus, Zigeunerwiese und Christeneck in Augenschein zu nehmen. Als Übergangslösung könnte nach Vorstellung der Liberalen die Zigeunerwiese als Aufenthaltsort für die Jugendlichen dienen. Hahn betonte: »Es muss jetzt eine Entscheidung fallen.« Damit spricht er der Bürgerinitiative (BI) Heilsberg aus der Seele. Deren Vorsitzender Udo Ostarek betonte in einem offenen Brief an Gesine Wambach, dass die BI »gebetsmühlenhaft seit 15 Jahren die Einrichtung eines Jugendclubs auf dem Heilsberg« fordere und sich »klar für den Standort Christeneck« ausspreche.

Fehlende Freiräume

Ortsvorsteher Christian Kühl votiert ebenfalls für den Standort. Dort könne »sehr zeitnah mit dem Bau des Jugendclubs begonnen werden«. Wambach betont, dass das Christeneck als einziges Areal eine Kombination aus Jugendhaus und Dirt Bike-Bahn plus einem großen Außenbereich ermögliche. Die Hälfte der Fläche diene als Ausgleichsfläche für das neue Kombibad, dürfe nicht bebaut werden und gebe damit einen »idealen Outdoor-Bereich« ab. Auf dem großen Hanggrundstück zwischen der nordwestlichen Ortsrand und der Bundesstraße 3a soll das nach Nordwesten ausgerichtete Jugendzentrum auf halber Grundstückshöhe teilweise in den Hang gebaut werden, erläuterte die Sozialamtsleiterin. »Alle schreien nach Prävention. Das hier ist Prävention«, betonte sie.

Der Heilsberger Wulfhard Bäumlein, Vater einer siebenjährigen Tochter, sieht im Christeneck nur die »drittbeste Lösung«. Dem widersprach Jörg-Uwe Hahn: »Es ist die erstbeste.« Jörg Dreierling, BI-Mitglied aus der Brandenburger Straße, sagte: »Ich will endlich für die Jugend etwas haben. Das Christeneck ist sinnvoll. « Solange der Stützpunkt der Feuerwehr auf der Zigeunerwiese nicht gebaut werde, könnte diese als Interimslösung dienen. Im Gegensatz zur Ortsbegehung seien bei der vergangenen Ortsbeiratssitzung drei Jugendliche dabei gewesen. Diese hätten ihre Kriminalisierung beklagt und gesagt, dass ihnen im Stadtteil Freiräume fehlten.

Margrit und Edward Jung aus der Bodelschwinghstraße sagten: »Hier sind Wohnstraßen, die durch die vielen geparkten Autos noch enger geworden sind und keinen zusätzlichen Verkehr verkraften.«Aus diesem Grund müsse der Jugendclub eine eigene Zufahrt und ausreichend Parkplätze erhalten, da nicht nur Jugendliche mit dem Auto kämen, sondern auch Eltern ihre Kinder zu Veranstaltungen brächten. Wambach und Freund-Hahn erklärten, Parkplätze für Besucher und Eltern seien nicht vorgesehen. Das sei nicht nötig, da die meisten Minderjährigen mit dem Fahrrad unterwegs seien, sagte sie. Nach Aussage der Sozialdezernentin gibt es momentan weder ein Verkehrs- noch ein Lärmgutachten.

Bäumlein befürchtet, dass die neue Anlage zusätzlichen Verkehr aus Frankfurt anziehe. Er favorisiert die Zigeunerwiese als den besseren Standort. »Dorthin kann ich meine Tochter auch ohne Begleitung gehen lassen.« Wegen der dortigen Bushaltestelle gebe es außerdem kein Problem mit der Verkehrsanbindung. »Hier ist kein Platz für die Kombination aus Jugendhaus und Dirtbike-Bahn«, erwiderte Wambach. Die Heilsberger Feuerwehr werde auf dem Gelände der ehemaligen Müllkippe ihr neues Feuerwehrhaus bauen. Laut Freund-Hahn ist nicht bekannt wie die Bebauungspläne der Wehr aussehen. Auch das bisherige Feuerwehrhaus sei viel zu klein für ein Jugendhaus. »Man hätte dann zwei gesplittete Standorte für Jugendliche.«

»Ideal für die Feuerwehr«

Für die Heilsberger Feuerwehr sei die Zigeunerwiese hingegen wegen ihrer vielfältigen Aufgaben ideal, sagte Hahn. Die Wehr sei für den Stadtteil, die B3 und den Vilbeler Wald zuständig. FDP-Vorsitzender Kai König war froh darüber, »dass die Bürger jetzt ihre Bedenken äußern und nicht, wenn es zu spät ist«.

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