04. Juli 2012, 10:33 Uhr

Jugendliche sollen sich am Christeneck treffen

Bad Vilbel (khn). Auf der Wiese am Heilsberger Christeneck soll ein Jugendhaus gebaut werden. Darauf haben sich jetzt SPD und Grüne, die im Ortsbeirat die Mehrheit haben, geeinigt. Entstehen soll neben einer Dirt-Bike-Bahn ein Gebäude mit Keller.
04. Juli 2012, 10:33 Uhr
Manfred Kissing (li.), Christian Kühl (2. v. li.) und Joachim Brings (2. v. re.) zeigen, welcher Standort für das Jugendhaus am Christeneck vorgesehen ist. (Foto: khn)

»Damit kann dort auch Kultur angeboten werden«, sagt Manfred Kissing von der Ökopartei bei einem Ortstermin.Ein weiterer Pluspunkt des Standorts: »Wir könnten den Bau zeitnah realisieren«, betont Ortsvorsteher Christian Kühl (SPD). Startschuss könnte im Herbst sein.

Favorit für den Standort des Jugendhauses sei jedoch die sogenannte Zigeunerwiese am Eingang des Ortsteils gewesen, sagt Kühl. »Da wäre die Verkehrsanbindung optimal gewesen.« Das Areal sei aber für den neuen Stützpunkt der Stadtteil-Feuerwehr reserviert. Außerdem hatte Jens Völker (CDU) vorgeschlagen, dort ein neues Bürgerhaus mit Vorplatz zu bauen. Ein weiterer möglicher Standort wäre das alte Feuerwehrgerätehaus gewesen, sagt Kissing. »Schon alleine wegen der Raumaufteilung wäre das Gebäude geeignet.« Das Problem sei jedoch die zentrale Lage. Klagen der Anwohner wären vorprogrammiert. Doch auch der Standort am Christeneck sei nicht unbedingt beliebt bei den direkten Anwohnern, betont Joachim Brings, der für die SPD im Ortsbeirat sitzt. 20 Heilsberger hätten sich zu einer Initiative zusammengeschlossen und wollten gegen das Vorhaben (siehe weiteren Artikel auf der Seite ). »Ich kann die Anwohner durchaus verstehen«, sagt Kühl, »aber ich bin mir sicher, dass es zu keinen Beeinträchtigungen jedweder Art kommen wird.«

Das freie Areal am Christeneck ist 2,4 Hektar groß, wobei nur die Hälfte genutzt werden kann. Der Grund: Die Stadt will dort eine Ausgleichsfläche für das Freizeitbad schaffen, das im Schulzentrum gebaut werden soll. Weitere 7000 Quadratmeter sind laut Fachdienst der Stadt für eine sogenannte Dirt-Bike-Bahn vorgesehen. Eindeutig zu viel für Kissing. »Es wäre gut, wenn wir eine weitere Rasenfläche mit mobilen Einheiten wie Toren oder Basketballkörben schaffen könnten.«

In dem Jugendhaus soll es auf Vorschlag des zuständigen Fachdienstes eine Fahrradwerkstatt, ein Café und eine Metallwerkstatt geben. »Dieses Angebot würde sich lediglich an eine kleine männliche Gruppe richten«, betont Kissing. Brings ergänzt: »Ein Mitarbeiter sprach davon, dass die Mädchen ja Cheerleader für die Jungs sein könnten, die auf der Dirt-Bike-Bahn fahren.« Kissing schlägt stattdessen vor, das Gebäude zu unterkellern und so Platz für Kultur zu schaffen. So könnte es dort schallisolierte Proberäume geben. Rot-Grün wünscht sich außerdem einen Grillplatz und eine Terrasse für die 300 Heilsberger Jugendlichen.

Einer, der es wissen muss, was Jugendliche auf dem Heilsberg brauchen, ist Thomas Neumann. Der 17-Jährige ist in der SPD aktiv. »Es gibt in diesem Ortsteil keinen Platz, an dem man geduldet ist«, sagt er. »Jugendliche werden als störend empfunden, schnell wird mit der Polizei gedroht.« Treffpunkte seien deshalb oft Bushaltestellen. »Ich weiche nach Frankfurt oder nach Friedberg aus.« Die zukünftige Lage am Christeneck sieht er kritisch. Neumann betont aber: »Es ist besser als gar nichts.« Es gebe keine gute Anbindung; diese müsste auf jeden Fall durch eine Bushaltestelle geschaffen werden. »Sonst ist das Jugendhaus unattraktiv für Jugendliche anderer Stadtteile, die sich dann eher am Mozartskopf in Dortelweil oder im Burgpark treffen.«

Geärgert haben sich die Vertreter von Rot-Grün im Ortsbeirat vor allem über das Verhalten der Stadt. »Wir wurden vom Magistrat an der Nase herumgeführt«, sagt Kissing. Die Stadt habe schon Ende des Jahres mögliche Standorte für ein Jugendhaus geprüft und das Christeneck als einzig mögliche Alternative auserkoren. Im Stadtparlament im März jedoch habe Sozialdezernentin Heike Freund-Hahn (FDP) auf eine Anfrage geantwortet, die Prüfung laufe noch, sagt der Ortsvorsteher. Auch in der Juni-Sitzung des Ortsbeirats sei das Gremium über den Sachstand »unvollständig« informiert worden, betont Kissing. Erst einen Tag später hätte der Magistrat das Ergebnis schriftlich mitgeteilt. Kühl ärgert das. »Wir haben nur noch auf diese Prüfung gewartet. Erst dann wollten wir uns auf einen Standort festlegen.« Gerade deshalb ginge auch die Kritik der Bürgerinitiative auf dem Heilsberg ins Leere, der Ortsbeirat verschleppe den Bau des Jugendhauses (wir berichteten) , betont Kissing.

Laut Kühl sind für das Jugendhaus 300 000 Euro im Haushalt eingeplant. »Wir haben aber Bedenken, dass das ausreicht. Schon alleine die Erschließung kostet einiges.« Kissing nennt Bergen-Enkheim als Beispiel: »Hier entsteht gerade ein Jugendzentrum für 1,2 Millionen Euro.« Kühl ergänzt: »Wir wollen nicht, dass auf dem Heilsberg am Ende nur noch ein Jugendhäuschen steht.«

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