08. Juli 2011, 16:55 Uhr

SPD beantragt Carsharing-Konzept für Bad Vilbel

Bad Vilbel (khn). Braucht die Quellenstadt ein Carsharing-Angebot? Das zumindest finden die Sozialdemokraten und haben deshalb in der jüngsten Stadtverordnetenversammlung in der Gronauer Breitwiesenhalle gefordert, mindestens zwei Parkplätze an einen Anbieter zu vermieten.
08. Juli 2011, 16:55 Uhr
Carsharing in Bad Vilbel? Solange sich kein Anbieter meldet, passiert diesbezüglich nichts, betont die Regierungskoalition aus CDU und FDP. (Foto: dapd)

Die Mehrheit im Stadtparlament sah das nach der Debatte anders: Der Vorschlag wurde mit Stimmen der regierenden Koalition aus CDU und FDP sowie den oppositionellen Freien Wählern (FW) abgelehnt.

»Es gibt Menschen, die kein Auto besitzen; sei es aus finanziellen Gründen oder wegen ihrer umweltpolitischen Überzeugung«, begründete Walter Lochmann für die SPD den Antrag. Zwar biete der öffentliche Personennahverkehr für sie viele Möglichkeiten, die jedoch auch Grenzen hätten: zum Beispiel bei Wochenendausflügen mit der Familie in den Vogelsberg oder gelegentliche Transportfahrten. »Hier bieten die Carsharing-Anbieter eine kundenorientierte Dienstleistung«, sagte Lochmann.

Karl Peter Schäfer von der CDU erinnerte daran, dass es »vor einigen Jahren« schon mal so ein Angebot am Südbahnhof gegeben habe, 2007 auch in Karben. Diese seien aber wegen mangelnder Nachfrage eingestellt worden. »Ich sehe kein Problem darin, wenn die Unternehmen auf uns zukommen, aber wir werden jetzt nicht nachfragen, ob ein Carsharing-Anbieter bei uns aktiv werden will.«

Dem widersprach Hans-Ulrich Callies von der SPD. »In Frankfurt läuft das doch auch, warum also nicht in Bad Vilbel?« Es sei zu wenig, zu warten, bis ein Anbieter auf die Stadt zukomme. »Wir müssen gestalten im Interesse unserer Bürger.«

Kathrin Anders von den Grünen unterstützte den SPD-Antrag, »Das ist ein Schritt, um CO2 zu reduzieren und die Mobilitätsmöglichkeiten zu erweitern«, betonte sie.

Am Ende wurde der Vorschlag gegen die Stimmen von SPD und Grünen abgelehnt. Wie problematisch die Ein-Stimmen-Mehrheit der Koalition im Stadtparlament ist, zeigte eine Szene kurz vor der Stimmabgabe: Stadtrat Klaus Minkel hatte sich vor der Halle mit einem Abgeordneten der CDU zu einem Gespräch getroffen. Als die Abstimmung anstand, musste der Parlamentarier von seiner Fraktion durch lautes Pfeifen und hektisches Winken darauf aufmerksam gemacht werden, in den Saal zu kommen, um mit seiner Fraktion zu stimmen. In diesem Fall war die Aufregung umsonst: Die Freien Wähler sorgten für eine komfortable Mehrheit.

Schlagworte in diesem Artikel

  • CDU
  • FDP
  • Freie Wähler
  • Klaus Minkel
  • Parkplätze
  • Peter Schäfer
  • SPD
  • Sozialdemokraten
  • Umweltpolitik
  • Schlagwort zu
    Meine Themen

    Sie haben bereits 15 Themen gewählt

    Sie folgen diesem
    Thema bereits

Klicken Sie auf ein Schlagwort, um es zu „Meine Themen” hinzuzufügen oder weitere Inhalte dazu zu sehen.


0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos

Kommentare

Kommentar hinzufügen