17. März 2011, 18:20 Uhr

Neuer Cityparkplatz soll Innenstadt entlasten

Bad Vilbel (khn). Den bisher größten Parkplatz in der Innenstadt haben gestern Vertreter von Stadt, Stadtmarketing und Gewerbering eröffnet. 143 Plätze zählt das Areal hinter dem Kurhaus und dem Hallenbad. Für die Verantwortlichen alternativlos, gab es im Vorfeld vor allem von Bürgerinitiativen und Naturschutzgruppen Kritik. Sie hatten plädiert, diese Fläche als Teil des Kurparks zu erhalten.
17. März 2011, 18:20 Uhr

Geplant sei der 323 000 Euro teure Umbau der Schotterfläche hinter dem Kurhaus schon lange gewesen, sagte Bürgermeister Dr. Thomas Stöhr gestern bei der Einweihung des Parkplatzes.. »Aber erst im September letzten Jahres erhielten wir die Baugenehmigung des Wetteraukreises.« Hatte die Stadt im Oktober, als die Bauarbeiten starteten, noch gedacht, in acht Wochen fertig zu sein, machte die Beschaffenheit des Bodens und der Wintereinbruch den Planungen einen Strich durch die Rechnung.

Der Cityparkplatz - so der offizielle Name der Abstellfläche - solle den Zentralparkplatz ersetzen, sagte der Behördenchef. Dieser werde schließlich Ende Mai wegen den Bauarbeiten zur Neuen Mitte nicht mehr zu Verfügung stehen. Auch deshalb sei der Parkplatz an dieser Stelle »alternativlos«. Bürger und Kunden bräuchten einen gut erreichbaren und zentral gelegenen Parkplatz. »Von hier aus erreicht man schnell die Frankfurter Straße«, sagte er. Kosten soll die erste Stunde 40 Cent. Für jede weitere Stunde werden 60 Cent fällig. Neu ist die Brötchentaste: Fahrer können eine halbe Stunde umsonst ihr Auto abstellen.

Für den Parkplatz mussten rund zehn Bäume gefällt werden. Gerade diese Aktion war auf scharfe Kritik gestoßen. So hatte Hans Tuengerthal von der Naturschutzgesellschaft Bad Vilbel und Umgebung im Gespräch mit der WZ gesagt, die Stadt habe sehr alte, gewachsene Bäume »ohne Rücksicht mit der Abrissbirne« beseitigt. »Es ist richtig, dass hier einige Bäume fallen mussten«, sagte dann auch der Bürgermeister. »Wichtiger ist aber, auch viele neue Bäume gepflanzt zu haben.« Mit 28 neuen Eschen werde die Fläche aufgewertet. »Auch der Spielplatz ist nicht verschwunden, sondern familienfreundlicher von der Straße weg in den Park verlegt worden.«

Für Kurt Liebermeister vom Stadtmarketing ist der Cityparkplatz notwendig, um »über Engpässe zu tragen, die durch den Bau der Innenstadt und die Ansiedlung von neuem Gewerbe entstehen wird.« Gewerbering-Sprecher Michael Meyer ergänzt: »Wer «Ja» zur Innenstadt sagt, muss auch «Ja» zum neuen Cityparkplatz sagen.« Im Gegensatz zur neuen Abstellfläche habe die An- und Abfahrt wegen der Einbahnstraßenregelung in der Frankfurter Straße viel Zeit in Anspruch genommen. Gerade deshalb hatten viele Gewerbetreibende darauf gedrängt, die neuen Stellflächen zu ermöglichen. Er wolle aber auch um Verständnis bei den Kritikern werben, die den Parkplatz bis heute ablehnen, denn die Plätze seien dringend nötig, wenn die Innenstadt neu gestaltet werde.

Wie sehen die Bürger das Areal? Ein Anwohner, der seinen Namen nicht nennen will, hält viel von der neuen Stellfläche. »Der Golfplatz, der hier mal stand, ist vor sich her gegammelt«, sagte der Senior. »Und die Trinkhalle war auch kein schöner Anblick.« Dieser Parkplatz gehöre in die Stadtmitte, betonte er.

Weniger begeistert ist die fünfjährige Sonja Romeis. »Früher gab's hier einen Spielplatz«, sagte sie. »Der war schön. Aber den haben sie abgerissen.« Die Ausweich-Spielstätte findet sie langweilig. »Jetzt geh' ich da nicht mehr hin.« Wulfhard Bäumlein, der Sonja auf dem Arm trägt, ergänzt: »Das war ein Fehler, diesen Parkplatz so groß zu bauen.« Das Areal des ehemaligen Minigolfplatzes hätte ausgereicht. Stattdessen habe der südliche Kurpark nun »das Ambiente einer Justizvollzugsanstalt«.



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