16. Dezember 2010, 11:18 Uhr

Bad Vilbel und Karben intensivieren ihre Zusammenarbeit

Bad Vilbel (süd). Eigentlich ging es am Dienstagabend in der Sitzung der Stadtverordneten im Kulturforum in Dortelweil gerade um den Ankauf von Windrädern in Bruchenbrücken. Aber für Aufsehen sorgte eine Anmerkung von Bürgermeister Dr. Thomas Stöhr. Er habe eine Alternative zu bieten, sagte der Rathauschef.
16. Dezember 2010, 11:18 Uhr

Anstatt sich über Bruchenbrücken Gedanken zu machen, sollte das Stadtparlament ihm folgen. Er sei mit dem neuen Karbener Bürgermeister Guido Rahn befreundet, beide würden zurzeit überlegen, ob es möglich sei, gemeinsam auf der Karbener Gemarkung in Richtung Kaichen Windräder zu bauen. »Wir stehen in Kontakt«, betonte Stöhr. Zudem würden beide Städte auch in anderen Bereichen die Zusammenarbeit intensivieren - zum Beispiel bei Ausschreibungen.

Anlass für die Äußerung des Bürgermeisters war der Antrag der Grünen. Diese wollten die Stadtwerke beauftragen, den Erwerb von Windrädern in Bruchenbrücken auf Wirtschaftlichkeit zu prüfen. »Im Bemühen, auch in Bad Vilbel die Stromerzeugung auf erneuerbare Energien umzustellen, biete sich hier eine seltene Chance, dies in der Region zu tun«, begründeten die Grünen ihr Anliegen.

Stöhr entgegnete, er würde lieber im Einvernehmen mit der Nachbarstadt Karben ein solches Projekt angehen, anstatt »irgendwo reinzuspringen, wo es viel Widerstände gibt«. Bei Peter Paul von den Grünen stieß der Bürgermeister damit auf offene Ohren: »Das ist eine hoch interessante Option. Das klingt gut.« Außerdem könne die Stadt Bad Vilbel von Karben viel lernen. Immerhin sei dort in der vergangenen Woche bereits die dritte Fotovoltaikanlage auf städtischen Gebäuden in Betrieb genommen worden - in der Quellenstadt gebe es noch keine einzige. Fotovoltaik sei die zurzeit teuerste Art, Strom zu produzieren, hielt Stöhr dem entgegen.

CDU-Fraktionschef Dr. Josef Maetz nannte zwei Kriterien für den Ankauf oder eine Beteiligung an Windrädern. Das erste sei die Akzeptanz in der benachbarten Wohnbevölkerung, das zweite die Wirtschaftlichkeit. Im Fall Bruchenbrücken würde die Stadt Friedberg von der Investition profitieren, während die betroffene Bevölkerung in Wöllstadt lebe. Die Leute dort hätten »berechtigte Sorgen«, deshalb lehne seine Fraktion den Antrag ab.

Ulrich Rabl (Grüne) entgegnete, hier werde mal wieder die Windkraft verteufelt. Es müsse aber jede Möglichkeit ergriffen werden, diese Energieform zu nutzen. Die Stadtwerke sollten die Wirtschaftlichkeit ernsthaft prüfen. Das brachte Maetz in Rage: »Wir sollen kaufen, wenn die Kasse stimmt, egal, was die Bevölkerung will. Das machen wir nicht mit.«

Bei der Abstimmung votierten nur die Grünen für ihren Antrag, der Rest lehnte ihn ab.

Schlagworte in diesem Artikel

  • Bruchenbrücken
  • Guido Rahn
  • Kunst- und Kulturforen
  • Peter Paul
  • Thomas Stöhr
  • Windräder
  • Schlagwort zu
    Meine Themen

    Sie haben bereits 15 Themen gewählt

    Sie folgen diesem
    Thema bereits

Klicken Sie auf ein Schlagwort, um es zu „Meine Themen” hinzuzufügen oder weitere Inhalte dazu zu sehen.


0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos

Kommentare

Kommentar hinzufügen