08. Oktober 2010, 19:22 Uhr

Kennedy-Schule nimmt am Projekt »Trialog der Kulturen« zum Thema

Bad Vilbel (cf). Zusammentreffen von Menschen aller Generationen und Religionen, ein breit gefächertes Angebot mit Gesprächen und Interviews in einem Erzähl-Café, eine Dokumentation sowie eine Ausstellung: Das sind die Elemente eines einjährigen, integrationspolitischen Projektes der John-F.-Kennedy-Schule (JFK).
08. Oktober 2010, 19:22 Uhr
Einen Koffer voller Themen und Erinnerungsstücke sollen Achtklässler der JFK und Senioren gemeinsam beim Projekt »Trialog der Kulturen« packen. Gespannt auf die Inhalte sind (v.l.): Lehrerin Regina Skodzik-Florian, Rektor Peter Mayböhm, Referendarin Hasret Deliorman, Lehrerin Christine Schröder, HdB-Leiterin Ulrike Greiner und Ehrenbürgermeister Günther Biwer. (Foto: cf)

Bad Vilbel (cf). Zusammentreffen von Menschen aller Generationen und Religionen, ein breit gefächertes Angebot mit Gesprächen und Interviews in einem Erzähl-Café, eine Dokumentation sowie eine Ausstellung: Das sind die Elemente eines einjährigen, integrationspolitischen Projektes der John-F.-Kennedy-Schule (JFK). Mit ihrer Idee bewarb sich die Haupt- und Realschule erfolgreich beim Schulenwettbewerb zur Verständigung zwischen verschiedenen Kulturen der Herbert-Quandt-Stiftung. Die hatte alle Schüler in Hessen, Rheinland-Pfalz und im Saarland ab der fünften Klasse eingeladen, sich bei der sechsten Runde des »Trialogs der Kulturen« zu bewerben.

Aufgabe war es, ein nachhaltiges Projekt zum Thema »Fremde - Heimat - globale Welt« zu entwickeln. Das Ganze läuft über ein Jahr und soll die komplette Schulgemeinde einbinden. Die JFK war mit ihrer Bewerbung erfolgreich. »Ich freue mich sehr darüber, dass wir als eine von elf Schulen in Hessen an diesem Projekt teilnehmen dürfen«, sagte Rektor Peter Mayböhm. Die Herbert-Quandt-Stiftung stellt der JFK ein Startkapital von 3500 Euro zur Verfügung. Von den 600 Schüler der JFK haben rund 30 Prozent Migrationshintergrund, informierte der Schulleiter. Ihm ist es wichtig, dass seine Schüler immer wieder das Thema Toleranz einüben. »Wir sind an unserer Schule allen Religionen gegenüber positiv eingestellt. Die Jugendlichen respektieren Andersgläubige, sie sind sozial engagiert und bilden sich fort«, so Mayböhm weiter.

Ziel des Projektes ist es, dass Schüler unterschiedlichen Glaubens und Menschen verschiedener Generationen miteinander ins Gespräch kommen. Aus diesen Gründen werde das Projekt jahrgangsübergreifend ausgeweitet. Es soll fest an der JFK und in der Stadt verankert werden. Mitstreiter sind daher auch Ehrenbürgermeister Günther Biwer, Ulrike Greiner, Leiterin des Haus der Begegnung (HdB), die Sozialgerontologin Gabriele Scholz-Weinrich sowie Künstler der Kunstschule. »Wir vernetzen uns in Bad Vilbel. Das Projekt fängt an, dynamisch zu werden und entwickelt sich«, schwärmt Lehrerin Regina Skodzik-Florian. Zusammen mit ihrer Kollegin Christine Schröder und Referendarin Hasret Deliorman leitet sie das Projekt.

Darin sollen Menschen aller Generationen eingebunden werden. Den Part der Jugendlichen übernehmen 30 Hauptschüler aus zwei achten Klassen der JFK. Angesiedelt ist das Projekt im Unterrichtsfach Politik und Wirtschaft. Den Part der Senioren übernehmen Bewohner des örtlichen Alten- und Pflegeheims Heilsberg sowie des Frankfurter Henry-und-Emma-Budge-Heims. Ihre Teilnahme zugesagt hat bereits die bekannte Frankfurter Zeitzeugin Trude Simonsohn, eine Überlebende jüdische Auschwitzgefangene und Sozialarbeiterin. Gesucht werden als Gesprächspartner der Schüler weitere Senioren jüdischen und muslimischen Glaubens. Mangelnde Deutschkenntnisse seien durch Muttersprachler verschiedener Länder kein Hinderungsgrund.

Kontakte zu Moscheen in Bad Vilbel, Karben und Hanau werden geknüpft. »Uns ist es wichtig, dass wir den Dialog zwischen den Kulturen fördern und intensivieren«, sagte Rektor Mayböhm. Der Begriff Heimat spiele auch bei Schülern mit Migrationshintergrund eine wichtige Rolle. Durch den Wechsel von einer in eine andere Kultur oder das Leben zwischen zwei Kulturen hätten viele einen zerrissenen Heimatbegriff. »Geht man in Deutschland zwei Generationen zurück, finden sich viele Bürger, denen es durch Flucht oder Vertreibung ebenso erging. Das ist eine ideale Gesprächsbasis«, sagte der Rektor. Stolz ist er auf die beiden Lehrerinnen und die Referendarin. Das Projekt bedeute für sie mehr Arbeit, die jedoch sehr wichtig für die Prävention an der JFK sei. Biwer betonte: »Es geht dem HdB nicht nur darum, Räumlichkeiten zur Verfügung zu stellen. Wie werden uns an dem Projekt mit eigenen Ideen und einem Erzählwochenende beteiligen.«

Die Treffen der Generationen verschiedener Glaubensrichtungen finden vor den Weihnachtsferien und im Januar in den Räumen des HdB statt. Den Auftakt bildet ein Erzähl-Café am 27. Oktober ab 9 Uhr. Dort sollen sich Schüler und Senioren kennenlernen. Am dritten Adventswochenende findet ein »Internationales Erzählwochenende« im HdB (samstags von 15 bis 18 Uhr und sonntags von elf bis 18 Uhr), statt. Die Hauptschüler der JFK interviewen ihre Gäste vor Weihnachten und im Januar. Danach packen Jugendliche und Senioren mit Unterstützung der Künstlern »Themenkoffer«. Diese werden vor den Sommerferien 2011 in einer Ausstellung im HdB der Öffentlichkeit präsentiert.

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