02. März 2010, 19:40 Uhr

»Pastinaken enthalten viele Mineralstoffe«

Bad Vilbel (dit). »Pastinaken enthalten viele Mineralstoffe. Sie sind verträglich und man kann sie auf vielfältige Weise zubereiten«, berichtete Martin Kern. Im Rahmen der »Dottenfelder Einblicke« referierte er über das Wurzelgemüse, das fast in Vergessenheit geraten war und derzeit eine Renaissance auf dem Speiseplan erlebt.
02. März 2010, 19:40 Uhr
Martin Kern (r.) informiert auf dem Dottenfelderhof über Pastinaken. Judith Schake (l.) und Brunhilde Grimm bieten das Wurzelgemüse als Rohkost und Salat an. (Foto: Ditscher)

Bad Vilbel (dit). »Pastinaken enthalten viele Mineralstoffe. Sie sind verträglich und man kann sie auf vielfältige Weise zubereiten«, berichtete Martin Kern. Im Rahmen der »Dottenfelder Einblicke« referierte er über das Wurzelgemüse, das fast in Vergessenheit geraten war und derzeit eine Renaissance auf dem Speiseplan erlebt.

»Auf dem Dottenfelderhof ist die Pastinake neben der Möhre und dem Kohl Bestandteil des Forschungsprogramms«, erklärte der Pflanzenzüchter am Samstag den Besucherinnen und Besuchern, die an der Informationsveranstaltung im Alten Saal des Hofgutes teilnahmen. »Die Pastinake war bereits im alten Rom bekannt. Gladiatoren aßen vor ihren Kämpfen dieses Wurzelgemüse. Es ist auch bekannt, dass englische Mönche Pastinaken als Nahrung zu sich nahmen, wenn sie kein Fleisch essen durften.«

Beide Beispiele zeugen nach Einschätzung Kerns von dem hohen Gehalt der Pastinake an wertvollen Inhaltsstoffen. »Bezüglich der Mineralien ist die Pastinake mit der Kartoffel vergleichbar«, betonte er. Allerdings weise erstere noch einen weiteren Vorteil auf. »Neben Stärke lagert die Pastinake viel Zucker ein. « Das verleihe der Wurzel, die durch einen Trockenmasseanteil von 25 Prozent ein sehr kräftiges, nahrhaftes Gemüse sei, einen einzigartigen Geschmack. »Es gibt Wurzeln, die bis zu 1,50 Meter in die Tiefe reichen. Das lässt den Schluss zu, dass wertvolle Nährstoffe aufgenommen werden können.«

Im angelsächsischen Raum sei die Pastinake heute noch ein Alltagsgemüse. »In unserem Bereich wurde sie von der Möhre verdrängt und gewann erst in den letzten 20 Jahren wieder an Bedeutung«, erklärte Kern. Auf den Feldern des Dottenfelderhofes werden Pastinaken angebaut. »Das Gemüse ist robust und winterhart und kann durchaus noch nach einem kräftigen Frost geerntet werden«, erklärte Kern.

Und noch eine Besonderheit weise die Wurzel auf. »Heutzutage leiden schon viele Kinder unter Nahrungsunverträglichkeiten. Die Pastinake hat einen sehr niedrigen Nitratgehalt. Deshalb ist sie gut verträglich und findet sich auch in den Gläschen mit Babynahrung.«

Die Veranstaltungsteilnehmer konnten sich gleich selbst davon überzeugen, dass die Wurzel mit ihrem charakteristischen Geschmack zur Zubereitung unterschiedlichster Gerichte geeignet ist. Die Haushalts- und Ernährungswirtschaftlerin Judith Schake hatte mit Unterstützung von Brunhilde Grimm eine schmackhafte Suppe angerichtet. Außerdem hatte Schake, die auf dem Dottenfelderhof derzeit ein Studienjahr in der Landwirtschaft absolviert, drei verschiedene Salate zusammengestellt. Auch als Rohkost bot sie Pastinaken an. Ihre Jahresarbeit, die sie im Zuge des Studienjahres schreibt, widmet sie dem Wurzelgemüse. Schake stellt zudem ein kleines Buch zusammen mit Wissenswertem über die Pastinake. Bestandteil des Scripts sind zahlreiche Rezepte und Tipps, wie die Wurzeln am besten schmecken.

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