17. Januar 2010, 19:56 Uhr

Familienministerin Köhler lobt die Wetterau

Bad Vilbel (süd). Es ist ein doppeltes Heimspiel für die neue Bundesfamilienministerin: Dr. Kristina Köhler spricht auf einer CDU-Veranstaltung und in Hessen. In einer halbstündigen Rede legt sie einige Schwerpunkte ihrer künftigen Arbeit dar, lobt die Arbeit der Christdemokraten in Stadt und Kreis und erzählt ein paar Anekdoten. 
17. Januar 2010, 19:56 Uhr
CDU-Kreisvorsitzende Lucia Puttrich und Bundesfamilienministerin Dr. Kristina Köhler (v.l.) applaudieren dem Vilbeler Bürgermeister Dr. Thomas Stöhr, der zuvor in seiner Rede um Unterstützung bei der Bürgermeisterwahl geworben hatte. (Foto: Südhoff)

Zahlreiche Bürger waren am Sonntagnachmittag in das allerdings nicht ganz gefüllte Kultur- und Sportforum in Dortelweil zum gemeinsamen Neujahrstreffen von CDU Wetterau und dem christdemokratischen Stadtverband gekommen, um die junge Ministerin zu hören. Sie sei auch hier, um den amtierenden Bürgermeister Dr. Thomas Stöhr in seinem Wahlkampf zu unterstützten, sagte die 32-Jährige gleich zu Beginn ihrer Rede: »Wer eine solche Bilanz vorlegen kann, verdient es glasklar, im Februar wiedergewählt zu werden.« Ein Lob für die Quellenstadt gab es später noch, als die Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend über Kinderbetreuung sprach. Die Stadt Bad Vilbel sei hier »ambitioniert« und setze bundesweit Maßstäbe. Und der Wetteraukreis gehe beim Thema Pflege mit gutem Beispiel voran, sagte die Ministerin mit Blick auf das Pflegezentrum in Büdingen.

Bei ihren inhaltlichen Ausführungen ging die 32-Jährige aus Wiesbaden, die seit Ende November Bundesministerin ist, zunächst auf die Familienpolitik ein. Diese gehe nicht nur Frauen etwas an, sondern habe Stellenwert für die ganze Gesellschaft. Deshalb führe sie auch das Ministerium, das für den Zusammenhalt dieser Gesellschaft verantwortlich sei. Voraussetzungen dafür seien »faire Chancen« für jeden und »Zeit für Verantwortung«. Köhler nannte einige konkrete politische Vorhaben. So müsse der »Kampf gegen Kinderarmut« in den Fokus rücken. Der Zugang zu Bildung insbesondere im Kindesalter sei entscheidend. Mit finanzieller Unterstützung allein sei es nicht getan, gefragt sei qualifizierte Kinderbetreuung.

»Familienfreundliche Arbeitsbedingungen«

Köhler kündigte an, ein Teilelterngeld einführen zu wollen, damit junge Eltern mehr Wahlfreiheit bekommen. Sie will sich für »familienfreundliche Arbeitsbedingungen« einsetzen und plant dafür eine gemeinsame Initiative mit der IHK: Arbeitszeiten von 30 Stunden seien für Eltern besser als 20 oder 40.

Dann ging die junge Frau auf die Pflege älterer Menschen ein. Bis 2020 werde laut Prognosen die Zahl der Pflegebedürftigen von zwei auf etwa drei Millionen ansteigen. Es müsse berufstätigen Angehörigen ermöglicht werden, die Pflege zu übernehmen. Köhler will hier eine reduzierte Stundenzahl »ohne große Einkommenseinbußen« erreichen. Dafür wolle sie ein Modellprojekt zu neuen Arbeitszeitmodellen starten. Einen Blick richtete Köhler noch auf die »Vielfalt des Alters«, die stärker in den Mittelpunkt der Seniorenpolitik gerückt werden müsse. CDU-Stadtverbandschef Tobias Utter überreichte der Ministerin nach ihrer Rede eine Flasche Bad Vilbeler Apfelsecco und einen Blumenstrauß.

Die Kreisvorsitzende und Bundestagsabgeordnete Lucia Puttrich hatte zu Beginn der Veranstaltung zahlreiche Gäste begrüßt, darunter Landtagspräsident Norbert Kartmann, den hessischen Justizminister Jörg-Uwe Hahn, Bürgermeister Dr. Thomas Stöhr, Stadtverordnetenvorsteher Manfred Cleve, Bürgermeister und Stadträte weiterer Kommunen, ehrenamtliche Kommunalpolitiker aus Stadt und Kreis, Vertreter von Vereinen und Verbänden, aus Handwerk und Gewerbe sowie von den Gewerkschaften, die Vilbeler Ehrenbürgermeister Erich Glück und Günther Biwer sowie die beiden Ehrenbürger der Quellenstadt, Günter Hinkel und Kurt Ochs.

In ihrer Rede sagte die Kreisvorsitzende, in Deutschland werde zu häufig geklagt und gejammert. Die Menschen sollten mehr die Chancen sehen, nicht immer nur die Risiken. Angesichts der Wirtschafts- und Finanzkrise erwarte das Land ein schwieriges Jahr, die Menschen dürften jedoch nicht den Kopf in den Sand stecken und nur die Schwierigkeiten sehen, sondern müssten ihre Chancen suchen. Es mache keinen Sinn, dass jeder über den anderen schimpfe, das gelte auch für die Politik. Diese müsse auf den unterschiedlichen Ebenen wie Bund, Land oder Kommune gemeinsam betrieben werden.

Stöhr nutzte den Neujahrsempfang, um für seine Wiederwahl zu werben. Er habe beharrlich an seinen Zielen fest- und »Wort gehalten«. Stöhr ging auf Familienpolitik und Vereinsförderung ein, auf Kultur und Verkehrspolitik, die »soliden Finanzen« Bad Vilbels sowie auf die Entwicklung von Stadtteilen und Innenstadt. Mit dem Projekt »Neue Mitte« habe die Stadt nun die Chance, einen zentralen Bereich voranzubringen. Hierauf sei jahrelang hingearbeitet worden. »Riskieren wir keinen Stillstand, sondern schreiten mutig voran«, sagte der Bürgermeister.

Vor den politischen Reden hatte die Stadtkapelle den Neujahrsempfang im Forum musikalisch gestaltet.

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