26. August 2009, 13:08 Uhr

»Akzente«-Verein baut in der Frankfurter Straße

Bad Vilbel (süd). »Für mich geht ein Traum in Erfüllung«, freut sich Ernst Busemann, Vorsitzender von »Akzente«, Verein für Bildung und Soziales. Der Verein baut in der Frankfurter Straße 75 ein Haus, in dem er künftig seinen Buchladen betreiben will. Dafür räumt »Akzente« sein Geschäft in der Frankfurter Straße 56, das in den Bereich der Neuen Mitte fällt. Baubeginn soll bereits im Oktober sein.
26. August 2009, 13:08 Uhr
Vorsitzender Ernst Busemann mit den Neubauplänen vor dem Gelände, das vom »Akzente«-Verein bebaut wird. (Foto: Südhoff)

Bad Vilbel (süd). »Für mich geht ein Traum in Erfüllung«, freut sich Ernst Busemann, Vorsitzender von »Akzente«, Verein für Bildung und Soziales. Der Verein baut in der Frankfurter Straße 75 ein Haus, in dem er künftig seinen Buchladen betreiben will. Dafür räumt »Akzente« sein Geschäft in der Frankfurter Straße 56, das in den Bereich der Neuen Mitte fällt. Baubeginn soll bereits im Oktober sein.

Am Dienstagnachmittag erläuterte Busemann Einzelheiten zum Projekt. Dazu gehört zunächst einmal die Struktur des vor acht Jahren gegründeten Vereins, dem 15 Mitglieder angehören. Er ist gemeinnützig, aber »wir zahlen Steuern, wie jeder andere auch«, so der Vorsitzende. Zum Verein gehören die »Aktion Augenlicht«, die über die »Christoffel Blindenmission« in Bensheim Geld nach Kitwe in Sambia weiterleitet. Dort werden von den Spenden an grauem Star erblindete Menschen operiert. Die Operation kostet 30 Euro, die Menschen gewinnen ihr Augenlicht wieder. Da der »Akzente«-Verein als Großspender gelte, gehe jeder Euro direkt ohne Abzug nach Afrika, erklärte Busemann. Das werde auch künftig so sein. Er weiß, dass er trotzdem oft danach gefragt werden wird, wenn es um den Neubau und die Finanzierung des Projektes geht. Dann betreibt der Verein eine Sprachschule mit zahlreichen Kursen in den angemieteten Vereinsräumen in der Nidda-Passage und den Buchladen.

Hinzu kommt die »Akzente-Stiftung« als Ableger des Vereins. Busemann ist als Vereinsvorsitzender gleichzeitig Geschäftsführer dieser Stiftung. Sie wurde vor fünf Jahren gegründet und habe in aller Stille gearbeitet. Nun stelle sie »das Startkapital der Finanzierung, die in der Hauptsache gesichert ist«, erklärte der »Akzente«-Chef. Die Bürger könnten sich durch Zustiftungen an der Finanzierung beteiligen, so Busemann. Würden Spendengelder für den Hausbau verwendet, würde das die Gemeinnützigkeit von Verein und Stiftung beenden, erklärte der Vorsitzende. In die aktuelle Entwicklung passe auch, dass der Verein seinen Laden in Karben geschlossen hat und die Immobilie verkaufen will.

Im Zuge der Planung für die Neue Mitte wurde auch das Haus Frankfurter Straße 56 einbezogen, wo der Verein seit drei Jahren »in hervorragender Lage« seinen Buchladen betreibt, für den er noch einen langfristigen Mietvertrag hatte. Die Gespräche mit Beauftragten der Stadt zogen sich etwa zweieinhalb Jahre hin, bis jetzt eine Lösung gefunden wurde. Ein passendes Ladenlokal in der Frankfurter Straße wurde nicht gefunden, obwohl es verschiedene Lösungsmöglichkeiten gab - unter anderem auf dem Ströbel-Areal. Busemann erklärte, dass der Verein von Anfang an den Erwerb einer Immobilie erwogen habe, aber »es war schwieriger als gedacht«.

Als schließlich die Grundstücke Frankfurter Straße 75 und 77 (Reifschneider-Gelände) in den Bebauungsplan Neue Mitte einbezogen wurden, habe die Stadt dem Verein das Grundstück vor der heutigen Kunstschule zur Bebauung angeboten. Hier will »Akzente« ein dreigeschossiges Haus plus Dachgeschoss bauen. Das Gebäude wird etwa 20 Meter lang und zehn Meter breit sein. Rund 750 Quadratmeter werden bebaut. Im Erdgeschoss werden der Laden und ein Lager eingerichtet, in die anderen Stockwerke kommen vier Wohnungen.

Die Fassade hat vier Pfeiler, etwas zurückgesetzt dann große Schaufenster. Das Haus soll sich - auch von der Höhe her - in das Gesamtbild der Neuen Mitte einpassen und deshalb zum Beispiel farblich angepasst werden, erklärte Busemann. Ein neuer Weg wird den Zugang zum Gebäude, in dem die Kunstschule untergebracht ist, und zu den Wohnungen ermöglichen.

»Akzente« hat sich noch nicht entschieden, ob das rund 250 Quadratmeter große Grundstück gekauft oder im Erbbauverfahren erworben werden soll. Der »Akzente«-Chef berichtete gestern von einem »fairen Angebot der Stadt« und hob die »sehr sachlich geführten Gespräche unter Leitung von Ehrenstadtrat Klaus Minkel« hervor. Auch Dr. Hansgeorg Jehner, dessen Humanistische Stiftung die Neue Mitte bebaut, habe die Verhandlungen durch sachdienliche Hinweise begleitet, sagte Busemann. Er wiederum will nun Gespräche mit seinem neuen Nachbarn Dr. Reifschneider führen, sagte Busemann.

Einen Namen für das Gebäude, in das der Verein im Herbst 2010 einziehen möchte, hat er bereits gefunden und zieht damit die Verbindung zu den Augenoperationen in Afrika: »Haus der Zukunft«.

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