19. April 2009, 18:16 Uhr

Moderne Blasmusik im Bigband-Sound

Bad Vilbel (aho). Für dieses Wochenende hatte die Stadtkapelle zu ihrem traditionellen Jahreskonzert ins Dortelweiler Kulturforum geladen. Hierbei stellten sich sowohl Schüler- als auch Hauptorchester mit einem ebenso bunten wie experimentierfreudigen Melodienstrauß vor und rissen das Publikum nicht erst am Ende des Konzerts zu begeistertem Applaus hin.
19. April 2009, 18:16 Uhr
Flotter Bigband-Sound - die Stadtkapelle demonstriert beim Frühlingskonzert in Dortelweil ihren Stilwechsel. (Fotos: Hofmann)

Bad Vilbel (aho). Für dieses Wochenende hatte die Stadtkapelle zu ihrem traditionellen Jahreskonzert ins Dortelweiler Kulturforum geladen. Hierbei stellten sich sowohl Schüler- als auch Hauptorchester mit einem ebenso bunten wie experimentierfreudigen Melodienstrauß vor und rissen das Publikum nicht erst am Ende des Konzerts zu begeistertem Applaus hin.

Mit elf jungen Musikerinnen und Musikern zeigte die »Minigruppe«, was bereits in ihr steckt. Unter der Leitung von Karl-Heinz Jäger spielte sie zwei eigens für Anfänger konzipierte Stücke. »Seit Januar sind die zusammen und können sich doch gut hören lassen«, sagte Oliver Eibel, der Moderator des Abends, und erntete hierfür Zustimmung des Publikums.

Bürgermeister Dr. Thomas Stöhr zeigte sich in seinem Grußwort sehr erfreut über die Entwicklung der Nachwuchsmusiker. »Die Stadtkapelle setzt den Schwung fort, den sie von ihrem Jubiläum im vergangenen Jahr genommen hat«, erklärte der Rathauschef, der die Grüße des Magistrats überbrachte. Aus diesem Anlass überreichte er dem Vorsitzenden Erich König »eine kleine Kostendämpfungsmaßnahme«.

Nach »Siyahamba«, einem bestens umgesetzten traditionell-afrikanischen Zulu-Stück, wagte sich das Schülerorchester mit 20 Musikern an den ersten Nummer-Eins-Hit der Rock-Gruppe Queen: »Bohemian Rhapsody«. Das Stück stellte mit seinem balladenhaften Beginn, seinem opernhaften Mittelteil und der Rückkehr zur Rockballade hohe Ansprüche an das Orchester und seinen neuen Dirigenten Wolfgang Beck. Beide meisterten diese große Aufgabe aber mit Bravour. So konnten die Jugendlichen ihrerseits den Schwung mitnehmen, um ihr Publikum auch mit den »Hits« aus Georges Bizets Oper »Carmen« zu begeistern. Als Zugabe spielte das Schülerorchester Glenn Miller, unter anderem auch »In the Mood«.

»Es erklingen keine verstaubten Polkas und Märsche, sondern beispielsweise auch Melodien aus Südafrika«, kommentierte der Moderator den allgemeinen Wandel der Stadtkapelle hin zu modernerer, teilweise auch experimentierfreudiger Musik. Die bot auch das Hauptorchester unter der Stabführung von Thomas Mohr. Auch bei ihm gibt es keine »Dicke-Backen-Musik«, sondern moderne Blasmusik im Bigband-Sound. Das 65-köpfige Orchester stieg gleich mit der Rock-Version von Johann Sebastian Bachs »Toccata in D-Moll« und einer ebenso von Jan van Kraeydonck arrangierten Bach-Fuge ein. Gern wird diese Melodie für Dracula-Verfilmungen verwendet. Von der Stadtkapelle aufgeführt, hatte sie allerdings nichts Gruseliges, sondern erfreute die Zuhörer.

Danach begeisterte die Solistin Nicola Nicolay mit »Variants on an English Hymn Tune«, einem Stück für Euphonium und Blasorchester. Das an eine Tuba erinnernde Euphonium wird seines tiefen, warmen Klanges von Blasorchestern wegen gern auch als Solo-Instrument eingesetzt. Diesem Stück folgten Melodien aus »Dichter und Bauer« von Franz von Suppé nach einem Arrangement von Otto Wagner.

Hatte das Orchester vor der Pause eher »klassische« Melodien gespielt, erfreute es seine Zuhörer danach mit modernen Melodien wie dem »Police Academy March«, der die siebenteilige Kinofilmserie begleitete. Richtig karibisch wurde es bei den Melodien aus »Pirates of the Caribbean«, dem Film mit Johnny Depp. Wobei die Musik das Abenteuerspektakel durchaus erahnen ließ. Daran schlossen sich Melodien aus George Gershwins »Porgy and Bess«, mit Elementen aus europäischer Oper und schwarzamerikanischem Blues und Jazz, an. Das offizielle Programm beschlossen dann Stücke aus dem ABBA-Musical »Mama Mia«, bei dem neben dem Titelsong auch »Money, Money«, »Waterloo«, »Fernando« oder »Thank you for the Music« zu hören waren.

In der Zugabe spielte das Orchester zunächst die Melodie des Klamaukfilms »Die tollkühnen Männer mit ihren fliegenden Kisten«, ehe Michael Spiegler die unvergesslichen Lieder von Udo Jürgens sang: »Ich war noch niemals in New York«, »Aber bitte mit Sahne« und Jürgens’ Parodie auf Mietshausspießerei schlechthin, dessen letzte Strophe als endgültiges Ende eines bestens gelungenen Abends passte: »Wir packen unsre Siebensachen und zieh’n aus - aus diesem ehrenwerten Haus!«.

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