10. März 2009, 19:56 Uhr

»Stadt leistet aufwendige Präventionsarbeit«

Bad Vilbel (süd). Landrat Joachim Arnold hat in einer Pressemitteilung angekündigt, die Bürgermeister im Kreisgebiet aufzufordern, über ihre Ordnungsbehörden Maßnahmen zur Eindämmung des Alkoholkonsums bei Jugendlichen zu treffen und die so genannten Flatrate-Partys einzudämmen. Darauf reagierte in der Quellenstadt Erster Stadtrat Jörg Frank. Arnold habe »ganz sicher eine gute Idee gehabt«. Aber er verpasse die Chance, »diese Problematik grundlegend aufzuarbeiten«.
10. März 2009, 19:56 Uhr

Bad Vilbel (süd). Landrat Joachim Arnold hat in einer Pressemitteilung angekündigt, die Bürgermeister im Kreisgebiet aufzufordern, über ihre Ordnungsbehörden Maßnahmen zur Eindämmung des Alkoholkonsums bei Jugendlichen zu treffen und die so genannten Flatrate-Partys einzudämmen. Darauf reagierte in der Quellenstadt Erster Stadtrat Jörg Frank. Arnold habe »ganz sicher eine gute Idee gehabt«. Aber er verpasse die Chance, »diese Problematik grundlegend aufzuarbeiten«. Zwar biete das Gaststättenrecht Sanktionsmöglichkeiten zu Lasten verantwortungsloser Gastwirte, »aber das Gaststättenrecht allein kann nicht den Alkoholmissbrauch bei Jugendlichen verringern«, schreibt Frank. Dafür bedürfe es »aufwendiger, langwieriger und konsequenter Präventionsarbeit, wie sie beispielsweise in Bad Vilbel vorbildlich geleistet wird«. Der Stadtrat fordert Arnold auf, sich für die materiellen Unterstützungsleistungen der Jugendarbeit stark zu machen: »Wenn der Landrat das Problem der jugendlichen Trinker entdeckt hat, wären wir für finanzielle Hilfszusagen für unsere Präventionsarbeit dankbar. Denn bisher leistet das die Stadt auf eigene Kosten, obwohl der Kreis doch der örtliche Träger der öffentlichen Jugendhilfe ist.«

Ordnungsrechtliche Maßnahmen sollten nur gegen objektiv verantwortungslose Menschen ergriffen werden, die Gastwirte in der Stadt seien nach Einschätzung von Frank verantwortungsbewusst. »Ohne verantwortungsvoll handelnde Gastwirte wäre es kaum möglich gewesen, dass die BOB-Aktion der Polizei so gut angekommen wäre.« Insgesamt elf Gaststätten hätten sich beteiligt. Bereits im September 2007 habe sich der damalige Polizeidirektor aus Friedberg, Rainer Brüssow, schriftlich an den Landrat und die Bürgermeister in der Wetterau gewandt. Diesem Schreiben beigefügt war eine Information, die die Gefahren durch übermäßigen Alkoholkonsum in Gaststätten beschrieben habe. Das habe das städtische Ordnungsamt aufgegriffen, ein entsprechendes Schreiben sei an alle Gaststättenbetriebe der Stadt versandt worden, berichtet Frank von den Aktivitäten der Verwaltung. Im Übrigen sei der Fachdienst Gewerbe und Markt mindestens seit dieser Zeit Hinweisen auf Flatrate- und Komaparties nachgegangen. »Es ergab sich bisher ein Verdachtsfall, der sich jedoch als unbegründet erwies. « Die Stadt werde aber den Hinweis des Landrats aufgreifen und die Informationen an die Gaststätten erneuern, kündigt der Stadtrat an. Er macht aber auch darauf aufmerksam, dass der Kampf gegen Drogen - also auch Alkohol - präventiv beginnen müsse. Bad Vilbel teile sich mit der Stadt Karben die Stelle eines Drogenberaters. Über 40 000 Euro jedes Jahr wende allein die Quellenstadt hierfür auf. Über die Hälfte der Rat suchenden Personen seien Jugendliche und junge Erwachsene. Die Drogenberatungseinrichtung arbeite mit den Schulen, dem Kinder- und Jugendbüro sowie dem Bad Vilbeler Präventionsrat zusammen. Treibende Kraft beim Präventionsrat sei die städtische Jugendhilfe, die mit Schulen und Vereinen kooperiere. Präventionsarbeit werde unter anderem durch offene Angebote, auf Zielgruppen spezialisierte Veranstaltungen, Werkstatt- und Musikangebote, Open-Air-Veranstaltungen und das Zugehen auf Jugendliche geleistet. Auch die Einzelhändler würden sich an die Jugendschutzgesetze halten, das hätten Testkäufe von Jugendlichen ergeben.

Das Kinder- und Jugendbüro und die Kulturabteilung würden für die BOB-Aktion werben und diese unterstützen. Rundgänge der Mitarbeiter der Stadt auf dem Vilbeler Markt mit einer Ansprache der Jugendlichen unter Zuhilfenahme eines Alkoholtestgerätes seien ein weiteres Beispiel der städtischen Präventionsaktivitäten. Die Sommerlounge in der »Mulde« diene ebenfalls der Ansprache von Jugendlichen mit dem Ziel der Prävention. »Das alles ist personalintensiv. Der Landrat sollte uns beim Personaleinsatz mit Kreismitteln unterstützen und nicht allein lassen«, fordert Frank.



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