05. Februar 2009, 18:38 Uhr

Brigitte Boos leitet jetzt das Heimatmuseum

Bad Vilbel (cf). Neues Konzept, neue Leiterin, neues Betreuungs- und Projektteam sowie veränderte Öffnungszeiten: Das Heimatmuseum Massenheim startet mit einer Fülle organisatorischer und inhaltlicher Neuerungen und Ziele ins Jahr 2009. Claus-Günther Kunzmann, Vorsitzender des Vereins für Geschichte und Heimatpflege, und Ortsvorsteher Jochen Schatz stellten jetzt die Neuerungen in der Abteilung Ziegelei des Museums vor.
05. Februar 2009, 18:38 Uhr
Die neue Leiterin des Heimatmuseums in Massenheim, Brigitte Boos, vor der »Auswanderertafel«. (Foto: Fauerbach)

Bad Vilbel (cf). Neues Konzept, neue Leiterin, neues Betreuungs- und Projektteam sowie veränderte Öffnungszeiten: Das Heimatmuseum Massenheim startet mit einer Fülle organisatorischer und inhaltlicher Neuerungen und Ziele ins Jahr 2009. Claus-Günther Kunzmann, Vorsitzender des Vereins für Geschichte und Heimatpflege, und Ortsvorsteher Jochen Schatz stellten jetzt die Neuerungen in der Abteilung Ziegelei des Museums vor.

Das Duo nutzte die Gelegenheit, um die neu gewonnene Leiterin der Einrichtung, Brigitte Boss, der Öffentlichkeit zu präsentieren. Die 67-Jährige arbeitet seit zwei Jahren ehrenamtlich im Museum mit. Sie nahm das gesamte Inventar des Massenheimer Heimatmuseums, 1500 Artikel, auf. Sie inventarisiert die Exponate mit Foto und Detailinfos auf vom Museumsverband entwickelte Karten. Zu den Angaben gehören unter anderem Name, Bereich und Untergruppe sowie Fundort des Exponats. »Durch die Inventarisierung der Exponate wurde Boos zu einer profunden Kennerin der Sammlung«, lobte Kunzmann. Er hob das große Organisationstalent der neuen Leiterin hervor.

Die gelernte Versicherungskauffrau, Ehefrau und Mutter von zwei Kindern wohnt seit 1973 in Massenheim. »Ich gehe gern ins Museum und habe meinen Mann bei seiner Forschungsreise auf den Spuren Massenheimer Auswanderer in die USA begleitet«, sagte die neue Leiterin. »Die Inventarisierung des Bestandes machte mir Freude, ich fühle mich dem Haus verbunden und freue mich auf die Zusammenarbeit mit allen Aktiven.«

Das bisherige Team des Museums mit Christine Schmidt, Emil Jobst und Josef Knipf sei aus privaten Gründen nach vielen Jahren aus dem ersten Glied der Museumsarbeiter zurückgetreten, erklärte Kunzmann. Das erfahrene Trio bleibe dem Museum für Aktivitäten in Haus und Garten sowie bei Projekten erhalten. Unterstützt wird die neue Leiterin durch ein Team, das sich die Betreuung während der Öffnungszeiten teilt. Es sind Karin Freese, Sabine Herth und Ute Becht-Heil. Verstärkt wird das Quartett durch ein aus derzeit 15 Interessenten bestehendes Projektteam. Dieses soll dazu beitragen, dass die wissenschaftliche Forschung von Wolfgang Boos, der sich mit Auswanderern nach Nordamerika beschäftigte, ausgebaut werden kann.

»Mich fasziniert die Idee des Hauses, und ich möchte im Projektteam mitarbeiten«, kündigte Ortsvorsteher Jochen Schatz an. Wichtig für alle Museumsmitarbeiter sei ihre Verwurzelung in mit Massenheim und ihre Verbundenheit mit den Menschen im Stadtteil.

Eröffnet wurde das Heimatmuseum als Heimatstube Anfang der 1990er-Jahre von Otto Gleichmann und Schatz. Seither wurde es in fünf Schritten zum Museum ausgebaut. Von Ende der 90er-Jahre bis Ende 2008 verstärkten Christine Schmidt, Emil Jobst und Josef Knipf das Museumsteam.

Kunzmann kündigte an, das mit der Eröffnung des neuen Bürger- und Jugendtreffs die erste Etage frei werde und dann das ganze Haus dem Heimatmuseum zur Verfügung stehe. Im Laufe des Jahres sollen ein neues inhaltliches Konzept und eine neue Gestaltung der Ausstellung erarbeitet werden. Das Konzept sehe eine Gliederung nach Themen vor - wie die von Wolfgang Boos recherchierten historischen Auswanderungen Massenheimer Bürger nach Nordamerika. Ergänzt werde diese dann durch andere »Auswanderungen« Massenheimer und »Einwanderungen« zum Beispiel durch Heirat. Der Ortswechsel von einer Gemeinde in die andere war in früheren Jahrhunderten mit einem »Staatenwechsel« verbunden. Weitere Themen sind »Schule im Dorf« oder »Bürgermeisterei als kleine Verwaltung«. Sie sollen in Ausstellungen angerissen und mit Exponaten unterstützt werden.

Einige Räume im vergrößerten Museum sollen für wechselnde Sonderausstellungen konzipiert werden, kündigte Kunzmann an. Erhalten bleiben soll die Abteilung Ziegelei, die den Massenheimern auch als Standesamt dient. Ziel der neuen Leiterin ist es nicht, das Museum mit Exponaten vollzupacken. Wenn die neue Konzeption nach Themen greife, könnten einige Exponate an andere Museen ausgeliehen oder abgegeben werden. Die meisten Ausstellungsstücke würden dem Heimatmuseum von Bürgern geschenkt, wenige seien Leihgaben. »Ich sehe in der neuen Phase unseres Heimatmuseums einen Riesenfortschritt«, sagte Schatz. Die Anfänge des Museums lagen in der Sicherung von Speicherbeständen. Mit der Zeit wurde die Sammlung professionalisiert. Inzwischen werde das Massenheimer Museum in vielen Publikationen gelistet.

Das im städtischen Besitz befindliche Fachwerkhaus wurde an den Geschichtsverein vermietet. Bauliche Maßnahmen würden durch Mittel von Stadt, Land und Stiftungen finanziert, alle anderen Kosten aus dem Budget des Geschichtsvereins bestritten. So sammelte Ortsvorsteher Schatz 7600 Euro bei Personen und Firmen, damit Josef Knipf in das Hirtenhaus Küche und Toilette einbauen konnte, die unter anderem beim Museumscafé benutzt werden, das Massenheimer Vereine abwechselnd vom ersten Sonntag im Mai bis zum letzten Sonntag im August auf dem Museumsvorplatz betreiben.

Ab sofort ist das Heimatmuseum Massenheim samstags und sonntags von 14 bis 17 Uhr geöffnet. Am Mittwoch bleibt das Museum künftig geschlossen. Die neuen Öffnungstage fügten sich in das Konzept der im entstehen begriffene Museumslandschaft aus Römer-Mosaik, Hassia-Quellenmuseum, Brunnen- und Bädermuseum und musealem Schauraum im unteren Turmzimmer der Wasserburg ein.



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