04. Dezember 2008, 19:30 Uhr

Heimatmuseum zieht ins Weihlsche Haus

Bad Vilbel (pe). Das Weihlsche Haus neben dem Alten Rathaus wird künftig Sitz des Brunnen- und Heimatmuseums. Das leerstehende Gebäude soll ab Januar umgestaltet und dann voraussichtlich im Herbst kommenden Jahres eröffnet werden. Gestern Mittag stellten Bürgermeister Dr. Thomas Stöhr, der Vorsitzende des Vereins für Geschichte und Heimatpflege, Claus-Günther Kunzmann, und Hassia-Seniorchef Günter Hinkel das Projekt den Vertretern der Presse vor.
04. Dezember 2008, 19:30 Uhr

Bad Vilbel (pe). Das Weihlsche Haus neben dem Alten Rathaus wird künftig Sitz des Brunnen- und Heimatmuseums. Das leerstehende Gebäude soll ab Januar umgestaltet und dann voraussichtlich im Herbst kommenden Jahres eröffnet werden. Gestern Mittag stellten Bürgermeister Dr. Thomas Stöhr, der Vorsitzende des Vereins für Geschichte und Heimatpflege, Claus-Günther Kunzmann, und Hassia-Seniorchef Günter Hinkel das Projekt den Vertretern der Presse vor.

Wie Stöhr eingangs sagte, werde das Projekt zu einem »besonders attraktiven Leuchtturm«. Es werde die Attraktivität der Innenstadt erhöhen.

Das derzeitige Brunnen- und Heimatmuseum hat seinen Sitz in der Wasserburg. Das macht zwar historisch gesehen Sinn, aber aufgrund der Burgfestspiele, diverser anderer Feste wie Weihnachtsmarkt und Lions-Weinfest sowie der gerade laufenden Sanierungsarbeiten ist das Museum nur noch selten zugänglich und die meiste Zeit im Jahr sogar geschlossen. Schon lange denken die Verantwortlichen in der Stadt ebenso wie der Mäzen und Förderer der historischen Projekte zur Mineralbrunnengeschichte in dieser Stadt, Hinkel, darüber nach, wo ein geeigneter Ort für das Museum wäre. Und der ist mittlerweile gefunden.

Das der nahen Frankfurter Volksbank gehörende Gebäude steht im Erdgeschoss schon einige Monate leer, nachdem ein dortiger Steuerberater ausgezogen war. Weil vor kurzem auch die Wohnung im ersten Obergeschoss und Dachgeschoss leer wurde, hat die Stadt mit der Volksbank laut Stöhr einen »langfristigen Mietvertrag« geschlossen. Kunzmann ergänzte, es handele sich um 15 Jahre mit Verlängerungsoption. Zum Mietzins wurden keine Angaben gemacht, allerdings drückte es der Vorsitzende des Geschichtsvereins so aus: »Würde das Haus weiter privat genutzt, hätte die Bank höhere Einnahmen.«

Zu anderen Kosten wurden die Angaben konkreter: Der Umbau des denkmalgeschützten Hauses wird nämlich rund 400 000 Euro kosten, wovon die Stadt die Hälfte übernimmt. 45 000 Euro erhält die Stadt vom Land Hessen, die gleiche Summe hat Hinkel anlässlich seiner »runden« Geburtstagsfeiern zum 60. und 70. Geburtstag durch Spenden seiner Gäste eingesammelt, 100 000 Euro kommen vom Verein zur Förderung von Sport und Kultur, den Rest steuert der Heimat- und Geschichtsverein bei. Das Geld stehe bereit, die Baugenehmigungen seien alle erteilt, im Januar könne es losgehen, so die Verantwortlichen gestern Nachmittag übereinstimmend.

Anhand eines vom Architekten Markus Jakob Schröter gefertigten Modells erläuterten sie, wie das Weihlsche Haus umgestaltet werden soll. Viele Wände im Erdgeschoss würden herausgerissen, sodass ein großer Raum entstehe. Zudem werde es eine breitere Treppe ins erste Obergeschoss geben, sie erhält zudem einen Lift für Rollstühle. Der Eingang werde mit einer Rampe versehen, sodass das künftige Museum auch für Rollstuhlfahrer erreichbar sein werde. Im Keller sollen die Garderoben und Toiletten entstehen, ein weiteres behindertengerechtes WC ist im ersten Stock vorgesehen. Während das Erdgeschoss ganz der Geschichte des Mineralwassers und seiner Brunnenbetriebe gewidmet sein wird, steht im ersten Stock Carl Brod im Vordergrund. Brod erbohrte rund 50 Meter vom Weihlschen Anwesen entfernt zu Beginn des vergangenen Jahrhunderts die erste Quelle und gründete somit Bad Vilbel.

Die zweite Hälfte des ersten Stocks wird laut Stöhr, Hinkel und Kunzmann der Geologie des Heilwassers gewidmet sein. Architektonisch sieht der Plan vor, in diesem Bereich einen hohen Raum zu schaffen. Auch das Dachgeschoss wird künftig als Museum genutzt: Dort soll laut Kunzmann die »Stadtgeschichte immer in Verbindung mit dem Wasser, übrigens auch der Nidda«, dargestellt werden. Der Fluss sei stadtbildprägend. Am endgültigen Konzept werde noch gefeilt. Kunzmann meinte, das Brunnen- und Heimatmuseum kehre an den Ort zurück, an dem Weihl damals die Brunnenabteilung des heutigen Museums geplant hatte. »Hier schließt sich der Kreis im besten Sinne der Tradition.«

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