20. Oktober 2008, 21:06 Uhr

Eine unbeschwerte virtuelle Weltreise

Bad Vilbel. Aus den Lautsprechern singt Louis Armstrong auf seine unvergleichliche Weise »What a wonderful World«. »Das wird das Leitmotiv unserer Reise sein«, erklärt der HR-Musikredakteur Volker Rebell am Freitag in der Alten Mühle.
20. Oktober 2008, 21:06 Uhr
Musik überwindet Grenzen: Die »Todorova-Band« aus Bulgarien mischt Balkan-Pop mit Tango-Elementen. (Fotos: Hofmann)

Ausschnitte aus Volker Rebells Show sind am Freitag, 7. November in seiner Sendung »HR 3-Rebell« zwischen 21 und 23 Uhr zu hören - allerdings aus einer Aufführung, die im Sommer mitgeschnitten wurde. Bereits am 15. November wird Rebell im Rahmen des »Weitsicht-Festivals« im »Studio 2« des Hessischen Rundfunks einen zweiten Teil der »Hin und Weg«-Show« öffentlich aufführen. Dann geht es unter anderem um die Reiseziele Jangtse/China, La Reunion, Mauritius und Barbados. Neue Künstler aus Gambia und Australien werden dabei sein. Außerdem gibt es ein Wiedersehen mit der »Todorova Band« und mit Pianist Matthias Frey. Titel der Veranstaltung ist »Hin und Weg Teil 2 - Die Ferne so nah«. (aho)

Bad Vilbel. Aus den Lautsprechern singt Louis Armstrong auf seine unvergleichliche Weise »What a wonderful World«. »Das wird das Leitmotiv unserer Reise sein«, erklärt der HR-Musikredakteur Volker Rebell am Freitag in der Alten Mühle. In seiner Multimedia- und Livemusik-Show »Hin und weg« wird er rund vier Stunden lang sein Publikum auf eine unbeschwerte virtuelle Weltreise, fernab von Banken- und anderen Krisen, mitnehmen.

Zunächst aber stürzen viele Bilder in einer ersten virtuellen Kaskade auf die Zuschauer ein, und bilden, aus einem bestimmten Winkel betrachtet, die Weltkarte.»Wir wollen uns auf das Schöne in der Welt konzentrieren«, so Rebell am Anfang des Abends, der eine sehenswerte Mischung aus Fotos von Holger Leue mit Live-Klavierbegleitung von Matthias Frey zu Filmen und kleinen, aber feinen Konzerten zusammengestellt hat. Wenn man sich die Schönheit dieser Welt bewusst mache, so Rebell, sei man auch eher bereit, sie zu schützen. Die erste »Kreuzfahrt« die das Publikum mit den Augen mitmacht, geht nach Südamerika. Hier sieht man Tangotänzerinnen, die Sehenswürdigkeiten von Buenos Aires, die Falkland-Inseln, Kap Horn, Feuerland und Santiago de Chile. Dazwischen immer wieder Pinguine (vom Kaiser- bis zum Schoko-Pinguin) und die weitestgehend unberührte Natur.

Im ersten virtuosen Live-Konzert des Abends zieht die brasilianische Liedermacherin und Gitarristin Zelia Forseca, von Rosana Levental am Cello begleitet, ihr Publikum in den Bann. Denn sie hat mit ihrer Musik aus dem Südwesten Brasiliens, gemischt mit afrikanischen Klängen und Rhythmen, musikalisch deutlich mehr zu bieten als »Karneval in Rio«. Den gebe es auch, gesteht sie, fügt dem aber ihre genialen Kompositionen hinzu.

Weiter geht es per Film-Clip nach Botsuana eine »Reise«, die Frey in der Tradition eines Stummfilm-Pianisten begleitet. Über den Abend wird er noch einen Tauchgang an den Malediven begleiten und das Leitmotiv des Abends, den Armstrong-Song »What a wonderful World«, auf seine Weise interpretieren. Manchmal geht es einfach um kleine Dinge: Das Lächeln in den Gesichtern der Welt, das Vorkommen der Farbe Gelb (unter anderem besungen mit »Yellow River«, »Saw the Yellow« und natürlich »Yellow Submarine«) und in ähnlicher Weise die Farbe Rot bei Mensch und Natur. Der Indische Ozean, die Westküste von Thailand und Malaysia sowie die Andamanensee sind mit faszinierenden Unterwasseraufnahmen weitere Stationen.

Mit der beeindruckenden orientalischen Tänzerin Hanan Kadur geht die Reise weiter in den »Orient«. Jeder Ton, jeder Rhythmuswechsel findet sich in ihren Bewegungen wieder.

Den Mittelmeerraum vertritt auch die Gruppe »Los Besidos« mit ihren türkisch-griechischen Weisen. In ihren Liedern geht es - oft augenzwinkernd - um die Liebe, sowohl um die unerreichbare Liebe, wie auch um einen Mann, der eine Frau früher hoch verehrte, sie aber jetzt wegen ihres launischen Wesens am liebsten schnell wieder loswerden würde.

Das Live-Konzertprogramm rundet die junge bulgarische Akkordeonisten Veronika Todorova mit der nach ihr benannten Band ab. In ihren nahezu halsbrecherisch artistischen Kompositionen mischt sich Balkan-Pop mit Tango-Elementen. Für sie, wie für alle Musiker des Abends gilt: Man würde gern noch mehr von ihnen hören, als die 15 bis 20 Minuten, in denen sie ihr Publikum jeweils mitreißen.

Mit seiner insgesamt optimistischen Show wirft Rebell, der sich einmal mehr als kenntnisreicher Musikliebhaber erweist, keinen Zuckerguss über die Welt. Er schaut auch nicht nur durch die rosarote Brille. Aber er zeigt, wie viele verschiedene Landschaften, Menschen und Kulturen es für Mitteleuropäer noch zu entdecken gibt, und was sich alles zu bewahren sich lohnt. Das Vilbeler Publikum ist in jeder Hinsicht »hin und weg« von dieser Rebell-Show.

Andreas Hofmann

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