29. September 2008, 20:32 Uhr

Solisten amüsieren sich köstlich

Bad Vilbel (cf). Ein spritzig-fröhliches Vivat auf sein 120-jähriges Bestehen und ambitionierten Chorgesang brachte der Volkschor »Frohsinn« Massenheim am Sonntag bei seinem Jubiläumskonzert aus. Mit dabei im Kulturforum Dortelweil waren Gesangssolisten und Instrumentalisten sowie mit Georg Fichtner, dem langjährigen Leiter der Mainzer Hofsänger, ein kompetenter Moderator.
29. September 2008, 20:32 Uhr
Sopranistin Katharina Kutsch begeistert beim Jubiläumskonzert im Kulturforum.

Bad Vilbel (cf). Ein spritzig-fröhliches Vivat auf sein 120-jähriges Bestehen und ambitionierten Chorgesang brachte der Volkschor »Frohsinn« Massenheim am Sonntag bei seinem Jubiläumskonzert aus. Mit dabei im Kulturforum Dortelweil waren Gesangssolisten und Instrumentalisten sowie mit Georg Fichtner, dem langjährigen Leiter der Mainzer Hofsänger, ein kompetenter Moderator.

Das von Chorleiter Oliver Seiler zusammengestellte Programm entsprach ganz dem Geschmack des Publikums. Es bot eine gelungene Mischung aus vielen musikalischen Genres von Oper und Operette über Musical und Rock-Oper bis hin zu Gospel und Schlager.

Eröffnet wurde das Jubiläumskonzert von den 33 Sängerinnen und 19 Sängern mit Karl Jenkins mitreißender Komposition »Cantilena«. Begleitet wurde der Chor von drei Instrumentalisten, am Klavier von Wolfgang Wels, der seit drei Jahren als Chordirektor und Kapellmeister am Theater Ulm engagiert ist, sowie von zwei »Eigengewächsen« des Chors. Das waren Schlagzeugerin Federica Peters (21) an der Darbuka und Silke Freund (36) an der Alt-Flöte. Peters ist mehrfache Preisträgerin des Wettbewerbs »Jugend musiziert« und seit dieser Spielzeit als Praktikantin an der Philharmonie Südwestfalen engagiert. Den Zwischenpart des bekannten Jenkins-Stückes gestaltete Freund. Sie gehört dem Volkschor seit 2004 als aktive Sopranistin an. Ihre Flötistinnen-Laufbahn startete sie mit sechs Jahren in Emmendingen. Im Blockflötenorchester von Fritz Leimenstoll spielt sie Sopran-, Alt- und Tenorflöte. Weiter ging es im Repertoire mit dem Mondchor aus der Operette »Die lustigen Weiber von Windsor« von Otto Nicolai und den beiden Verdi-Liedern »O Signore« aus »I Lombardi« und dem Gefangenenchor »Va, pensiero« aus der Oper »Nabucco«. Der Chor begeisterte ferner mit Spirituals und Gospels wie »Poor Man Lazarus« oder »Soon ah will be done«.

Ihr Debut auf der Dortelweiler Bühne gab Sopranistin Katharina Kutsch mit zwei Stücken von Giacomo Puccini, mit der 1896 geschriebenen Arie »Quando ménvo« aus »La Bohéme« und dem Lied »O mio babbino caro« (»Väterchen, teures höre) der Loretta aus »Gianni Schicchi«. Im Franz Lehár-Medley schlüpfte sie in die Rolle der Giuditta und sang die Arie »Meine Lippen, die küssen so heiß«.

Mit Tenor Wolfgang Häfner und Bass Herbert Häfner trat ein stimmlich starkes Duo auf, das in unterschiedlichen Partien im Solo und als Duett überzeugte. Häfners ausdrucksstarker Bass verlieh Liedern wie »Swing low« oder »Old Man River« eine eigene Note. Die tragende Stimme könnte gut auf einem über den Mississippi fahrenden Theaterschiff erklungen sein. Bruder Wolfgang überzeugte mit »Perhaps Love« von John Denver ebenso wie mit »Dein ist mein ganzes Herz« aus Franz Lehárs »Land des Lächelns«. Ein hinreißendes Duett gaben die Brüder mit dem Lied »Ich bin der Prodekan« aus Carl Zellers »Der Vogelhändler«. Die beiden »Prüfer« des Protagonisten Adam wurden für ihre lustige Geschichte mit spontanen Beifall belohnt.

Dem Auftritt des Duos stand der Chor in nichts nach, als er Melodien wie »Das Kutschenlied« und »Oklahoma« aus dem gleichnamigen Musical von Richard Rodgers schwungvoll interpretierte. 1957 feierte die »West Side Story« von Leonard Bernstein ihre Uraufführung. Thematisch griff sie in »Tonight« das Einwandererthema und das »Julia und Romeo«-Motiv auf. New York treu blieb der Chor auch bei seinem auf Deutsch gesungenen Medley aus Andrew Lloyd Webbers Musical »Jesus Christ Superstar«.

Kutsch und Häfner brillierten mit dem Duett »Lippen schweigen« aus Lehárs »Die lustige Witwe«. Die beiden Solisten amüsierten sich bereits vor dem ersten Ton köstlich, da der Größenunterschied zwischen der zierlichen Sängerin und dem stattlichen Tenor eklatant ist. Auf die harmonische Interpretation hatte dieser Unterschied jedoch keinen Einfluss. Der Chor gab erneute Kostproben aus seinem breit gefächerten Repertoire mit der ruhigen Weise »Dirait'on« sowie den fröhlichen Liedern »Wäre meine Seele scharf geschliffen« und »Top of the World«.

Alle verabschiedeten sich gemeinsam mit Udo Jürgens Schlager »Ich war noch niemals in New York«. Das Publikum klatschte im Takt und sang begeistert den Refrain lautstark mit. Das da capo erklatschten sich die Zuschauer stürmisch. Die Mitwirkenden bedankten sich winkend bei ihren Zuschauern für den anhaltenden Beifall.

Erleichtert grüßte Chorleiter Seiler, der seit 20 Jahren die Geschicke des Chores leitet. Er pflegt mit dem gemischten Chor nicht nur die Freude am Gesang und alte Traditionen, sondern auch zeitgemäßes Repertoire. Die 1. Vorsitzende Karola Schneider bedankte sich mit Blumen und Küsschen bei den Solisten und dem Moderator.



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