25. September 2008, 20:22 Uhr

Neue Kraft, um mit Diabetes leben zu können

Bad Vilbel (koe). Rund acht Millionen Diabetiker gibt es in Deutschland. Ein kleiner Teil hat diese Krankheit bereits seit der Kindheit. Die Mehrheit, etwa 95 Prozent, leidet aber an Typ-2, der so genannten Altersdiabetes, erklärte Rudolf Litke, Sprecher der Diabetes Arbeitsgemeinschaft. Er hat zusammen mit Professoren und Medizienern den 4. Diabetikertag in der Quellenstadt organisiert.
25. September 2008, 20:22 Uhr
Ulrike Müller (r.) zeigt Besuchern des Diabetikertages im Kurhaus, wie die neuesten Blutzuckermessgeräte funktionieren. (Foto: Köhnkow)

Bad Vilbel (koe). Rund acht Millionen Diabetiker gibt es in Deutschland. Ein kleiner Teil hat diese Krankheit bereits seit der Kindheit. Die Mehrheit, etwa 95 Prozent, leidet aber an Typ-2, der so genannten Altersdiabetes, erklärte Rudolf Litke, Sprecher der Diabetes Arbeitsgemeinschaft. Er hat zusammen mit Professoren und Medizienern den 4. Diabetikertag in der Quellenstadt organisiert. Etliche Betroffene kamen am Mittwoch im Kurhaus zusammen, um sich über neueste Behandlungsmethoden zu informieren und sich auszutauschen.

So auch Christine Dehler und Manfred Schütz. Sie war bei der Veranstaltung eine der wenigen, die bereits seit Kindertagen Diabetikerin ist. »Ich habe meinen Alltag darauf eingerichtet. Das Schlimme ist die Angst vor den Folgeerkrankungen«, sagte Dehler. Bereits als Kind hätten ihr Ärzte gesagt, sie könne erblinden, müsse an die Dialyse und werde niemals Kinder bekommen. Heute ist das anders: »Patienten müssen sehr gut auf sich achten und ihre Zuckerwerte im Blick haben. Mit entsprechender Ernährung und der richtigen Medikation kann man viel machen«, erklärte Litke. Verschiedene Vorträge widmeten sich deshalb der Information der Betroffenen. Dabei ging es um Fehler in der Therapie, Über- und Unterzuckerung und darum, wie man seine Füße richtig pflegt. Litke freute sich besonders über den guten Zulauf: Etwa 160 Betroffene hörten sich die Referate durchschnittlich an. Auch danach kamen immer wieder Frauen und Männer auf den Sprecher der AG zu, um Fragen zu stellen: »Jeder versucht, seinen Weg zu finden, mit der Krankheit zu leben.« Daher bildeten sich immer wieder Gruppen, in denen über die eigenen Erfahrungen gesprochen wurde.

So auch am Stand von Ulrike Müller. Sie verteilte kostenlose Blutzuckermessgeräte an die Teilnehmer und informierte über die neueste Technik: »Einige Modelle haben besonders große Zahlen für Senioren und wenig Knöpfe«, erläuterte sie. Die Geräte sind nicht größer als eine Scheckkarte, sind aber für Diabetiker lebenswichtig: »Man muss seinen Zuckerwert kennen und immer kontrollieren. Das gehört zum Tagesablauf dazu«, sagte Manfred Schütz. Er ist seit 20 Jahren betroffen. Gemerkt hat er von der Krankheit zunächst nichts: »Unendlichen Durst hatte ich - das hörte auch nachts nicht auf«, erinnerte er sich. »Der Körper möchte den hohen Blutzucker loswerden und ausschwemmen. Das kann er nur mit entsprechend viel Flüssigkeit - daher der immense Durst«, so Experte Litke.

Das ist nur eines von möglichen Symptomen, die ein Diabetiker haben kann. Müdigkeit, Antriebslosigkeit oder Schwächegefühle kommen hinzu. »Das sind Anhaltspunkte. Sicherheit bringt nur ein Test«, sagte Litke. Wenn die Krankheit bereits in der näheren Verwandtschaft aufgetreten ist und man vermehrt Durst hat, sollte man zum Arzt gehen. Das Wichtigste sei bei dieser »Wohlstandskrankheit« aber immer noch die Vorbeugung. »Wir essen zu viel Zucker, zu viel Fett und zu viel Fleisch«, meinte Litke. Wer sich dann noch zu wenig bewegt, riskiert dick zu werden, und die Gefahr für Diabetes steigt. »Mit gesunder Ernährung und viel Sport kann man einiges erreichen.« Man dürfe eben nur so viele Kalorien zu sich nehmen, wie man tatsächlich wieder verbrennt. »Auch Betroffene können mit gesundem Essen und viel Bewegung so ihre Zuckerwerte unter Kontrolle bringen und möglichst lange ganz normal leben«.

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