19. September 2008, 15:44 Uhr

Gründungspräsidentin wird Ehrenmitglied

Bad Vilbel (cf). Auf der Mitgliederversammlung des Kunstvereins ging am Mittwochabend eine Ära zu Ende. Gründungspräsidentin Brigitte Reich (66) stand nach Ablauf ihrer Amtszeit nicht mehr zur Wiederwahl zur Verfügung. Im Namen aller 436 Mitglieder dankten ihre vier Vorstandskolleginnen ihr für ihren unermüdlichen Einsatz. Reich wurde zum ersten Ehrenmitglied des Vereins ernannt. Die langjährige Vorsitzende hatte den prosperierenden Kunstverein als Gründungspräsidentin zwölf Jahre lang mit aufgebaut und geführt. Legendär sei das diplomatische Geschick von Reich, lobten Mitglieder.
19. September 2008, 15:44 Uhr
Cornelia Weinheimer dankt Brigitte Reich für zwölfjährige Vorstandsarbeit. (Foto: Fauerbach)

Bad Vilbel (cf). Auf der Mitgliederversammlung des Kunstvereins ging am Mittwochabend eine Ära zu Ende. Gründungspräsidentin Brigitte Reich (66) stand nach Ablauf ihrer Amtszeit nicht mehr zur Wiederwahl zur Verfügung. Im Namen aller 436 Mitglieder dankten ihre vier Vorstandskolleginnen ihr für ihren unermüdlichen Einsatz. Reich wurde zum ersten Ehrenmitglied des Vereins ernannt. Die langjährige Vorsitzende hatte den prosperierenden Kunstverein als Gründungspräsidentin zwölf Jahre lang mit aufgebaut und geführt. Legendär sei das diplomatische Geschick von Reich, lobten Mitglieder.

In ihrem Rückblick sagte Reich, dass die Gründung der Kunstschule, die Suche nach geeigneten Räumen, die Organisation der Sommerfeste und die Integrationsarbeit aller Gruppierungen in den Gesamtverein zu ihren größten Herausforderungen gehörten. Kennengelernt hatten sich die Krankengymnastin Brigitte Reich, die Verwaltungsangestellte Cornelia Weinheimer und die medizinisch-technische Assistentin Gitta Junge vor zwölf Jahren. Das Trio wollte einen VHS-Kurs Malen besuchen. Da dieser mangels Interesse nicht zustande kann, die Stadt jedoch die Räume zur Verfügung gestellt hatte, malte das Trio zwei Jahre lang auf eigene Faust.

Die Idee zur Gründung des Kunstvereins brachte Weinheimer aus Dresden mit. Sie berichtete ihren beiden Malerfreundinnen begeistert davon. »Das machen wir«, sagte Reich spontan. Das Trio wollte einem »Kunstverein zum Anfassen« für Menschen jeden Alters gründen, die Freude am Malen und Zeichnen haben, von elitären Kunstvereinen sollte er sich wohltuend abheben. Das Vorhaben ist gelungen, viele Klippen wurden umschifft und Mitstreiter gewonnen.

Reich bleibt dem Kunstverein als Mitglied erhalten. »Ich freue mich darauf, wieder mehr Zeit zum Malen zu haben. Und ich werde eine eigene Ausstellung machen.« Als Vorsitzende habe sie sich in diesem Punkt immer zurückgehalten. Ebenfalls abgelaufen war die Amtszeit der beiden Vorstandsmitglieder Cornelia Weinheimer und Gitta Junge. Beide stellten sich zur Wiederwahl und wurden einstimmig für weitere drei Jahre im Vorstand bestätigt.

Auf der Tagesordnung stand auch eine Satzungsänderung. Die Anzahl der Vorstandsmitglieder wurde von fünf auf sieben erhöht. Diese wählen aus ihrer Mitte einen Vorsitzenden. Die Änderung ging auf Wunsch des amtierenden Vorstandes zurück, dem neben Reich, Weinheimer und Junge noch Herta Maria Reitz und Doris Illian angehörten. Die ehrenamtliche Vorstandsarbeit soll auf mehr Schultern verteilt werden. Neu in den Vorstand gewählt wurden Stephanie Grupe (45) und Claudia Hüttl (64). Die gebürtige Münchnerin Grupe kommt aus dem PR- und Marketingbereich, ist seit vier Jahren im Kunstverein aktiv und hat in Dortelweil ein Atelier. Die gelernte landwirtschaftlich-technische Assistentin Hüttl gehört seit zehn Jahren dem Verein an. Die ehemalige Leiterin der Stadtbücherei ist vor allem im Literaturzirkel und bei den Erbsenlesungen aktiv.

Nach dem Ausscheiden von Reich hat der Vorstand des Kunstvereins jetzt sechs Mitglieder. Diese wählen auf der nächsten der monatlich stattfindenden Vorstandssitzungen aus ihrem Kreis das neue Führungsduo.

Nur wenige Männer

Zur Einstimmung auf die Mitgliederversammlung hatten Doris Illian ihren Film zur Einweihung und Eröffnung der Kunstschule im Sommer 2007 gezeigt. Alle Vorstandsfrauen hatten aus ihren Ressorts berichtet. Im vergangenen Jahr fanden 47 Kurse mit 345 Teilnehmern statt, darunter 200 Kinder. Durch neue Angebote wie Workshops zur Kunstgeschichte, Goldschmiedekunst oder Druck sowie die Frühförderung von Kleinkindern konnten neue Mitglieder und Kursteilnehmer gewonnen werden. Beliebt bei Kindern seien vor allem Ferienangebote in der Holzwerkstatt oder die Art & Fun-Kurse, bei denen Kunstunterricht in englischer Sprache stattfindet.

Erfreuliches konnte Illian von den Erbsenlesungen berichten, die durch neue Sponsoren fortgeführt werden. In der Artothek stehen Bürgern 250 Werke von 20 Künstlern zur Auswahl, wie Reitz berichtete: »Wir konnten alle Kunden halten und haben eine Familie aus Aachen dazugewonnen. Die haben unser Angebot im Internet entdeckt, kamen nach Bad Vilbel und liehen sich Bilder aus, mit denen sie nach eigenem Bekunden glücklich sind.« Zurzeit hat der Kunstverein 436 Mitglieder, davon 240 Erwachsene (»nur« 55 Männer), und 196 Kinder.

Schlagworte in diesem Artikel

  • Goldschmiedekunst
  • Kunst- und Kulturschulen
  • Kunstvereine
  • Vorsitzende von Organisationen und Einrichtungen
  • Vorstandsmitglieder
  • Schlagwort zu
    Meine Themen

    Sie haben bereits 15 Themen gewählt

    Sie folgen diesem
    Thema bereits

Klicken Sie auf ein Schlagwort, um es zu „Meine Themen” hinzuzufügen oder weitere Inhalte dazu zu sehen.


0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos

Kommentare

Kommentar hinzufügen