22. Februar 2008, 18:27 Uhr

Keine Mehrheit für eine breitere Brücke

Bad Vilbel (süd). Wenn man die herkömmlichen Klischees heranzieht, war es eine verkehrte Welt. In der Stadtverordnetenversammlung am Mittwochabend im Kulturforum in Dortelweil beantragten die Bündnisgrünen, die zum Sportgelände führende Brücke an der Untergasse in Dortelweil zu erweitern oder eine neue zu bauen.
22. Februar 2008, 18:27 Uhr
Dieses Nadelöhr auf dem Weg zum Sportgelände in Dortelweil-Alt ist den Grünen ein Dorn im Auge. Ein Antrag auf Erweiterung der Brücke scheitert jedoch im Parlament. (Foto: Südhoff)
Alle anderen Fraktionen jedoch sprachen sich dagegen aus. Nun sind die Grünen aber keineswegs zur Betonfraktion mutiert, sondern setzen sich für Fußgänger und Radfahrer ein: »Wir wollen eine Gefahrensituation entschärfen«, sagte Clifford Mattern.


Er begründete für die Fraktion den Antrag. Durch Erweiterungs- und Umbaumaßnahmen am Sportgelände sei insbesondere an Wochenenden starker Zuwachs an Verkehr zu verzeichnen. Es sei zu erwarten, dass dieser in den Sommermonaten weiter ansteige. Unterwegs seien in diesem Bereich neben den Autofahrern auch Fußgänger, Radfahrer und landwirtschaftliche Fahrzeuge. Die 1964 erbaute Brücke sei sehr schmal und stelle einen Engpass dar, der zu Verkehrskonflikten beitrage. Eine Erweiterung solle geprüft werden, sei die nicht möglich, sei ein Neubau geboten.

Bürgermeister Dr. Thomas Stöhr erwiderte, dass die Situation nicht unbekannt sei. An Engstellen müssten die Verkehrsteilnehmer jedoch Rücksicht nehmen und könnten nicht nach Herzenslust Gas geben. Eine Verbreiterung sei aus Konstruktionsgründen ausgeschlossen. Eine neue Brücke würde rund 420 000 Euro kosten, die alte weise jedoch bisher keine Schäden auf. Landwirte würden sie nicht befahren, da schon die Untergasse zu schmal für deren Fahrzeuge sei. Außerdem habe er mit Anwohner gesprochen, so Stöhr. Die würden eine Zunahme des Verkehrs befürchten, wenn die Brücke verbreitert würde.

Das bestätigte auch Werner Neuß von der SPD-Fraktion, der ebenfalls mit Bewohnern der Untergasse gesprochen hatte.
Für die CDU-Fraktion lehnte Andreas Cleve den Antrag ab. Auch er forderte von den Verkehrsteilnehmern gegenseitige Rücksichtnahme. Peter Paul versuchte noch, weitere Stadtverordnete vom Grünen-Antrag zu überzeugen. Fußgänger und Radfahrer seien auf dieser Brücke die schwächeren Verkehrsteilnehmer. Vielleicht sei es zumindest möglich, für diese Gruppen eine eigene Brücke an die bestehende anzuhängen.

Bei der Abstimmung stimmten mit Ausnahme der Antragsteller alle anderen Fraktionen gegen das Ansinnen. Zudem scherte Alf Haubitz von den Grünen aus und enthielt sich der Stimme.

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