12. Juni 2016, 18:43 Uhr

Gärten und Autos nach Starkregen unter Wasser

Bad Vilbel (pe). Bayerische Verhältnisse in Bad Vilbel? Nach stundenlangen heftigen Regenfällen am Sonntagmorgen fühlten sich einige Anwohner und vor allem die Kleingärtner am Hainwinkel an die Unwetterszenen von vor zwei Wochen erinnert. Die Feuerwehr war stundenlang im Einsatz.
12. Juni 2016, 18:43 Uhr
Die starken Niederschläge gestern Morgen in Bad Vilbel haben zu Schlammwasser in der Ritterstraße geführt. (Foto: Red)

Saci Murat lächelt in die Kamera des WZ-Redakteurs, allerdings nur während das Foto gemacht wird. Ansonsten ist ihm am Sonntagnachmittag eher weniger zum Lachen zumute. »60 Zentimeter hoch stand bei mir das Wasser«, sagt der Mann, der in der Kleingartenanlage am Hainwinkel gleich zwei Gärten mit zusammen 484 Quadratmetern bewirtschaftet. Um 11 Uhr hatte er den Schaden entdeckt. Es dauerte nicht lange, da rollte die Feuerwehr heran. Anwohner aus dem Bereich Ritterstraße/Friedrich-Ebert-Straße hatten die Einsatzkräfte gerufen, weil sie aus dem Fenster gesehen hatten. Parkende Autos standen 30 Zentimeter in schlammigem Wasser. Das war die Folge davon, dass sich aus dem nahen Stadtwald schlammige Brühe in Richtung Wohngebiet gewälzt hatte. Stadtbrandinspektor Karlheinz Moll, der mit 23 Kräften stundenlang im Einsatz war, hatte dafür eine Erklärung: »Die Waldböden sind nach den Niederschlägen vollgesogen. Die nehmen nichts mehr auf.« Das Dreckwasser führte schließlich dazu, dass die Abflüsse in der Gegend verstopft waren und somit die großen Regenmengen gar nicht mehr hatten abfließen können.

Tiefdruck über Rhein-Main

Diesen Starkregen hatten die Meteorologen vorgestern Abend übrigens vorausgesehen, allerdings nicht exakt sagen können, wo genau die schweren Niederschläge fallen würden. Ursache war ein Tiefdruckgebiet, das exakt über dem Rhein-Main-Gebiet lag.

»So etwas habe ich noch nicht gesehen«, sagte Murat der WZ. Vor zehn Jahren habe sein Garten schon mal unter Wasser gestanden, »allerdings nur zehn Zentimeter«. Seit 17 Jahren bewirtschaftet er mit seiner Familie das Grundstück. Gestern musste er mit ansehen, wie seine Salate, Gurken, Zuccini und sämtliche andere Pflanzen im Dreckwasser ertranken. Auch die hölzernen Sitzmöbel sind in Mitleidenschaft gezogen. »Dafür habe ich 2000 Euro bezahlt«, zeigt der Kleingärtner auf die massiven hölzernen Bänke und Tische.

Die Nachbarn Birgit Würtenberger und Waldemar Konkol hatte es nicht ganz so heftig erwischt. Dagegen beklagt Sebastian Kmieciak erhebliche Schäden. Die gesamte Elektrik sei kaputt, in der Gartenhütte habe das Wasser kniehoch gestanden, zeigt er auf die nasse Wand. »Eigentlich wollten wir heute Abend hier im Freien Fußball gucken, aber das kann man jetzt vergessen«, bedauert er.

Für die Nachmittagsspiele der EM hatte in der Kleingartenanlage sowieso niemand Zeit. Die sieben betroffenen Kleingärtnerfamilien ebenso wenig wie die Wehrleute, die bis in die Abendstunden damit beschäftigt waren, das Wasser aus den Gärten zu pumpen. Derweil machten sich einige Wenige auf den Weg in den Wald. Weit kamen sie nicht: Die völlig aufgeweichten und mit Pfützen übersäten Wege verhinderten einen gemütlichen Sonntagsspaziergang.



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