28. April 2016, 18:13 Uhr

Glückwunsch, Alte Mühle!

Bad Vilbel (cf). Vor 25 Jahren feierte das Kulturzentrum Alte Mühle seine Eröffnung. Es besteht aus einer Theater- und Kleinkunstbühne, Kino, Restaurant-Café und einer Galerie. Sie ist über die Grenzen der Stadt hinaus bekannt und ein beliebter Treffpunkt für Kulturschaffende. Wer einmal hier auf der Bühne stand, kommt immer wieder gerne.
28. April 2016, 18:13 Uhr
Frauenpower in der Alten Mühle: die Leiterin des Theaters, Gesine Otto (r.), und Maike Göbel, die ein Freiwilliges Soziales Jahr in der Alten Mühle absolviert. (Foto: Christine Fauerbach)

Den Grundstein für das heutige Kulturzentrum legte die Stadtverordnetenversammlung am 27. November 1984 mit dem Beschluss, das Anwesen zu kaufen. Ein Jahr später ging die Mühle für 1,222 Millionen Mark in städtischen Besitz über. Den im Februar 1986 ausgeschriebenen Architekturwettbewerb entschieden im Mai 1986 die
Architekten Menzel & Moosbrugger aus Heusenstamm für sich. Am 5. Oktober 1988 erfolgte die feierliche Grundsteinlegung.

Die Stadt Bad Vilbel baute die ehemalige Getreidemühle mit Zuschüssen des Landes Hessen für 7,8 Millionen Mark um und aus. Zum an der Nidda gelegenen Gebäudekomplex gehören zwei Fachwerkbauten aus dem 18. Jahrhundert, ein ehemaliges Wohnhaus und die Remise. In ihnen sind das Büro der Theaterleiterin, eine Musik-, Theater- und Töpferwerkstatt untergebracht. Ausgestattet ist das Kulturzentrum mit einer Künstlerwohnung, einem Probenraum und einer Galerie. Der damalige Bürgermeister Günther Biwer schrieb im Grußwort der Extra-Ausgabe der kostenlosen Jugend- und Stadtzeitung »Impuls«: »Ein Traum ging in Erfüllung. Unser Kulturzentrum ›Alte Mühle» hat seine Pforten geöffnet.«

Der Bau und Umbau war in die »einfache« Stadterneuerung eingebettet, dessen zentrales Projekt die Mühle war. Saniert wurde zugleich die angrenzende Lohgasse. Die ehemalige Getreidemühle mit ihren Nebengebäuden gehört nach Angaben des Stadtchronisten Willi Giegerich neben dem Alten Rathaus und der Wasserburg zu den ältesten Gebäuden der Stadt. Erstmals urkundlich erwähnt wird sie 830 im Lorcher Reichsurbar. Die Mühle wurde oft umgebaut. 1785 verursachte ein Brand schwere Schäden, 1896 folgte ein zweiter Brand. 1942 stürzte das Mühlengebäude infolge eines Hochwassers ein. Ihren »Wasseranschluss« verlor die Mühle mit der Begradigung der Nidda 1960. Fundamente des mittelalterlichen Baus finden sich noch in den Grundmauern des mittleren Teils. Dominiert wird das Mühlenensemble durch das 1900 erbaute fünfgeschossige ehemalige Lagergebäude. Es stand ursprünglich auf einer Insel zwischen der Nidda und dem inzwischen verfüllten Mühlgraben. Aus wirtschaftlichen Gründen wurde in den 1950er Jahren der Mühlenbetrieb eingestellt und das Areal lange nicht genutzt. Mit der Eröffnung als Kulturzentrum erweckte man die Mühle aus ihrem Dornröschenschlaf.

Mit dem Namen Biwer verbunden

Seither bildet die Alte Mühle von September bis Juni den Mittelpunkt des kulturellen Lebens in der Stadt. Das Programm mit Veranstaltungen in den Bereichen Theater, Kabarett Chanson, Comedy, Musik und Kindertheater ist bei den Bürgern in Stadt und Region gefragt. Bekannte Künstler wie auch Newcomer feiern auf der Theaterbühne im 180 Zuschauer Platz bietenden Saal ihre Premieren oder Vor-Premieren. Bereits der verstorbene Bürgermeister Biwer hatte in seinem Grußwort prophezeit: »Die Bürger in unserer Stadt werden mit dem ›Fuß» über die Akzeptanz entscheiden.«

In den 25 Jahren wurde das Theater Alte Mühle von 1991 bis 1995 von Klaus Rother und von 1996 bis 2016 von Maria Ochs geführt. Seit Jahresbeginn ist Gesine Otto die Leiterin. Das Kino Alte Mühle obliegt von Anfang Dennis Di Rienzo. Statt eines Festaktes werden im Jubiläumsjahr Künstler auftreten, die der Mühle seit ihrer Gründung die Treue halten, wie Jo van Nelsen und Sabine Fischmann. Bodo Wartke feiert am 20. Oktober sein 20-jähriges Bühnenjubiläum in der Mühle, die Band »Fools Garden« ihr 25-jähriges Bestehen am 14. Oktober und »Rock4« am 2. Dezember ihr 15-Jähriges.

»Viele Stars des Kabaretts kommen in die Alte Mühle, obwohl sie längst das Kulturforum füllen würden. Das Kulturzentrum war als Begegnungsstätte von Künstlern und Publikum konzipiert. Das Angebot wurde im Laufe der Jahre immer professioneller. Der Geist aus der Gründerzeit lebt neben dem professionellen Angebot weiter«, sagt Otto. Das Theater Alte Mühle ist zudem Mitveranstalterin des bekannten Internationalen Kinder- und Jugendtheaterfestivals »Starke Stücke« Rhein-Main.

Schlagworte in diesem Artikel

  • Architekturwettbewerbe
  • Brände
  • Galerien und Ateliers
  • Gründerzeit
  • Kabaretts
  • Kinos
  • Kleinkunstbühnen
  • Kunst- und Kulturzentren
  • Musikverein Griedel
  • Sabine Fischmann
  • Theater Alte Mühle Bad Vilbel
  • Theaterbühnen
  • Schlagwort zu
    Meine Themen

    Sie haben bereits 15 Themen gewählt

    Sie folgen diesem
    Thema bereits

Klicken Sie auf ein Schlagwort, um es zu „Meine Themen” hinzuzufügen oder weitere Inhalte dazu zu sehen.


0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos