03. März 2016, 17:43 Uhr

Schlechte Stimmung bei den Fahrgästen

Bad Vilbel/Nidderau (pe). Schlechte Stimmung bei den Fahrgästen der Niddertalbahn: Weil in den Wintermonaten häufiger Züge ausfielen, die Züge verspätet waren oder andere Pannen passierten, zitierte die Arbeitsgemeinschaft Nahverkehr Niddertal (AGNV) jetzt einen Vertreter der Bahn zur letzten Sitzung des Gremiums.
03. März 2016, 17:43 Uhr
Fällt schon mal aus oder ist unpünktlich: die Niddertalbahn.

Der Verkehrsdezernent des Main-Kinzig-Kreises, Matthias Zach, sagte, die hart erarbeitete Vertrauensbasis in die Zuverlässigkeit der Linie sei »gefühlt am Kippen«.

Von mehreren Fahrgästen sei die Unzufriedenheit über die Qualität der Niddertalbahn an die Geschäftsstelle sachlich herangetragen worden, ergänzte AGNV-Geschäftsführerin und Nidderaus Erste Stadträtin Monika Sperzel. »Momentan befürchten wir, Fahrgäste zu verlieren«, sagte sie in der Sitzung des Gremiums. Auch bei der WZ hatte sich Leser Martin Stingl über die Unzuverlässigkeit der Bahn beschwert und damit den Erfahrungen widersprochen, die der WZ-Redakteur im Dezember bei einigen Probefahrten gesammelt hatte.

Auf WZ-Anfrage präzisierte die Stadträtin weiter, seit Oktober bis einschließlich Januar seien 23 Züge komplett ausgefallen. Bei anderen sei es vorgekommen, dass Züge nicht optimal zusammengestellt gewesen seien. Optimal bedeutet für die Arbeitsgemeinschaft, dass die Dieseltriebwagen vom Typ Desiro im Berufsverkehr mit drei Einheiten verkehren sollen und nicht nur mit zwei. Zu alledem seien noch technische Schäden gekommen. Die Bahn sei häufig verspätet in Frankfurt angekommen, referierte Sperzel die Informationen vonseiten der Fahrgäste.

Der Vertreter der Deutschen Bahn habe in der Sitzung darauf verwiesen, dass es bei der Niddertalbahn eine Pünktlichkeitsrate von 94 Prozent gebe. Sperzel gab aber zu bedenken, dass die Deutsche Bahn dann von pünktlichen Züge spreche, wenn sie bis 4:59 Minuten verspätet am Ziel ankämen. »Für Berufspendler können die fünf Minuten aber eine Menge ausmachen«, sagte die Erste Stadträtin der WZ. Die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft wollen wissen, wie es mit der Pünktlichkeit für einen Zeitraum von drei Minuten aussehe. Dazu habe der DB-Vertreter nichts sagen können, so Sperzel.

Er habe indes zugegeben, dass es zu signifikant erhöhten Betriebsstörungen gekommen sei. Er erklärte für die Mitglieder »nachvollziehbar«, dass die einzelnen Störfälle jeweils eine andere Ursache gehabt hätten. Die DB Regio konnte bisher keine eindeutige Ursache feststellen. Jedem einzelnen Zugausfall habe eine andere Ursache zugrunde gelegen, daher habe man nicht sofort bzw. nicht schneller die Ausfälle in den Griff bekommen können. Die AGNV forderte, dass alles dafür getan werden müsse, zukünftig Zugausfälle auszuschließen. »Der Vertreter der DB Regio bestätigte dem Gremium glaubhaft, dass es die höchste Priorität im Betriebsablauf der Niddertalbahn sei, Störfälle auszuschließen«, heißt es in einer Pressemitteilung. Das Zugführer-, Zugpersonal- und Dispositionsteam würden mit Hochdruck daran arbeiten, die Qualität wieder zu verbessern. Man sei intensiv und gründlich auf Fehlersuche.

Für Gleisausbau

Die Mitglieder der AGNV waren sich laut Sperzel darüber einig, dass die DB Regio an der Fehlervermeidung dranbleiben und die Kommunikation am Bahngleis verbessert werden müsse.

Eine der wichtigsten Aufgaben der AGNV bestehe darin, Fahrgäste für die Niddertalbahn zu werben, um noch mehr Autos von den Straßen zu holen. Es könne doch nicht sein, dass die Bundesstraßen 3 und 521 immer mehr verstopfen, aber die Alternative Bahn nicht zufriedenstellend funktioniere. Die Kreise und die Anliegerkommunen würden darauf pochen, »dass der Betrieb der Niddertalbahn wieder zuverlässig ist und die Fahrgäste wieder zufrieden sind«.

Verabredet wurde, dass die DB nach erfolgter Fehleranalyse und der Erstellung eines Maßnahmenkonzeptes zur Verbesserung der Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit des »Stockheimer Lieschens« zeitnah zu einem Termin einladen soll.

Sperzel ergänzte gegenüber der WZ noch, dass man mittlerweile beim Regionalverband Frankfurt/Rhein-Main vorstellig geworden sei, damt die Strecke aufgewertert werde. Es könne nicht sein, dass hier vor 2027 nichts passiere. »Wir müssen jetzt an einem besseren Produkt arbeiten.« Wie berichtet, fordern die Anliegergemeinden den zweigleisigen Ausbau der kompletten Strecke.



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