10. Februar 2016, 19:53 Uhr

Bagger sollen bald anrücken

Bad Vilbel (ach). Die Nidda ist auf großen Strecken in Karben, Dortelweil und Bad Vilbel renaturiert worden, jetzt rückt auch der naturnahe Umbau der Nidder, die in Gronau in die Nidda mündet, in greifbare Nähe. Wie Stadtrat Klaus Minkel auf WZ-Anfrage sagte, sollen, wenn alles nach Plan laufe, die Bagger in diesem Jahr anrücken.
10. Februar 2016, 19:53 Uhr
Die Nidder in Gronau soll renaturiert werden. (Foto: Antje Christ. Grunenberg-Heuer)

Umgestaltet werden soll der gesamte Gronauer Nidder-Abschnitt von der sogenannten Korn-Siedlung bis zur Mündung in die Nidda. »Die Stadt hat nördlich der Nidder dafür seit 20 Jahren Grundstücke aufgekauft«, berichtet Minkel. Bis auf wenige Ausnahmen, seien jetzt fast alle benötigten Grundstücke im Besitz der Stadt. Dr. Hansgeorg Jehner habe zugesagt, dass die Gerty-Strohm-Stiftung, die er verwaltet, das Projekt finanzieren werde. Über die Höhe des Finanzbedarfs konnte Minkel noch nichts sagen: »Erst wenn die Planung gemacht ist, sprechen wir über Geld.«

Im Naturschutzgebiet nördlich der Nidder, einem Überschwemmungsgebiet, leben laut Minkel 20 seltene Vogelarten, darunter Raritäten und auf der Roten Liste stehende Arten wie der Kiebietz, die Grauammer und die Bekassine. Auch der Eisvogel sei an der Nidder schon gesichtet worden. Mit den Planungen solle der Bad Vilbeler Gewässerökologe Gottfried Lehr beauftragt werden. Die Pläne müssen dann mit den Behörden abgestimmt werden. Aber diese seien laut Minkel sollen Projekten wohlgesonnen, so dass es keine Probleme geben dürfte.

Lehr wusste davon gestern Mittag selbst offiziell noch nichts. Er rechnet wohl aber damit, dass man auf ihn zukomme, wenn die Pläne erstellt werden sollen. Denn er war in den vergangenen zwei Jahrzehnten auch für die Renaturierung der Nidda zuständig und zeigt sich von den Erfolgen des Rückbaus überzeugt. Die Nidder habe andere Probleme als die Nidda, sagt Lehr. Sie werde mehrfach gestaut, habe wenig Sande und Kiese. Der Fließwasserlebensraum werde so beeinträchtigt, es gebe wenig Fischwege, Lebensräume seien zerschnitten.

Ortsvorsteher Karl Peter Schäfer meint, Jehner hat mit vielen Projekten in und um Bad Vilbel unter Beweis gestellt, dass er die naturnahe Umgestaltung der Fließgewässer konsequent verfolge. Mit der Renaturierung der Nidder setzt sich dieses Engagement fort. Nun gelte es, Detailfragen wie die konkrete Ausgestaltung der Renaturierungsmaßnahme zu klären »Die Wiederanbindung des Scharmühlgrabens war ursprünglich Teil unserer Idee. Der hat sich aber mittlerweile zu einem besonderen Biotop und zum Rückzugsort für viele seltene Tier- und Pflanzenarten entwickelt. Daher wurde er von den Naturschutzbehörden als »GLB-geschützter Landschaftsbestandteil« eingeordnet. Das wollen wir erhalten und nicht ändern«, sagt Schäfer.

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