30. Dezember 2015, 18:53 Uhr

Gronauer bekommen ab Neujahr »Vilbeler Strom«

Bad Vilbel (cf). »Dies ist ein historischer Moment für Gronau«, sagt Bürgermeister Dr. Thomas Stöhr und drückt dann mit Ortsvorsteher Karl Peter Schäfer auf einen symbolischen Knopf. »Ab heute bekommt Gronau Bad Vilbeler Strom. Und damit wächst zusammen, was zusammengehört«, bekräftigt das Stadtoberhaupt.
30. Dezember 2015, 18:53 Uhr
Bürgermeister Dr. Thomas Stöhr (l.) und Ortsvorsteher Karl Peter Schäfer beim symbolischen Knopfdruck.

Mit diesem Knopfdruck im Feuerwehrgerätehaus Gronau nahmen die beiden vorweg, was in der Silvesternacht um 24 Uhr Realität wird: Die Stadtwerke Bad Vilbel GmbH (SWBV) übernehmen das Stromnetz in Gronau, womit langwierige Verhandlungen enden.

Seit 1971 gehört Gronau zur Stadt Bad Vilbel. Damals wechselte sie den Kreis und jetzt auch den Stromversorger. Früher gehörten die Gronauer zum ehemaligen Kreis Hanau, dann zum Altkreis Friedberg, heute zum Wetteraukreis. Den Strom lieferte früher die EAM, dann die E.ON Mitte AG und seit 2013 die E.ON-Tochter EnergieNetz Mitte GmbH (ENM). Die Stadtwerke übernahmen im Jahr 2000 das Stromnetz im restlichen Stadtgebiet von der OVAG. Der Konzessionsvertrag für Gronau verblieb jedoch damals zunächst noch bei der EAM.

Kaufsumme bleibt geheim

»Die Stadtwerke waren aber bereits seit dem 1. Januar 2013 Grundversorger in Gronau. Grundversorger ist jeweils das Energieversorgungsunternehmen, das die meisten Haushaltskunden in einem Netzgebiet der allgemeinen Versorgung beliefert. Da E. ON Mitte sich von ihrer Tochter trennte, ergab sich für die SWBV die Chance, das Gronauer Netz für mehr als 500 000 Euro zu kaufen«, sagt Dr. Ralph Franke. Der Geschäftsführer des hundertprozentigen Tochterunternehmens der Stadt betont, dass der Erwerb des Stromnetzes keine einfache Sache gewesen sei. Rechtliche Voraussetzungen für den Deal habe die Stadt vor sechs Jahren mit der Konzession geschaffen. Über die genaue Kaufsumme sei Stillschweigen vereinbart worden. Aber: »Damit werden die SWBV im gesamten Stadtgebiet Betreiber für alle Versorgungsnetze für Strom, Gas und Wasser. Mit dem heutigen Tag schließen wir den Prozess der Re-Kommunalisierung ab. Gronau ist der letzte Mosaikstein für die SWBV.«

Luis Fernandes, Controller und Regulierungsmanager der SWBV, informierte, dass die Stadtwerke nunmehr den Strom für knapp 700 Hausanschlüsse für circa 1200 Kunden liefern. Dafür wurden von Dortelweil über den Golfclub Lindenhof und den Gronauer Hof im Sommer und Herbst je zweimal 2,35 Kilometer Anbindungsleitungen vom neuen Vilbeler Umspannwerk nach Gronau verlegt, einmal 16 Kilometer Niederlassungsleitungen für die örtliche Versorgung sowie bis zu fünf Kilometer Mittelspannungsleitungen für die Versorgung der Gronauer Trafostation. Der Strom besteht nach den Worten von Stadtwerke-Betriebsleiter Andreas Barowski aus einem Energieträgermix, der zu knapp 67 Prozent aus erneuerbaren Energien und aus über 30 Prozent bei Vorlieferern an der Börse gekauftem Strom besteht. »Die Stadtwerke GmbH bezieht Strom von verschiedenen Lieferanten. Wir bieten zusätzlich zum Strom aus dem Energiemix auch einen Windstromtarif an, den wir zwar nicht kostendeckend verkaufen, der aber teurer ist«, informiert Franke.

Für die Kunden werden sich durch den Netzbetreiberwechsel keine Änderungen bei der Strombelieferung ergeben. Künftig werden jedoch die Stadtwerke auch in Gronau der Ansprechpartner bei Hausanschlüssen, Netzbaustellen und Störungen unter der Service-Nummer 0 61 01/52 88 00 sein. Durch die Eingliederung des Netzes ergeben sich Synergieeffekte bei der Nutzung des öffentlichen Straßenraumes. Bauherren haben für den Anschluss der drei Sparten Wasser, Gas und Strom nur noch einen Ansprechpartner.

Stromkunden erhalten Post

In den nächsten Wochen werden die Gronauer Hauseigentümer und Stromnetznutzer angeschrieben und über die Veränderung informiert. Schäfer sagte: »Mit dem heutigen Tag sind die historischen Verknüpfungen mit dem Altkreis Hanau gekappt. Wichtig sind die neuen Kunden für die Steigerung der Ertragskraft der SWBV. Durch die sich über Jahre hinziehenden Verhandlungen kam es Mitte 2004/05 vom damaligen Netzbetreiber zu einer hohen Nachzahlung an die Stadt. Die sechsstellige Summe floss in die Finanzierung des Kinderzentrums Gronau, Kita und Grundschule, ein.«

Zur Stromnetzübernahme begrüßte Stöhr zahlreiche Bürger, Stadtrat Udo Landgrebe, Stadtverordnete und seitens der OVAG Netz aus den Reihen des Vorstandes Rolf Gnadl. Der Gronauer Feuerwehrverein hatte 200 Portionen Kartoffelsuppe zubereitet. Zum Nachtisch verteilten die Stadtwerke Marmelade.

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