24. September 2015, 17:53 Uhr

Erst S-Bahn, dann Lieschen

Bad Vilbel (pm/ach). Weitere Planungen für den Ausbau der Niddertalbahn (Stockheimer Lieschen) hängen vom Bau separater S-Bahngleise an der Main-Weser-Bahn ab. Dies erfuhr der Dortelweiler FDP-Abgeordnete Jörg-Uwe Hahn auf eine sogenannte Kleine Anfrage im Landtag aus dem hessischen Wirtschafts- und Verkehrsministerium.
24. September 2015, 17:53 Uhr
Das »Stockheimer Lieschen« am Gronauer Bahnhof. (Foto: Antje Christ. Grunenberg-Heuer)

Staatssekretär Mathias Samson (Grüne) habe darauf hingewiesen, dass die Entwicklungspotenziale für die Niddertalbahn weitestgehend ausgeschöpft seien. Er habe dies mit der Behauptung begründet, dass das Fahrplanangebot mit den nach Frankfurt durchgebundenen Zügen angesichts der Engpass-Situation auf der Main-Weser-Bahn zwischen Bad Vilbel und Frankfurt-West sowie im Frankfurter Hauptbahnhof ohne einen Ausbau der Infrastruktur derzeit nicht mehr grundlegend zu verbessern sei. Aus diesem Grunde nehme die Landesregierung den Aufruf der Anrainer-Kommunen für eine kontinuierliche Weiterentwicklung der Niddertalbahn zwar ernst, könne ihn derzeit aber nicht umsetzen.

Mit Stolz habe die Landesregierung darauf hingewiesen, dass sich die Fahrgastzahlen von 1800 Reisenden vor 25 Jahren bei RMV-Gründung auf nunmehr weit über 6000 werktäglich mehr als verdreifacht habe.
Allein im Zeitraum der beiden letzten RMV-Großerhebungen zwischen 2004 und 2010 sei die Fahrgastnachfrage um 40 Prozent gesteigert worden. »Die Modernisierung der Strecke zwischen Stockheim und Bad Vilbel in den Jahren 2000 und 2008 sowie der Einsatz moderner Fahrzeuge habe zur Attraktivität der Verbindung beigetragen. Der weit überwiegende Teil der Fahrgäste auf der Niddertal hat Frankfurt am Main zum Ziel«, zitiert Hahn aus der Antwort.

Für den FDP-Politiker Hahn ist diese von einem Grünen erfolgte Aussage eine späte Bestätigung der Politik des FDP-Verkehrsministers Dieter Posch Anfang des letzten Jahrzehntes. »Es war ja nicht nur der Ausbau der Nordumgehung im Zuge der Landesstraße 3008, der in Bad Vilbel erfolgte und zu einer verkehrlichen Entlastung von Bürgern bis weit in den Main-Kinzig-Kreis hinein reichte. Es war auch der tatkräftige Ausbau des Stockheimer Lieschens, der einen Umstieg vom Auto auf die Bahn für zahlreiche Bürgerinnen und Bürger ermöglicht hat«, urteilt Hahn.

Im Jahre 2012, so der Antwort der Landesregierung weiter zu entnehmen, habe der RMV einen neuen Verkehrsvertrag geschlossen, der den Einsatz moderner Triebwagen, neuer leiser Dieselloks und modernisierter Doppelstockwagen auf der RMV-Linie 34 Stockheim-Frankfurt-Hauptbahnhof be
inhaltet habe. »Auch dieses waren die Ergebnisse der ÖPNV-Politik der Liberalen hessischen Verkehrsminister Dieter Posch und Florian Rentsch,« betont Hahn in seiner Presseerklärung.

Der Antwort sei auch zu entnehmen, dass die Niddertalbahn ein wichtiges Element des regionalen Schienennetzes des Rhein-Main-Gebietes sei, für das im regionalen Nahverkehrsplan des RMV allein bis 2020 eine erhöhte Verkehrsnachfrage von 12 Prozent prognostiziert wird.

»Ich finde es schade, dass zunächst der Ausbau der viergleisigen S-Bahn-Gleise zwischen Bad Vilbel und Frankfurt abgewartet werde. Vernünftig wäre es doch, jetzt bereits mit den Planungen für die Elektrifizierung zur betrieblichen Optimierung und Attraktivitätssteigerung der Niddertalbahn zu beginnen,« fordert Hahn.

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