22. September 2015, 09:23 Uhr

Dottenfelder Hof feiert reiche Ernte

Bad Vilbel (cf). Den vor der Tür stehenden Herbst im Spätsommer von seiner schönsten Seite erleben, konnten die zahlreichen Besucher beim traditionellen Herbstfest auf dem Dottenfelderhof. Getreu dem Motto »Feiern Sie mit uns eine reiche Ernte« hatte die Betriebsgemeinschaft die Tische reichlich für ihre Gäste gedeckt.
22. September 2015, 09:23 Uhr
Mit vollem Körpereinsatz holen Mika und Johannes aus den Oldenburger Äpfeln unter Anleitung von Kelterer Wolfgang Lazar den letzten Tropfen Saft heraus. (cf)

Zusätzlich konnten alle beim Mitmachprogramm rund ums Ernten, Keltern, Verwerten, Säen und Gestalten Hand anlegen.

Und so tauchten ganze Familien ins landwirtschaftliche Arbeiten ein. Es wurden Kartoffeln und Kürbisse geerntet, Äpfel gesammelt, Süßer gekeltert, Hühner gefüttert, den Kühen ein Strohbett bereitet und Roggen gesät. Nebenbei gab es viele Informationen beispielsweise zur Aktion »Zukunft säen« und über die hofeigene Züchtung von samenfestem Saatgut.

Bei den Kelterern Wolfgang Lazar und Jürgen Pfeiffer drehten Kinder im Akkord ihre zuvor gesammelten Äpfel durch die Apfelmühle. Der aus der Maische gewonnene Süße schmeckte ihnen. Gern setzten sie die Aufforderung der beiden Kelterer »Trinkt mehr Obst!« in die Tat um. Mitglieder der Interessengemeinschaft Zugpferde (IGZ) hatte Exemplare ihrer stolzen Kaltblüter mitgebracht. Die konnten die Besucher beim Ackerwagen-Geschicklichkteitsfahren beobachten. Der 1992 gegründete gemeinnützige Verein setzt sich europaweit für Naturschutz, Landschaftspflege, Forst- und Landwirtschaft mit Zugtieren nach ökologischen Regeln ein, wie Anne Geipel aus Bad Orb informierte. Zu den Zielen gehört eine tierschutzgerechte Haltung, Ausbildung und Nutzung, die Zucht arbeitstauglicher Pferde- und Rinderrassen, die Bewahrung und Erneuerung des Wissens um die Nutzung der Zugtiere, Ernte- und Feldarbeiten mit den starken Rössern. Viele Frauen und Mädchen nutzten im Innenhof die Gelegenheit, sich selbst Herbstkränze aus Blüten, Beeren, Buchsbaumzweigen, Rainfarn, Scharfgarbe, Eberesche, Strohblumen, Staticen (Strandflieder) und Buschrosen zu binden.

Gleich nebenan wurden auf dem Steintisch im Hof lustige bis gruselige Rübengeister geschnitzt oder bei Klaudia Rosalia Al-Halawani aus Wiesbaden Bälle gefilzt. Putzige Blumenkinder aus Filz für den Jahreszeitentisch bot die Frankfurter »Elfe« Susann Golenia an. An den Ständen konnten Gemüse, sechs Sorten Kartoffeln, zwei Sorten Quitten und 26 Sorten Äpfel verkostet werden. Lea Feur Sorgler (23), Gartenbau-Azubi im zweiten Lehrjahr, warb mit bunten Postkarten für die Schönheit und den Verzehr von sogenanntem »zweite Wahl Gemüse«. Es zeichnet sich durch interessante Formen aus, ist dadurch aber nicht auf den Märkten zu finden. Mit ihrer Auswahl an Kartoffeln in Herz- oder Embryoform, Löffeltomaten oder Paar-Karotten erregte sie Interesse. »Die Verbraucher entscheiden darüber, ob diese teils skurrilen oder lustigen »Wunderdinger aus der Erde« auf Märkten und in Geschäften zu finden sind.«

Für die Stärkung der Freizeitlandwirte standen Würstchen, Kaffee und Kuchen und vegane Stullen bereit. Große Aufmerksamkeit bei den Herbstfest-Besuchern erregte Sebastian Kußmann, der derzeit in der Züchtung ein Praktikum macht, am Stand der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL). »Vielen Verbrauchern ist nicht bewusst, dass Milch oft Gentechnik enthält, weil die Kühe mit gentechnisch veränderten Pflanzen gefüttert werden. Jeder Verbraucher muss sich selbst informieren woher die von ihm gekaufte Milch kommt, wie die Kühe gehalten und gefüttert werden. Kühe kommen von der Wiese und sie sind deshalb nicht dafür geschaffen Getreide zu fressen.« Derzeit bekommt ein Bauer für einen Liter Milch 28 Cent, für Bio-Milch zahlte er 47 Cent pro Liter. »Große Betriebe überfluten den Markt, leiten damit das Sterben kleiner Betriebe ein, um dann den Milchpreis nach Belieben diktieren zu können. « Achten sollten Verbraucher beim Milchkauf auf das grüne Label »Ohne Gentechnik«. Das EU-Label lege die Vorschriften in puncto Gentechnik diesem gegenüber großzügiger aus. »Kaufen sie am besten ihre Milch bei örtlichen Bauern. Nur hier können sie sich davon überzeugen, dass die Tiere Weidegang haben und Gentechnik freies Futter bekommen.«

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