05. August 2015, 18:53 Uhr

Entleihstation für iPads in Stadtbibliothek installiert

Bad Vilbel (ach). Die einen besuchen die Stadtbibliothek über der Nidda, um Zeitungen und Zeitschriften auf herkömmliche Art durchzublättern. Andere kommen, um sich ein iPad auszuleihen und damit entweder nach Belieben im Netz zu surfen, sich Apps herunterzuladen oder eben auch auf dem Tabletcomputer Online-Ausgaben von Zeitungen oder Zeitschriften zu studieren.
05. August 2015, 18:53 Uhr
Claus-Günther Kunzmann, Monika Wystrach und Marion Paetzke (l.) demonstrieren, wie die neue iPad-Station in der Stadtbibliothek funktioniert. (Foto: Antje Christ. Grunenberg-Heuer)

Seit Kurzem ist dort ein bundesweites
Pilotprojekt im Gange: In Zusammenarbeit mit dem Bibliotheks-Service EKZ wurde eine in das EDV- und Ausleihsystem integrierte Entleihstation für iPads in Betrieb genommen. Die EKZ ist der Anbieter, über den die Stadtbibliothek ihre Medien bezieht. Ein EDV-Experte der EKZ kam – angeregt durch die allerdings kostenpflichtige Praxis in einigen Hotels und durch ein Seminar – auf die Idee, eine solches Entleihsystem auch für Bibliotheken nutzbar zu machen.

Automatische Zurücksetzung

Claus-Günther Kunzmann, Fachbereichsleiter Kultur der Stadt Bad Vilbel, und das Büchereiteam um Leiterin Monika Wystrach und Mitarbeiterin Clarissa Schultze ist angetan von der neuen Technik, da sie ihnen die Arbeit erleichtern soll. Bislang nämlich war es Aufgabe von Bücherei-Mitarbeiterin Marion Paetzke, die Anwendungen der zurückgebrachten iPads manuell wieder zurückzusetzen auf die Grundfunktionen und beispielsweise vom Nutzer installierte Apps zu löschen. »Da hatte ich pro Gerät bis zu einer halben Stunden zu tun, um es für die nächste Ausleihe vorzubereiten«, berichtet Paetzke beim Pressetermin am Mittwochvormittag in der Stadtbibliothek. Das sei keine spannende Arbeit, meint Kunzmann, zumal sich die Handgriffeimmer wiederholt hätten. Deswegen sei man bislang mit dem Verleihen der derzeit vorhandenen sechs, demnächst dann zehn Tablet-PCs eher restriktiv verfahren. Die Mitarbeiterin könne nun in der Zwischenzeit etwas Sinnvolleres tun dank der neuen »kleinen Gerätschaft«, die »eine Einmaligkeit im Bibliothekswesen« sei, wie der Fachbereichsleiter meint. Durch das automatische Zurücksetzen der Anwendungen des vorherigen Nutzers dürfte auch dem Datenschutz eher genüge getan werden.

10 000 Euro kostet die Station, die gleich am Eingang des Gebäudes, eingebaut in einen dunklen Holzschrank, zu finden ist. Laut Kunzmann sind bei der Fachstelle für öffentliche Bibliotheken des zuständigen Ministeriums Landesmittel beantragt. Man hoffe auf einen Zuschuss für das »vergleichsweise teure« Gerät von etwa 50 Prozent, denn es gebe Richtlinien, wonach man von dieser Höhe ausgehen könne.

Test auf »Kinderkrankheiten«

Nun werde die Station im Ausleihbetrieb mit dem elektronischen Leseausweis auf »Kinderkrankheiten« getestet, sagte Kunzmann. Nutzer stecken ihre Bibliotheksausweiskarten in ein Lesegerät gleich neben der Tablet-Station und können daraufhin ein Pad herausnehmen. Sie sind dann als Nutzer registriert und dürfen den Mini-Computer einen Tag lang behalten. Sie können sich auch den WLAN-Schlüssel der Bücherei geben lassen und dann kostenlos surfen. Laut Schultze wolle man nun ein Profil für die Pads entwickeln. Dazu gehöre es zu testen, welche Apps aufgespielt werden sollen, die dann »im Zweifel auch Geld kosten werden«. Zudem ist geplant, Zeitungs- und Zeitschriften-Abos auf den Tablet-Computern einzurichten und den Bibliothekskunden anzubieten.

Kleiner negativer Begleiteffekt des neuen digitalen Angebots: Nutzer der Stadtbibliothek, die ihren Ausweis verloren oder gestohlen bekommen haben, sollten diesen sofort sperren lassen, damit nicht jemand ein kostspieliges Pad auf ihren Namen »dauerhaft mitgehen« lässt. Denn sie würden dann für den Schaden herangezogen.

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