08. Februar 2015, 13:33 Uhr

Hiesbach-Sitzung: Politiker bekommen ihr Fett weg

Bad Nauheim (cor). Dass die Flaaschworschd längst Kultstatus erreicht hat, war jedem schon im letzten Jahr klar. Jetzt hat bei der Hiesbach-Sitzung allerdings auch der Äppelwoi seine Hymne erhalten, was erneut dem starken Duo »Pianonsens« zu verdanken ist. »Magen oder Darm? Trink ihn warm.«
08. Februar 2015, 13:33 Uhr
Grüße von Frankenstein, klasse dargeboten von den »Labbeduddl«. (Foto: Corinna Weigelt)

Eigentlich wollten die beiden diesmal nichts Kulinarisches besingen. »Aber da kommt man in Hessen nicht dran vorbei.« Die Publikumslieblinge Haacky (Hans-Joachim Haack) und Robby (Hildmann) sind von der Sportheim-Bühne nicht wegzudenken. Sie sorgten auch am Samstag bei der Kostümsitzung der Hiesbach-Karnevalisten für viele Kracher.

+++ Zur Bildergalerie

Was die Bütt angeht, ist die Hiesbach bekanntlich bestens aufgestellt. Da wäre Manfred Schneider, der in diesem Jahr zum 33. Mal das Wort ergriff und sich als Frauenaufreißer outete. »Bei mir beißt jede an, ich bin ein Bild von einem Mann.« Wie’s geht, weiß er natürlich auch. »Nichts steigert mehr die Frauenlust als dichtes Haar auf Männerbrust.« Doch der Gentlemen genieße und schweige – schon klar.

Erstmals trat Elke Straub in die Bütt. Sie war mit der Oma im Schlussverkauf unterwegs – nicht ohne Tücken. Vom Gatten, Sitzungspräsident Holger Straub, gab es dafür ein Extrabussl. Zwei Kurgäste verkörperten Jörg Feindler und Inge Rauner-Gensrich. Bürgermeister, Therme, Elvis-Museum oder Kurorchester, alles wurde durch den Kakao gezogen. Auch der Bürgermeister a. D. kam dabei nicht zu kurz (»Der regt sich nicht mehr auf, sondern schreibt jetzt Leserbriefe in der WZ«). Bauen ohne Baugenehmigung? »Für kleine Sünden gibt’s ein Bußgeld, für große erntet man Verständnis.«

Die große Politik wurde von Steffen Tüscher, »Wirt vom Café Wichtig«, kritisch beleuchtet. Pegida, Putin, Deutsche Bahn oder Integration: Nicht immer sind es heitere Verse, die Tüscher auftischt. Er hielt den Gästen einmal mehr den Narrenspiegel vor und verwies mit einem »Je suis Charlie!« auf das Recht der freien Rede.

Seitenhiebe in Richtung Kommunalpolitik wurden bei der Sitzung reichlich verteilt, sei es durch die Hiesbach-Sänger oder »Pianonsens«: »Wer leert die Kassen zügig und schnell – Nell-Düvel«. Auch die Veganer bekamen von den Hiesbach-Sängern ihr Fett weg, mit einem grandios getexteten »Zigeunerschnitzel«, einfach herrlich.

Für reichlich Stimmung sorgten die Tanzgruppen »Sexy Knallerbsen«, »Labbeduddl« (tolle Frankenstein-Choreografie, angereichert mit einem »Time Warp«), »Schabernacks«, das Männerballett vom VWC Wisselsheim (Flashdance) oder die kecken »DanceFlowes«. Erstmals trat die siebenjährige Luise Rüppel als Mariechen auf und erntete starken Beifall. Einer der Höhepunkte wurde von der Tanzgarde präsentiert, die fürs nächste Jahr neue Gardekostüme benötigt. Spontan meldete sich Henry Christopher Alt von »Strese4 by Henry’s« aus dem Publikum, der die Anschaffung mit 500 Euro sponsert.

Kommen wir zum Schluss noch einmal auf Haacky und Ronny zurück (Gibt es da eigentlich schon eine Best-of-CD?). Gekonnt zogen die beiden gesanglich durch das wohl schönste Bundesland. »Wo babbelt und schwätzt man Hand in Hand? – Im Hessenland.« Nun wissen alle Besucher endlich, wo Hüttengesäß liegt oder dass man in Linsengericht Linsen bricht. Danke Haacky und Ronny, danke ihr Hiesbach-Karnevalisten für einen langen amüsanten Faschingsabend.



0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos