02. April 2014, 16:28 Uhr

Winterdienst-Bilanz: Überstunden diesmal kein Thema

Bad Nauheim (cor). Auf einen angenehmen Winter blicken Patricia Hofmann, Fachdiensleiterin Stadtbildpflege des Kur- und Servicebetriebs, und die Mitarbeiter des Bauhofs zurück.
02. April 2014, 16:28 Uhr
Der ausgefallene Winter ist für die Stadt aus finanzieller Sicht erfreulich: Brigitta Nell-Düvel und Patricia Hofmann (rechts) stehen vor einem vollen Salzlager. (Foto: Corinna Weigelt)

Die Streukästen in der Stadt werden dieser Tage wieder reingeholt. Weniger Frost bedeutete für den Baubetriebshof weniger Einsätze und Überstunden, das Bauamt freut sich über weniger Straßenschäden und Reparaturbedarf.

Die Bilanz von Erster Stadträtin Brigitta Nell-Düvel fällt positiv aus. Seien im Winterdienst 2012/2013 noch 3887 Einsatzstunden und ein Salzverbrauch von 446 Tonnen erforderlich gewesen, habe sich die Zahl der Arbeitsstunden im vergangenen Winter auf 739 reduziert. Nur 165 Tonnen Salz seien gestreut worden, Lager und Silos seien nach wie vor gut gefüllt, genug Material für die nächste Frostperiode.

78 Mitarbeiter sind laut Hofmann in der Kurstadt im Winterdienst aktiv, ihnen stehen zwei große und vier kleine Räumfahrzeuge zur Verfügung. Für Verkehrssicherheit sorgen die Beschäftigten auf Haupt- und Nebenstraßen mit einer Gesamtlänge von 300 Kilometern, 15 Kilometer Kurparkwege müssen ebenso gestreut und geräumt werden wie 157 Bushaltestellen sowie Grundstücke der Bürgerhäuser, Mehrzweckhallen, Kindergärten, Friedhöfe und des Rathauses. Besonderes Augenmerk sei auf Steigungen, Brücken und Behindertenparkplätze gerichtet. 30 Mitarbeiter haben nach Angaben Hofmanns wöchentlich Bereitschaftsdienst. Jederzeit könne das Handy klingeln, schließlich lasse sich Glatteis oder Frost nicht immer vorhersagen.

Kontrolle um 4 Uhr

»Wir pflegen die interkommunale Zusammenarbeit mit Friedberg und Butzbach«, erklärt Baubetrieb-Fachdienstleiter Norbert Klötzl, der auf dem Bauhof für die Sole zuständig ist. Manche Straßen in den beiden Nachbarstädten werden mit Bad Nauheimer Sole besprüht und so eisfrei gehalten. Klötzl und Kollegen müssen im Winter die Wetterprognosen stets verfolgen. Immer um 16 Uhr werde telefonisch abgeklärt, was in der nächsten Nacht zu erwarten ist, wie viel Personal und Material benötigt werden. Seien Frost, Neuschnee oder Glätte angekündigt, erweise sich ein Vorsprühen der Straßen (in der Regel um Mitternacht) als effizient. Das Kontrollfahrzeug fahre um 4 Uhr morgens, noch vor Beginn des Berufsverkehrs durch die Kurstadt. »Natürlich hatten wir schon die Situation, dass um 5 Uhr plötzlich Neuschnee eingesetzt hat«, erzählt Klötzl. »Das lässt sich nun mal nicht immer genau voraussagen.« Bei der Planung müssen auch Sonderfälle berücksichtigt werden. »Am Höhenweg ist es meistens zwei Grad kälter als in den tieferen Lagen der Stadt«, weiß Klötzl.

»Die Jungs sind ein eingespieltes Team, wissen, was zu tun ist«, sagt Erste Stadträtin Nell-Düvel. Die Routen der Fahrzeuge seien genau festgelegt. Ab 6 Uhr sind die Mitarbeiter im Einsatz, die an den Bushaltestellen, Überwegen und Behindertenparkplätzen ohne Einsatz von Fahrzeugen für Sicherheit sorgen.

Der letzte Winter war in Sachen Streuen und Schneeräumen rekordverdächtig ruhig. Das Personal hat trotzdem genug zu tun. »Weil der vorherige Winter so lang war, konnten andere Aufgaben nicht zeitnah abgearbeitet werden. Das konnte in den zurückliegenden Monaten erledigt werden«, sagt Klötzl. Außerdem seien nicht die üblichen Überstunden angefallen, die ansonsten während der Sommerzeit abgebaut werden müssten.

Kaum Frostschäden

Was die für den Winterdienst benötigte Solemenge (ein Feuchtsalz für bessere Bodenhaftung) angehe, orientiere sich der Bauhof immer an den letzten drei Jahren, kalkuliere Durchschnittswerte, erläutert Nell-Düvel. Im Haushalt setze die Kämmerei entsprechende Kosten an.

120 000 Euro hat die Stadt nach Angaben von Jürgen Patscha, Leiter des Fachbereichs Stadtentwicklung, im Tat 2014 für die Beseitigung von Frostschäden auf den Straßen angesetzt. Weil diesbezüglich fast keine Ausgaben erforderlich sind, werden die Haushaltsmittel nun unter anderem für die Steinfurther Hauptstraße (weggebrochene Bordsteine) und den Wirtschaftsweg zum Römerhof eingesetzt.

»Zum Glück hatten wir nicht wieder so einen harten Winter wie davor«, sagt Patscha. Im letzten Jahr hätten die Frost-Folgekosten über dem Durchschnitt gelegen.

Schlagworte in diesem Artikel

  • Brigitta Nell-Düvel
  • Frostperioden
  • Kuren
  • Mehrzweckhallen
  • Neuschnee
  • Räumfahrzeuge
  • Schneeräumen
  • Winterdienste
  • Schlagwort zu
    Meine Themen

    Sie haben bereits 15 Themen gewählt

    Sie folgen diesem
    Thema bereits

Klicken Sie auf ein Schlagwort, um es zu „Meine Themen” hinzuzufügen oder weitere Inhalte dazu zu sehen.


0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos

Kommentare

Kommentar hinzufügen

Kommentar schreiben - Ihre Meinung zum Thema ist gefragt


Kommentare werden erst nach einer Prüfung durch die Redaktion veröffentlicht. Bitte beachten Sie die Netiquette sowie die Hinweise nach dem Absenden Ihres Beitrags.


Überschrift
Meine Meinung





Sie haben noch kein Login? Jetzt kostenlos registrieren.

Registrieren Sie sich kostenlos um Ihren Kommentar abzuschließen:

Wir garantieren Ihnen, dass alle persönlichen Daten nur beim Verlag intern verwendet werden und nicht ohne Zustimmung an Dritte weitergegeben werden.


Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:
Wieviel ist 10 / 2: 




Sie sind bereits registriert? Zurück zum Login.