24. Januar 2014, 14:28 Uhr

Ohne Winter weniger Umsatz und verlockende Prozente

Bad Nauheim/Friedberg (cor). »Prozente auf Prozente«, »Bester Deal des Jahres« – derzeit wirbt die Bekleidungsbranche mit großzügigen Rabatten für das Wintersortiment. Nicht selten werden auf Einzelstücke 50 Prozent Nachlass und mehr geboten.
24. Januar 2014, 14:28 Uhr
Sport-Möll-Verkäuferin Katharina Trompetter berät einen Kunden beim Schnäppchenkauf. (Fotos: cor)

»Der Winter war zu mild, dazu Regen, das bedeutet weniger Kundenfrequenz«, sagt Claudia Horlacher (Lucky Man/Lucky Two, Bad Nauheim). Das Wintergeschäft, gerade was den Verkauf von Jacken angeht, sei quasi ausgefallen, die Kundschaft sei nun mal wetterfühlig. Das Resultat: Wer jetzt einkaufe könne richtig sparen.

»40 Prozent auf alles, was warm hält«, lautet die derzeitige Werbekampagne von Horlacher in ihren zwei Bekleidungsgeschäften. »Die Herren sind da eher Bedarfskunden«, sagt die Geschäftsinhaberin. Kehre der Winter ein, komme auch »Mann« zum spontanen Einkauf. Frauen seien da anders orientiert. Das weibliche Geschlecht halte eher bereits Ausschau nach neuer Ware.

Und die liegt in vielen Geschäften schon im Lager. Ein Problem für Martina Schmidt (Barbara D.) in Friedberg. »Die neue Ware wird angeliefert, allerdings habe ich keine großzügigen Lagermöglichkeiten«, meint sie. Die Geschäftsinhaberin hat daher reduziert, zwischen 10 und 50 Prozent. Aber: »Die Kunden sind nicht unterwegs, der Januar ist zu ruhig. Es ist, als ob man die Pest hat. « Dank ihrer Dekoware habe sie im November und Dezember noch Glück mit den Umsätzen gehabt. Der Januar sei katastrophal, so wie 2013. Dass die Kunden bei einem verspäteten Winter noch kommen, glaubt sie nicht. Martina Schmidt setzt auf Qualität. »Wer im letzten Jahr eine Jacke gekauft hat, kauft nicht gleich die nächste.«

Auf einen späten Winter hingegen hofft Jens Köhler (Intersport Möll, Friedberg). »Wir denken auch an die Skifahrer, Schnee wäre uns schon wichtig.« Im vergangenen Jahr habe das späte Winterende noch einen guten Geschäftsabschluss beschert. Aktuell bietet Sport-Möll Rabatte bis zu 50 Prozent auf sportliche Wintertextilien. »Der Friedberger kauft zurzeit keine Winterjacke, es sei denn, sie ist reduziert.«

Auch im Modehaus Ruths sind die Prozente aufs Wintersortiment hoch angesetzt. Bis zu 60 Prozent gibt es, die Werbung wurde bewusst auf den späten Winter ausgerichtet, auch wenn der auf sich warten lässt. Das Modehaus ist mit dem Geschäft zufrieden, erklärt Roman Ruths. »Die Umsätze fallen ähnlich aus wie in den Vorjahren. « Ein verspätetes Frühjahrssortiment wird es durch einen ausbleibenden Winter nicht geben. Die neue Ware werde termingerecht in den Regalen landen. Den Anfang machen Damen- und Kindermoden, wenig später folgen Artikel für Herren.

So sieht das auch Peter Hinzen (Herrenmoden Hinzen) in Bad Nauheim. »Der Winter erhält noch eine Chance«, sagt der Geschäftsinhaber. Mit Prozenten zwischen 20 und 40 Prozent werde derzeit die Winterware an den »Mann« gebracht. Nach dem normalen Schlussverkauf, der ja offiziell keiner mehr sei, folge Mitte Februar das Sommersortiment. Bis dahin hoffe man auf den Winter. »Die Umsätze könnten höher sein, aber wir sind bislang zufrieden.«

Bei Christine Reitmeier in ihrem Bad Nauheimer Modefachgeschäft hat die Frühjahrsmode bereits Einzug erhalten. »Unsere Stammkunden kaufen schon«, so Reitmeier. Viele fahren in den Urlaub, möchten gerne etwas Neues mitnehmen. Was das Wintergeschäft betrifft, geht es ihr ähnlich wie anderen Einzelhändlern. »Das hätte besser sein können. « Entsprechend hoch habe sie bei den verbleibenden Waren Prozente im Angebot, vereinzelt gebe es bis zu 50 Prozent Rabatt. Es gibt aber auch zeitlose Modeartikel, die sich stets als Durchläufer erweisen. »Schwarze Mäntel gehen immer.«



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