30. September 2013, 10:58 Uhr

»Bad Nauheim spielt« im Sprudelhof

Bad Nauheim (lep). Spielen sei etwas ureigenes Menschliches, das von einem Sozialpädagogen einmal als »aktives Handeln ohne ernste Folgen« erklärt worden sei, sagt Tobias Hoffmann vom Jugendhaus Alte Feuerwache. Er hat die Aktion »Bad Nauheim spielt« ins Leben gerufen.
30. September 2013, 10:58 Uhr
Spannung beim Spieleklassiker »Carcassonne«. (Fotos: Lepper)

Bad Nauheim (lep). Spielen sei etwas ureigenes Menschliches, das von einem Sozialpädagogen einmal als »aktives Handeln ohne ernste Folgen« erklärt worden sei, sagt Tobias Hoffmann vom Jugendhaus Alte Feuerwache. Er hat die Aktion »Bad Nauheim spielt« ins Leben gerufen.

Wegen der steigenden Besucherzahlen wurde im fünften Jahr erstmals im Sprudelhof gespielt – auch um Deutsche Meisterschaften. Den Titel im Spiel »Smash up« sicherte sich mit Tom Hasport ein junger Mann aus Bad Nauheim.

Würfel klacken, Spielsteine fallen, Klingelgeräusche mischen sich mit Lachen und Zurufen. Der Sprudelhof glich am Wochenende einer Zockerhöhle, die Veranstaltung »Bad Nauheim spielt« hatte etliche kleine und große Besucher in die Bad Nauheimer Kuranlage gelockt.

Im Mittelpunkt standen diverse Turniere, los ging es am Freitagabend mit »Munchkin Crusade«. Es sei ein etwas satyrisches Kartenspiel, bei dem man schummeln dürfe, versicherten Ursula Behrendt und Tobias Hoffmann vom Jugendhaus Alte Feuerwache. »Das ist nicht unfair, sondern Teil des Spiels.« Ein Mitarbeiter des Friedberger Pegasus-Verlags stellte die Regeln auf, und schon konnte es losgehen.

Wer glaubte, dass bei Turnieren das gespannte Schweigen einer Schachmeisterschaft herrsche, wurde schnell eines Besseren belehrt. Im voll besetzten Badehaus 7 ging es sehr lebendig zu: Spielregeln wurden diskutiert, geliehene Spiele ausprobiert, auf den Tischen sah man sogar den einen oder anderen Glücksbringer. Sehr ruhig und diszipliniert, ohne sich zu streiten, spielten zwei kleine Kinder mit ihrem Vater »Duell im Felsental« und anschließend das schachartige Spiel »Hive«. Sehr gut besucht war auch das Doppelkopf-Turnier, das ebenfalls am Freitagabend stattfand. Sieger war am Ende Fabian Brehm.

Passend zur Geisterstunde stand »Werwolf« auf dem Programm. Am Samstagmorgen erklärten Lena Stokelbusch, die im Jugendhaus ein freiwilliges soziales Jahr absolviert, und Katharina Fischer der WZ, dass »Werwolf« ein spannendes Spiel sei, bei dem die Mitspieler Hexen, Werwölfe, Dorfbewohner oder Jäger sein dürfen, wobei kein Mitspieler wisse, welche Rollen die übrigen hätten. Ziel der Werwölfe sei es, die Dorfbevölkerung zu eliminieren. In der Nacht zum Samstag blieben jedoch die Menschen Sieger.

Einer der Höhepunkte von »Bad Nauheim spielt« war am Samstagvormittag die Deutsche Meisterschaft in »Smash Up«, ein Kartenspiel, in dem verschiedene Völker gegeneinander antreten. Nach drei Spielen war Tom Hasport aus Bad Nauheim Sieger und Deutscher Meister. Schon im letzten Jahr hatte er einen Sieg davongetragen; er war »Meister aller Spiele«. Am Mittwoch wird er in der Alten Feuerwache einen Workshop über »Smash Up« leiten, das Qualifikationsturnier für die Weltmeisterschaft im Spiel »Heck Meck« findet dann ebenfalls statt. Los geht’s um 18 Uhr.

Das »Vampire«-Spiel konnte wegen der Erkrankung einiger Teilnehmer nicht als weiterführendes Turnier ausgetragen werden, Sieger war Ralf Weppner. Einen Doppelsieg errang Wolfgang Volk aus Erbach im Odenwald, der »Die Siedler von Catan« und »Carcassonne« gewann.

In dem bunten Zelt des Jugendhauses konnten sich die Besucher an Kaffee und Kuchen stärken, für das Kuchenbüffet hatten die beiden Kitas »Zwanzig11« und Schwalheim gesorgt.

Das schöne Wetter lockte die Spieler auch immer wieder ins Freie, unter den Arkaden amüsierten sich Kinder und ihre Mütter bei einer Partie »Viva Topo«, einem Spiel, bei dem eine Katze, Mäuse und Käsestücke in Verbindung mit einem besonders großen Würfel das Spielmaterial bilden. Großeltern und Enkel spielten zudem »Geistertreppe«.

Der Friedberger Pegasus-Verlag, einer der größten Spieleverlage Deutschlands und Mitveranstalter von »Bad Nauheim spielt«, stellte am Sonntag seine Herbstneuheiten vor.

Entstanden sei »Bad Nauheim spielt« aus den Spiele-Abenden, die jeden Mittwoch in der Alten Feuerwache angeboten werden, erklärte Tobias Hoffmann. Im Spiel könne man »Dinge ausprobieren, die man sonst nicht macht«. Dabei sei es interessant zu beobachten, wie das Verhaltensrepertoire von Menschen erweitert werde. Der Initiator der Veranstaltung betonte auch, dass nicht die Turniere das Wichtigste seien, sondern »dass die Menschen gemeinsam spielen«. Möglich war das in Bad Nauheim auch wegen der 20 ehrenamtlichen Helfer, die drei Tage im Einsatz waren. Hoffmann: »Ohne sie hätte ›Bad Nauheim spielt» nicht stattfinden können.«

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