12. August 2013, 13:58 Uhr

Der Kampf gegen Plagegeister

Bad Nauheim/Friedberg (flj). Hat der Sommer seinen Höhepunkt bereits überschritten oder kommen noch viele heiße Tage? Stechmücken, Wespen, Blattläusen und anderen Insekten ist das egal – sie schwirren und summen eifrig umher. Tipps, was gegen die Plagegeister hilft, geben Apotheker Dr. Wilfried Kreutz und Gärtnermeister Stefan Lück.
12. August 2013, 13:58 Uhr
Eine Plage, gegen die der Hobbygärtner manchmal nicht ankommt: Blattläuse. (Foto: dpa)

Ob auf dem heimischen Balkon oder der Terrasse, beim Spazierengehen oder Campen – wer gerne Zeit draußen verbringt, muss sich mit den Tierchen arrangieren. Gerade für Allergiker kann ein Insektenstich unangenehm werden. Doch nicht nur der Mensch leidet manchmal unter Schnaken & Co, auch Pflanzen haben mit Ungeziefer wie Blattlaus oder Milbe zu kämpfen. Oft ist es nicht einfach, Herr über die Schädlinge zu werden. Was hilft wirklich gegen Insektenstiche und Ungeziefer und was gehört ins Reich der Mythen? Sollte gleich die chemische Keule Einsatz kommen oder lieber auf Hausmittel zurückgegriffen werden?

Zunächst sollte ein Irrglauben aus der Welt geschafft werden: Weiblichen Stechmücken – nur diese sind auf Blut aus – ist es egal, ob der rote Lebenssaft süßlich schmeckt oder nicht. Das Mückenweibchen orientiert sich am ausgeatmeten Kohlendioxid. Über eine Distanz von 35 Metern kann der Plagegeist das Gas aufspüren. Einmal beim Opfer angekommen, reagiert die Mücke auf den Körperduft, der aus einer Mischung aus Milch- und Fettsäuren sowie Ammoniak besteht. Auch wer glaubt, der Verzehr von Knoblauch oder das Trinken von Bier wirkten abschreckend, liegt falsch. Im Gegenteil: Gerade Bier kann auf manche Insektenarten besonders anziehend wirken.

Einer, der sich mit Insektenstichen, deren Auswirkungen und der Vorbeugung auskennt, ist Dr. Wilfried Kreutz, Leiter der Bad Nauheimer Taunus-Apotheke. »Neben den bekannten Mitteln, die in Apotheken angeboten werden, können typische Hausmittel eingesetzt werden, um Insektenstichen vorzubeugen«, sagt er. Lavendelöl, in der richtigen Dosis auf die Haut aufgetragen, habe eine abschreckende Wirkung auf allerlei Insekten. Damit kann man sich auch unterwegs schützen. Für den häuslichen Gebrauch eignen sich außerdem Zitronen. »Man kann eine Zitrone aufschneiden und Nelken hineinstecken: Das kann helfen, wobei natürlich nie eine hundertprozentige Erfolgsquote erreicht wird«, meint Kreutz.

Sollte es dennoch zu einem Mückenstich kommen, ist Beherrschung gefragt. Obwohl Kratzen kurzzeitige Linderung verspricht, breitet sich der Speichel der Mücke weiter aus – es juckt noch mehr. Kreutz: »Allseits bekannt ist die Zwiebel, die man über den Stich reiben soll. Das schafft aber nicht immer Linderung. Bei größeren Schwellungen sind Quarkumschläge zu empfehlen. Die kühlen nicht nur, sondern entziehen auch noch die Hitze. « Eine andere Methode sei, einen Teelöffel zu erhitzen und ihn auf den Stich zu drücken. Damit solle das Gift der Mücke zerstört werden. »Natürlich muss man aufpassen, dass man sich nicht verbrennt«, sagt der Apotheker.

Bei einem Wespenstich wird eine andere Vorgehensweise empfohlen. »Ziemlich weit verbreitet ist, Ammoniak auf den Wespenstich zu reiben oder Backpulver, das vorher mit Wasser zu einer Paste vermengt werden muss«, erklärt der Apotheker. Allergiker sollten in diesem Fall allerdings auf Hausmittelchen verzichten und ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen.

Tipp: Wasser und Spülmittel

Vom Menschen zur Pflanze: Auch die Flora leidet unter Ungeziefer und Schädlingen. Vor allem Blattläuse und Milben machen es sich gerne auf Pflanzenstängeln bequem. Stefan Lück von Lücks Pflanzenwelt (Ockstadt) kennt solche Probleme. »Bei Tipps mit chemischen Mitteln bin ich vorsichtig. Was heute noch in der Zusammensetzung erlaubt ist, kann in wenigen Wochen schon verboten sein. Wir beraten in solchen Fällen gerne. Dazu einfach einen befallenen Stängel abschneiden und mitbringen«, meint der Geschäftsführer.

Lück hat auch ein paar unverfängliche Ratschläge in petto. »Am besten kann man Schädlingsbefall vorbeugen, indem man die Pflanze gut nährt. Also regelmäßig düngen und bewässern. Doch nicht zu viel gießen, das kann einer Pflanze auch schaden«, sagt Lück. Sollte eine Pflanze dennoch unter Schädlingsbefall leiden, helfe oft eine einfache Kombination aus Wasser und Spülmittel. »Das Spülmittel mit Wasser verdünnen und auf die entsprechende Stelle sprühen. Dann zehn Minuten warten und mit klarem Wasser abspritzen«, erläutert Lück.

Man könne den befallenen Teil der Pflanze auch abschneiden. »Dann aber bloß nicht im eigenen Kompost entsorgen. Blattläuse sind nämlich sehr mobil«, warnt der Gärtner. Kommt der Befall immer wieder, könne dies an Gewächsen liegen, die auf dem Nachbargrundstück zu finden sind. »In manchen Fällen kann man eben nichts machen. Wenn der Befall nicht allzu schlimm ist, sollte man der Natur freien Lauf lassen. Manchmal sind Insekten hilfreich, die sich von den Pflanzenschädlingen ernähren«, sagt Lück.



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