19. April 2013, 16:08 Uhr

Sprudelhof: Jugendstilzentrum als Leuchtturmprojekt

Bad Nauheim (chh). »Verhalten positiv« hat der Jugenstilverein das Nutzungskonzept für den Sprudelhof aufgenommen. Am Montag hatten die Vertreter des Kuratoriums besagtes Konzept vorgestellt. Demnach sollen in drei der sechs Badehäuser medizinische Einrichtungen einziehen, der Jugendstilverein, das Theater Alte Feuerwache (TAF) und der Kinderpark können in den drei anderen Häusern unterkommen.
19. April 2013, 16:08 Uhr
Idylle am Badehaus 2. Hier soll auch künftig das TAF auftreten. (Archivfoto: nic)

Bürgermeister Häuser ist genauso zufrieden wie der Kinderpark. Deren Trägerin Ina Landsiedel ärgert sich jedoch über die Vorgehensweise der Stiftung.

Eigentlich hatte der Jugenstilverein in Badehaus 4 ein Jugenstilzentrum vorgesehen. »Das ist das kleinste Badehaus, daher wären die Kosten am geringsten gewesen«, begründet Andreas Hilge, Vorsitzender des Jugendstilvereins, die ursprüngliche Planung. »Irgendwo mussten wir ja anfangen.« Mit Haus 3 – neben dem Jugendstilverein soll auch die Stiftung Sprudelhof einziehen – könne man aber auch leben. Anders als mit Haus 2. Bürgermeister Häuser hatte in der Vergangenheit angeregt, dass dort das TAF und der Jugendstilverein zusammen unterkommen könnten. »Das hätten wir nicht mitgemacht und unser Engagement zurückgezogen«, betont der Vorsitzende und legt gleich die Begründung nach: »Ein Jugendstilzentrum benötigt eine Wartehalle, einen Schmuckhof und Badezellen. Außerdem muss es in sich abgeschlossen sein, allein schon wegen der internationalen Ausstellungen.«

Zum Thema Miete wollte sich Hilge noch nicht äußern. »Erst müssen die rechtlichen Grundlagen geschaffen werden. Es ist ja noch gar nicht klar, wer Träger eines möglichen Zentrums werden könnte.« In diesem Zusammenhang betont der Vorsitzende, dass der Verein das Jugendstilzentrum nicht für sich wolle. »Wir wollen darauf aufmerksam machen, dass es der Stadt gut zu Gesicht stehen würde, allein aus Marketinggründen.« Hilge denkt dabei an das Keltenmuseum am Glauberg. »Ein Jugenstilzentrum wäre ein vergleichbares Leuchtturmprojekt und im Wettbewerb mit anderen Badestätten ein absolutes Alleinstellungsmerkmal.«

Bürgermeister und Kuratoriums-Vize Armin Häuser befürwortet den Plan, Jugendstilverein und Stiftung unter einem Dach anzusiedeln. »Das ist eine wunderbare Kombination. Da abreiten die zusammen, die den Jugendstil am besten präsentieren können.« Ein weiterer Grund, der laut Häuser für das Nutzungskonzept spricht: »Es wird denen Rechnung getragen, die sich in der Vergangenheit am meisten um den Hof gekümmert haben – vor allem, als es ihm nicht so gut ging.« Der Rathauschef bekräftigt zudem, die Miete für die gemeinsame städtische Bühne übernehmen zu wollen, auf der das TAF seine Vorstellungen gibt.

Das freut Gunnar Bolsinger. »Wir sind glücklich, dass an uns gedacht worden ist«, sagt der TAF-Vorsitzende. Das jetzt vorgelegte Konzept ähnele stark den Ideen, die schon die Koordinierungsgruppe vor sieben Jahren vorgeschlagen hatte. »Wie können jetzt entspannter in die Zukunft blicken.« Doch trotz der Ankündigung von Häuser, die Stadt werde – die Zustimmung der Gremien vorausgesetzt – für die Miete aufkommen, seien die TAFler auch ein wenig angespannt. »Das Gremium betont immer wieder, dass sich der Sprudelhof selbst tragen muss. Kultur ist aber etwas, das meistens weniger wirtschaftlich ist.«

Und was sagen die Verantwortlichen des Kinderparks? »Wir finden es super, dass sich endlich etwas bewegt«, meint Ina Landsiedel, Trägerin der Einrichtung. »Das ist toll für uns und die Stadt Bad Nauheim.« Mit dem Konzept vollends zufrieden, mit der Art und Weise der Bekanntgabe jedoch nicht. Denn Frank Thielmann, Vorstand der Stiftung Sprudelhof, hatte im Zuge der Konzeptpräsentation auch mitgeteilt, dass der Kinderpark seine Einrichtung in der Frankfurter Straße aufgeben und die dortige Ü 3-Betreuung im Sprudelhof unterbringen wolle. »Wir sind in einen richtigen Strudel geraten. Eltern, Mitarbeiter und Kooperationspartner haben mich angesprochen und gefragt, was da los sei«, ärgert sich Landsiedel, die die Neuigkeit lieber selbst verbreitet hätte. »Das hat für viel unnötige Unruhe gesorgt.«

Wie Landsiedel betont, handele es sich um eine Erweiterung, es würden weder Kindergartenplätze noch Arbeitsplätze wegfallen. »Es muss sich also niemand Sorgen machen.«



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