21. Dezember 2012, 19:03 Uhr

Endlich: B3-Unfallschwerpunkt ist entschärft

Bad Nauheim (bk). Wie Perlen an einer Schnur reihen sich die Ampelanlagen entlang der B 3 aneinander. Seit Mittwoch gibt es nur noch eine Lücke: Die Abfahrt Rödgen. Lichtsignalgesteuert ist seit Mittwoch auch die Einmündung Schwalheimer Straße (Bad Nauheim Mitte). Exakt vor zwei Jahren hatte die Kreisverkehrsbehörde die Ampelinstallation angeordnet, erst jetzt meldet die Landesbehörde Hessen Mobil Vollzug.
21. Dezember 2012, 19:03 Uhr
Der Verkehr wird jetzt durch Ampeln geregelt: Die B 3-Abfahrt Bad Nauheim Mitte. (Foto: nic)

Die Kriterien für einen Unfallschwerpunkt werden an dieser Ausfahrt seit Jahren übererfüllt. Nach Angaben der Polizei in Friedberg kam es 2012 bislang zu acht Kollisionen, zuletzt hatte es am Dienstag gekracht.

Die 55-Jährige aus Kefenrod hatte Pech: Am Dienstagmorgen verursachte die Frau einen Unfall, bei dem sie schwer verletzt wurde. Einen Tag später wurde die neue Ampelanlage an der Ausfahrt Schwalheimer Straße freigeschaltet – mit ihr wäre es aller Wahrscheinlichkeit nach nicht zu dem Zusammenstoß gekommen. Der Verlauf des Unfalls steht exemplarisch für viele andere. Die Frau aus Kefenrod kam gegen 7.40 Uhr aus Richtung Friedberg und wollte nach links abbiegen, um nach Bad Nauheim zu gelangen. Dabei übersah sie ein entgegenkommendes Auto. Insgesamt waren drei Wagen in den Crash verwickelt, drei weitere Personen erlitten leichte Blessuren. Auch der Unfallzeitpunkt ist typisch: Meist kracht es in den Hauptverkehrszeiten.

Schon vor Jahren wurde deshalb darüber nachgedacht, auch an dieser Stelle Ampeln zu installieren. Die Mühlen der Behörden mahlten allerdings langsam: Obwohl die Anordnung der Verkehrsbehörde des Wetteraukreises bereits am 15. Dezember 2010 erfolgt war, hat Hessen Mobil das Projekt erst jetzt realisiert. Während ein Mitarbeiter der Landesbehörde (damals noch Amt für Straßen und Verkehrswesen) der WZ Anfang letzten Jahres erklärt hatte, die Ampel werde voraussichtlich im Sommer 2011 gebaut, erklärte Presssprecherin Carmen Koch den deutlichen Zeitverzug jetzt damit, dass für 2011 keine Haushaltsmittel zur Verfügung gestanden hätten.

»Kein Handlungsbedarf«

Wie die Pressesprecherin der Landesbehörde auf WZ-Anfrage weiter erklärte, seien 85 000 Euro in die neue Lichtsignalanlage investiert worden. Übrigens: Vor zwei Jahren hatte die Kreisverkehrsbehörde auch angeordnet, an der Einmündung Rödger Weg Ampeln zu errichten, weil auch dort ein Unfallschwerpunkt existiere. An beiden Ausfahrten waren 2010 insgesamt 22 Zusammenstöße mit 19 Schwer- und Leichtverletzten gezählt worden. Von einer Anordnung bezüglich der Anschluss-Stelle Rödger Weg ist Hessen Mobil laut Koch heute aber nichts mehr bekannt: »Dafür gibt es keine Anweisung, somit besteht kein Handlungsbedarf. « Eine Anfrage beim Wetteraukreis ergab keine Klärung des Widerspruchs: Der zuständige Fachdienstleiter macht Urlaub.

Wie die neue Ampelanlage den Verkehrsfluss auf der B 3 im Raum Bad Nauheim/Friedberg beeinflussen wird, bleibt abzuwarten. Dazu konnte die Hessen-Mobil-Sprecherin wenig sagen. Nur so viel: »Die Ampelanlagen im Bereich der B 3, somit auch die Ampel B 3/L 3134, sind koordiniert geschaltet.«

Was »koordiniert geschaltet« bedeutet, bleibt offen. Mit einer »grünen Welle« ist kaum zu rechnen. Denn die Ampeln an jeder Einmündung müssen auf das jeweilige Fahrzeugaufkommen reagieren. Vor allem morgens drängen an der Einmündung Schwalheimer Straße zahlreiche Bad Nauheimer auf die B 3, kamen laut Polizeisprecher Erich Müller bislang aufgrund des hohen Verkehrsaufkommens kaum zum Zuge. Konsequenz: Manche Pendler, die auf die B 3 einbiegen wollten, wurden wegen der langen Wartezeit nervös, gingen Risiken ein. Erschwerend kam bis Mittwoch hinzu, dass die Geschwindigkeitsbeschränkung von 70 km/h auf diesem B 3-Abschnitt nicht von allen Verkehrsteilnehmern beachtet wurde.

Vorfahrtsregel missachtet

Die Unfallstatistik der Polizei spricht jedenfalls für die dringende Notwendigkeit dieser neuen Ampelanlage. 2011 kam es nach Auskunft Müllers zu zehn Kollisionen, zweimal gab es Schwer-, fünfmal Leichtverletzte. In diesem Jahr ist die Anzahl der Zusammenstöße leicht rückläufig, dafür hatten aber vier der acht Unfälle Schwerverletzte zur Folge. Laut Müller war stets die Missachtung der Vorfahrtsregel Grund für den Zusammenstoß.

Von einer Unfallhäufung sprechen die Ordnungshüter, wenn es an einer Einmündung oder auf einem 300 Meter langen Straßenabschnitt zu fünf Kollisionen mit derselben Ursache innerhalb eines Kalenderjahres oder zu drei Zusammenstößen mit Schwerverletzten in drei Jahren kommt. Nach beiden Kriterien muss die Einmündung Bad Nauheim Mitte somit als Unfallschwerpunkt eingestuft werden.

Gerade in den Hauptverkehrszeiten rechnet der Polizeisprecher auf der B 3 aufgrund der neuen Ampelanlage mit einer Zunahme von stockendem Verkehr. Durchaus möglich, dass weitere ortskundige Verkehrsteilnehmer auf Strecken ausweichen, die durch Bad Nauheim oder Ockstadt führen. Aus Sicherheitserwägungen gibt es Müller zufolge an dieser Stelle aber keine Alternative zu der Ampelanlage.

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