04. Mai 2012, 16:18 Uhr

Schneller Fortschritt: Richtfest für Simpson-Neubau

Bad Nauheim (bk). Es geht rasant voran auf dem 2,7 Hektar großen Grundstück der Firma Simpson Strong Tie im Gewerbegebiet In den Langen Morgen. Letzte Woche ragten nur einige Betonpfeiler in die Höhe, beim Richtfest am Donnerstagnachmittag war bereits die Balkenkonstruktion des Dachs über der 12 000-Quadratmeter-Halle fertig, der Bürotrakt steht im Rohbau.
04. Mai 2012, 16:18 Uhr
Simpson-Holzverbinder halten die Dachkonstruktion des Neubaus. (Fotos: nic)

Laurent Versluysen, in Frankreich tätiger Europa-Chef des internationalen Konzerns Simpson Strong Tie, hat sehr genaue Vorstellungen – auch wenn es um Architektur und Innenausstattung von Firmengebäuden geht. Diese Erfahrung hat der Bad Nauheimer Architekt Alfred Möller gemacht, der für das Unternehmen die neue Deutschland-Zentrale im Gewerbegebiet In den Langen Morgen geplant hat.

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Der Beton-Fußboden in dem Neubau mit einer Nutzfläche von 12 000 Quadratmetern, für den am Donnerstagnachmittag Richtfest gefeiert wurde, wird durchgehend rot sein, auch wenn das teurer ist als der übliche Grauton. Hinzu kommt einer farbenfrohe Einrichtung. Von allen Arbeitsplätzen, auch in der Produktion, soll ein Blick nach draußen möglich sein. Helle Farben und viel Glas sollen der Mitarbeitermotivation dienlich sein. Und für die Dachkonstruktion hat Versluysen – trotz vieler Widerstände, wie seine Geschäftsleitungs-Kollegin Corinne Lobjois als Festrednerin anmerkte – Holzbalken durchgesetzt. Wobei dieser letzte Punkt durchaus Sinn macht: Schließlich ist Simpson Strong Tie weltweit führend bei der Herstellung von Holzverbindern. Auf eben diesen Metallteilen ruhen die riesigen Träger, welche die zehn Metern hohen Hallen überspannen.

Wer in der letzten Woche auf der Baustelle vorbeigeschaut hatte, glaubte beim Richtfest seinen Augen nicht zu trauen. Vor wenigen Tagen war lediglich ein Gerippe von Betonpfeilern zu sehen, jetzt sind die Dachstreben bereits installiert, der Bürotrakt, der etwa ein Viertel des gesamten Firmensitzes ausmacht, ist im Rohbau fertig. »Vor zwei Monaten waren hier nur Erdhügel zu sehen, der Fortschritt ist schon erstaunlich«, zeigte sich auch Corinne Lobjois überrascht, was der Generalunternehmer vollbracht hat.

Simpson-Berater Jürgen Wilhelmi äußerte sich im Gespräch mit der WZ optimistisch, was die Einhaltung des Zeitplans angeht: »Wir sind zwar aufgrund des frostigen Winters bei Halbzeit noch etwas im Rückstand, werden den Fertigstellungstermin Anfang Oktober aber einhalten können.« Wilhelmi betreut das Bauprojekt von Anfang an mit. Er war auch von der Entscheidung der Geschäftsleitung angetan, das 2,7 Hektar große Areal für 1,8 Millionen Euro von der Stadt zu erwerben. Argumente waren nicht zuletzt die gute Verkehrsanbindung, die zentrale Lage in Deutschland und die Nähe zum Frankfurter Flughafen. Ab dem Herbst werden hier 60 Beschäftigte, die bisher auf drei Standorte verteilt sind, in Produktion, Lager und Vertrieb arbeiten. Wachstum nicht ausgeschlossen: »Eine Erweiterung ist problemlos möglich«, sagte Architekt Möller. Er war mehrfach in der französischen Europa-Zentrale am Atlantik zu Gast, hatte trotz gewisser Sprachbarrieren schnell ein partnerschaftliches und professionelles Verhältnis zum Auftraggeber aufgebaut.

Froh sind auch die Vertreter der Stadt über das neue Unternehmen. Wie Erste Stadträtin Brigitta Nell-Düvel betonte, setze Bad Nauheim zwar den Schwerpunkt auf das Image einer »Gesundheitsstadt«, nicht störende Produktionsbetriebe seien aber jederzeit willkommen. Laut Jürgen Patscha, Fachbereichsleiter Stadtentwicklung, ist der Simpson-Neubau das größte Gewerbe-Bauprojekt der letzten zehn Jahre in Bad Nauheim.



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