05. September 2011, 15:35 Uhr

Über 10 000 Besucher beim 31. Weinfest im Sprudelhof

Bad Nauheim (hau). Wie zur Entschädigung für ein verregnetes und ein ausgefallenes Weinfest sollte dessen 13. Auflage unter der Regie der Kernstadt-CDU nicht nur unter einem guten Stern, sondern gleich unter einem ganzen funkelnden Sternenzelt stehen.
05. September 2011, 15:35 Uhr
Stimmung im Poppe & Poppe-Zelt mit Magda Poppe in der Mitte.

Am Freitagmorgen hatte es noch geregnet, pünktlich zur Eröffnung der größten Bad Nauheimer Bürgerfete brach am Nachmittag die Sonne durch. Stunden später sank sie am makellosen Spätsommerhimmel hinter den Johannisberg und tauchte den angenehm temperierten Sprudelhof in golden glühendes Licht.

Mittlerweile hatte sich die Jugendstilanlage bis zum Anschlag mit Menschen jeden Alters gefüllt. Geradezu mediterrane Feierabendstimmung lag in der Luft, angereichert mit Musik, köstlichen Düften und stündlich steigender Weinseligkeit. In trauter Zwei-, Drei- oder Mehrsamkeit belagerten die Besucher die Tische auf den Wiesen und unter den Arkaden, saßen auf Mauern und im Gras oder standen in Grüppchen zusammen. Strahlende Gesichter, soweit das Auge reichte – die jüngsten auch bunt geschminkt oder erhitzt vom Drehen im historischen Kinderkarussell.

Rebensäfte aus aller Herren Länder

Rot und golden schimmernde Rebensäfte aus aller Herren Länder und Lagen sprudelten mit der Sole um die Wette. Mit Gläsern ausgestattet, erschloss man sich die unterschiedlichsten Quellen erlesener Weine, so etwa im großen Zelt von Magda und Reinhard Poppe & Poppe oder beim Friseurteam »Creative« vorm Badehaus 2. Auf großen Zuspruch stießen zudem frischer Apfelwein beispielsweise am CDU-Stand, fruchtige Bowlen oder hochprozentige Cocktails.

An 30 Ständen hielten Gastronomen, Geschäfte und Vereine herzhafte und süße Leckereien bereit. Naturgemäß waren die badestädtischen Betriebe besonders stark vertreten. Aber auch aus der gesamten Wetterau, aus dem Rheingau und aus Frankreich kamen die Weinfestbeschicker.

Besonders heiß her ging es beispielsweise am Holzofen der Echzeller Weinscheune, aus dem Wolfgang Glaum und Sohn knusprige Flammkuchen hervorzauberten. Dicht umlagert war das Elsässer Pendant an der gegenüberliegenden Stirnseite, zudem gingen Riesenbratwürste, Fischbrötchen, Crêpes oder Brezeln weg wie warme Semmeln.

Kaum noch ein Durchkommen

Um einmal die große Runde um den Sprudel zu drehen, brauchte man, je nach Uhrzeit und Bekanntheitsgrad, eine kleine Ewigkeit. Spätestens bei Einbruch der Dunkelheit gab es auf dem Rundkurs kaum noch ein Durchkommen, und das Durchschnittsalter sank rapide. Aber das ist beim Weinfest ja auch so gewollt: Menschen aller Generationen bringen Zeit und Muße mit, um sie im prächtigen Ambiente mit Familie und Freunden zu teilen, um in Erinnerungen zu schwelgen, Pläne zu schmieden oder über Gott und die Welt zu philosophieren.

Ein erhabenes Gefühl bescherte einmal mehr der traditionellen Treff- und Aussichtspunkt am Großen Sprudel. Kinder balancierten zwischen den beiden Bassins mit ihren Salzsäulen, am Beckenrand schauten sich Paare tief in die Augen und andere hielten Ausschau übers dicht bevölkerte und bunt illuminierte Jugendstilrund.

Bald füllte sich die Freifläche vorm Musikzelt mit kleinen und großen Tänzern. Am Nachmittag hatte die Chattenhouse Jazzband entspannten Dixieland aufgelegt, danach luden die Starfighters mit ihrem »Sound of the 60s« zum Schwofen ein.

Glücklich über das super Wetter und die schöne Stimmung waren nicht zuletzt die über 50 ehrenamtlichen Christdemokraten, die sich seit Langem für den möglichst reibungslosen Verlauf mächtig ins Zeug gelegt hatten. Spannend wurde es, als sich kurz vor Festbeginn herausstellte, dass sich der Elektriker auf Samstag eingestellt hatte. Das habe man gerade noch so hingekriegt, erzählte Gisela Babitz-Koch vom Organisationsteam. Eine derartige Veranstaltung sei ohne die Unterstützung durch Freiwillige auch von der Frauen-Union und der Jungen Union und ohne den finanziellen Beistands der Sponsoren nicht zu stemmen.

Erstmals 2 Euro Eintritt

Natürlich sei es schwer, es jedem recht zu machen. Man gebe sich aber alle Mühe, damit das Weinfest auch nach drei Jahrzehnten ein fester Bestandteil des städtischen Lebens bleibe. Wären die Kosten nicht so hoch, würde man den Standbetreibern gerne mit der Miete entgegenkommen, sagte Babitz-Koch. Der Eintritt von erstmals 2 Euro habe ebenfalls mit der Kostensteigerung zu tun. Indes habe man durch die Aufstockung der Security auch für mehr Sicherheit gesorgt. Am Samstagmorgen werde man sich um 6 Uhr zum Aufräumen und Putzen treffen – und am Mittag lag der Sprudelhof wieder blitzblank im Sonnenschein als wäre nichts gewesen.

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