Bad Nauheim

Elvis-Festival: Trinkkuranlage ist unverzichtbar

Bad Nauheim/Friedberg (bk/jw). Das Elvis-Festival wird seinem Zusatz »European« immer mehr gerecht. »In diesem Jahr haben wir zahlreiche französischsprachige Fans begrüßt und viele Gäste aus Skandinavien«, ging Stadtmarketing-Chefin Katja Heiderich in ihrem Fazit auf eine erfreuliche Entwicklung ein – die allerdings Probleme mit sich bringt.
16. August 2011, 10:15 Uhr
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Fest etabliert: Die Trinkkuranlage ist als Mittelpunkt des Elvis-Festivals nicht mehr wegzudenken. (Foto: nic)

Das gilt für die überlasteten Hotelkapazitäten ebenso wie für die Zahl der Gästeführungen in englischer Sprache, die erweitert werden müsse. Nach Angaben von Heiderich und Festival-Organisator Klaus Ritt dürfte die Besucherzahl im Vergleich zu 2010 gestiegen sein. »Neun von zwölf städtischen Veranstaltungen waren ausverkauft«, betonte die Stadtmarketing Geschäftsführerin.

»Forderung an die Kommunalpolitik: Wir brauchen unbedingt ein weiteres Hotel«, ist aus Sicht von Klaus Ritt die Zahl der Gästebetten nicht nur am Elvis-Wochenende zu klein. Wie Heiderich bestätigte, hätten viele Besucher auf Hotels in Friedberg oder Butzbach verwiesen werden müssen: »Wir haben ein sehr großes Stammpublikum, und viele wollen übernachten.« In Sachen Internationalisierung spreche man gezielt ausländische Reiseveranstalter an und trete im Internet in Kontakt mit Fanclubs.

Mit der Zentralisierung des städtischen Programms auf die Trinkkuranlage dürfte das Festival Ritt zufolge seine endgültige Struktur gefunden haben. Die frühere Verteilung auf Sprudelhof und Dolce sei nicht optimal gewesen. »Alle Besucher waren vom Ambiente der Trinkkuranlage total begeistert«, berichtete der Festival-Organisator. Dazu hätten die Oldtimer-Fahrzeuge beigetragen, die diesmal fester Bestandteil des Festival-Geländes gewesen seien. Konzerte, Autogrammstunden (bei denen sich lange Schlangen bildeten), Partys, Fanartikel-Stände – die bunte Mischung sei bestens angekommen. Auch nach Auffassung von Heiderich ist die Trinkkuranlage als Festival-Mittelpunkt unverzichtbar.

Was die Zahl der Veranstaltungstage angeht, sprechen sich Heidrich und Ritt für Flexibilität aus. In diesem Jahr waren es drei, 2012 könnten es wieder vier werden, wenn beispielsweise der Todestag von Elvis auf den Donnerstag falle. Mit der Finanzierung der Großveranstaltung dürfte es laut Ritt keine Probleme geben: Er rechnet damit, dass der städtische Zuschuss in Höhe von 30 000 Euro nicht ganz ausgegeben werden muss.

Im Fokus: Fahrt durch Kaserne

»Elvis forever«, antwortete Friedbergs Bürgermeister Michael Keller auf die Frage zu seinem Resümee des Elvis-Weekends, das Elvis-Presley-Verein und Stadt auf die Beine gestellt hatten. Laut Keller ragte die Busfahrt durch die Kaserne heraus. »Wir hatten Gäste aus Berlin oder einen irischen Generalkonsul aus Köln. Die Leute haben gestaunt, welche Erinnerungsorte an Elvis es in der Kaserne gibt. Das war eine Führung der besonderen Art«, schwärmte der Rathauschef, der Druck auf die Bundesimmobilienverwaltung ausüben musste, ehe die Erlaubnis zum Betreten des Geländes vorlag. Keller: »Am Sonntag war auch eine Fan-Gruppe aus Belgien in der Kaserne, wir haben jetzt einen weiteren Anlaufpunkt bei den Stadtrundfahrten.«

Auch die anderen Programmpunkte seien gut gelaufen, mit »vielen Fans und tollen Auftritten« von Bands auf dem Elvis-Presley-Platz. »Wir wollen kleine, aber qualitätsvolle Veranstaltungen«, erläutert Keller das Konzept. »Damit sind wir gut gefahren.« Hinzu kam die Ausstellung. Keller: »Es ist immer wieder erstaunlich, welche Fundstücke die Sammler ausgraben.«

Dass Friedberg und Bad Nauheim jeweils ein eigenes Programm anbieten, hält Keller für eine Bereicherung, nicht für Konkurrenz. »Alle profitieren von der Vielfalt.« Zudem habe es einen Shuttlebus zwischen beiden Städten gegeben (weitere Elvis-Berichte, Seite 24).

Artikel: https://www.giessener-allgemeine.de/regional/wetteraukreis/bad-nauheim/art549,61674

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