09. Juni 2011, 18:35 Uhr

Vergewaltigungsvorwurf: Angeklagter schweigt

Bad Nauheim/Friedberg (lk). Auch am zweiten Tag der Hauptverhandlung am Friedberger Amtsgericht gegen einen 33-jährigen Bad Nauheimer, der seine ehemalige Lebensgefährtin vergewaltigt haben soll, konnte die Beweisaufnahme nicht geschlossen werden. Mehmet R. (Name geändert, die Red.), der seit Dezember in Untersuchungshaft sitzt, äußerte sich wieder nicht zu den Vorwürfen.
09. Juni 2011, 18:35 Uhr
(Foto: dpa)

Dafür wurden am Mittwoch eine Freundin und der Bruder des mutmaßlichen Opfers gehört. Beide belasteten R. schwer.

Laut Anklageschrift soll R. im Juli letzten Jahres seine damalige Lebensgefährtin und Mutter seines Kindes in der gemeinsamen Wohnung erst mit einem Kabel gefesselt und später vergewaltigt haben (die WZ berichtete). Zudem soll sich der gebürtige Türke der Nötigung schuldig gemacht haben: Im Dezember habe er dem Bruder seiner Ex via Internet damit gedroht, Nacktbilder der Frau zu veröffentlichen, wenn er seinen Sohn nicht zu sehen bekomme. Auch soll der Mann mehrfach ohne Führerschein mit dem Auto unterwegs gewesen sein.

Wie bereits am ersten Verhandlungstag machte Mehmet R. keine Angaben zu den Vorwürfen, wollte es jedoch nicht unterlassen, die Aussagen der Zeugen zu kommentieren, weshalb er für kurze Zeit von der Verhandlung ausgeschlossen wurde. »Es besteht die Gefahr, dass die Zeugin in Anwesenheit des Angeklagten nur lückenhaft aussagt, da dieser sie aggressiv angegangen ist«, begründete die vorsitzende Richterin, Dr. Gerlinde Kimpel, den Entschluss.

Besagte Zeugin, eine 26-jährige Freundin des angeblichen Opfers, erinnerte sich, dass die Frau sich und ihr Kind am Tag vor der mutmaßlichen Vergewaltigung, einem Sonntag, in ihrer Wohnung vor dem Angeklagten versteckt hatte. In der Beziehung der beiden habe es öfter Schwierigkeiten und Streit gegeben. Sie habe jedoch keine Zeit gehabt, sich mit der Frau zu unterhalten, da sie mit einer Hundetrainerin verabredet gewesen sei. Später sei dann der Angeklagte bei ihr aufgetaucht. Nach einem gemeinsamen Gespräch sei er wieder gefahren, die beiden Frauen und das Kind hätten noch zusammen gegessen, dann habe sie ihre Freundin und den Jungen nach Hause gebracht. »Ich ärgere mich bis heute, dass ich das gemacht habe«, sagte die 26-Jährige unter Tränen. Mehrfach habe ihr die Freundin erzählt, wie R. sie demütige. »Sie hatte Angst vor ihm«, so die Zeugin.

Der Bruder des angeblichen Opfers bestätigte, dass R. ihm mehrere E-Mails gesendet hatte, in denen er mit einer Veröffentlichung von Nacktbildern der Schwester drohte, sollte er nicht seinen Sohn sehen können. Zudem habe R. mehrere Tausend Euro oder das Auto der Frau gefordert. Der 21-Jährige hatte die Nachrichten auf Rat der Polizei gesichert und konnte sie dem Gericht somit vorlegen. Der Prozess wird am Dienstag fortgesetzt.

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