16. März 2011, 10:40 Uhr

373 kinderpornografische Bilder auf dem Laptop

Bad Nauheim/Friedberg (sch). Weil er im Internet kinderpornografische Dateien runtergeladen und weiterverbreitet hat, musste sich gestern ein Mann aus Nieder-Mörlen vor dem Friedberger Amtsgericht verantworten. Richter Dr. Markus Bange verurteilte den 36-Jährigen zu einer zwölfmonatigen Freiheitsstrafe auf Bewährung.
16. März 2011, 10:40 Uhr

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der 36-Jährige zwischen Januar und Oktober 2009 in sechs Fällen kinderpornografische Dateien aus dem Internet runtergeladen hatte. Die Dateien hatte er anderen Usern teilweise zur Verfügung gestellt. Auf seinem Laptop wurden 373 Bild- und 14 Videodateien gefunden.

Als Sachverständiger war der 42-jährige Steven Wood anwesend. Er hatte den Laptop des Angeklagten untersucht. Dank eines speziellen Programms könne er einwandfrei beweisen, dass es der Nieder-Mörlener gewesen sei, der die Dateien heruntergeladen habe. Der Angeklagte, selbst mehrfach, allerdings nicht einschlägig vorbestraft, stritt sämtliche Vorwürfe ab. Er wisse nicht, wie die Dateien auf seinen Laptop gelangt seien. Er nutze den Laptop nur selten. Das Notebook sei zudem ständig kaputt und deshalb in Reparatur gewesen. Die Internetseiten, von denen die kinderpornografischen Dateien bezogen wurden, kenne er nicht, betonte der 36-Jährige.

Wood wies die Behauptung des Beschuldigten zurück. Es gebe keine Anhaltspunkte dafür, dass jemand anderes als der Angeklagte Zugriff auf den Laptop hatte.

Verteidiger Clemens Louis reichte das nicht als Beweis. Er selbst kenne sich mit dem Computer aus. Viele Ausführungen des Sachverständigen seien unverständlich, sagte der Anwalt.

Staatsanwalt Mike Hahn hatte keinen Zweifel an der Schuld des Angeklagten. Nur der Nieder-Mörlener habe Zugriff auf den Laptop gehabt. Eine Freiheitsstrafe von einem Jahr auf Bewährung sollte es sein.

Verteidiger Louis plädierte auf einen Freispruch. »Es gibt zu viele Unklarheiten«, sagte er. Solle sein Mandant bestraft werden, wolle er in die Revision gehen, kündigte er bereits vor der Urteilsverkündung an.

Richter Bange verkündete schließlich das Urteil: Der Angeklagte wurde in allen Anklagepunkten für schuldig befunden und zu einem Jahr Freiheitsstrafe verurteilt. Die Bewährungszeit beträgt drei Jahre. Zudem muss der Mann eine Geldstrafe in Höhe von 1500 Euro zahlen. Das Urteil begründete Richter Bange damit, dass sowohl ein technischer Defekt des Laptops als auch ein Fremdeingriff eindeutig widerlegt werden könne. »Es gibt keine vernünftigen Anhaltspunkte, die etwas anderes belegen.« Eine Freiheitsstrafe sei aufgrund der erheblichen Vorbelastung unumgänglich, erklärte Bange.

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