04. März 2011, 18:50 Uhr

Aus Buckelpisten werden schöne Gassen

Bad Nauheim-Steinfurth (ihm). Neu- und Hintergasse im Rosendorf sind frisch gepflastert, und auch die Kanäle wurden erneuert. Gestern war offizielle Übergabe. Die Baukosten betrugen 1 Million Euro, hohe Zuschüsse flossen aus dem Konjunkturprogramm II.
04. März 2011, 18:50 Uhr
Weihen die schmucken Gassen ein: Erol Türkmen, Peter Baumann, Sinan Sert, Jürgen Patscha, Erster Stadtrat Armin Häuser, Bürgermeister Bernd Witzel und Hans-Peter Thyssen (von links). (Foto: ihm)

 

 

Ortsvorsteher Heinz Thönges deutet zur Ecke Neugasse: »Das ist mein Geburtshaus. Wir wohnten dort, bis wir ausgesiedelt sind.« Er kann sich noch erinnern, wie er auf dem buckeligen Asphalt mit Murmeln spielte. Aufgrund dieses Bezugs sei er besonders zufrieden über die Verbesserung. Christa Philippi schließt sich an: Seit 44 Jahren wohnt sie in der Hintergasse. »Die Sanierung war dringend notwendig. Auf der Straße konnte man fast nicht mehr laufen. Im Winter ging es gar nicht.«

Ein rotes Band ist zwischen Neu- und Hintergasse gespannt, Bürgermeister Bernd Witzel greift zum Mikrofon. »Über dieses Projekt wurde 20 Jahre diskutiert. Das Konjunkturpaket II kam zu Hilfe, sonst würden wir weitere Jahre debattieren.« Die Straßen sähen »wunderschön« aus. Trotz der kalten Witterung sei der Bau zeitgerecht fertiggestellt worden. Komplikationen seien nicht entstanden. »Da die Hausbebauung fast durchgängig angrenzt, mussten erhöhte Anforderungen an die Ausführung gestellt werden.« Der Zustand der Gebäude sei »im Rahmen einer Beweissicherung« vorab dokumentiert und teilweise während der Arbeiten schwingungstechnisch überwacht worden.

Zwar hätten Anwohner vermutet, durch die Erschütterungen seien Risse am Mauerwerk entstanden. »Aber es stellte sich heraus, dass der Riss schon vorher da war.« Erfreulicherweise habe Bad Nauheim keine Straßenbeitragssatzung. »Sonst hätten die Bürger zahlen müssen.«

Abschnittsweise seien die Arbeiten erledigt worden. 800 Meter Abwasserrohre und neun Kontrollschächte habe die Firma erneuert. 3300 Quadratmeter Betonsteinpflaster und 4000 Tonnen Frostschutzmaterial wurden verbaut. Für den Kanalbau seien 426 000 Euro, für den Straßenbau 502 000 Euro ausgegeben worden. Der Kostenrahmen werde wahrscheinlich um fünf Prozent unterschritten. Witzel: »Die Straßenbaukosten werden aus dem Konjunkturprogramm II mit 70 Prozent bezuschusst.« Der stellvertretende Parlamentschef Hans-Peter Thyssen meint: »Die Steinfurther können sich über das ansprechende Bild freuen.«

CDU klagt über Ölflecken

Gleicher Ansicht ist die CDU, deren Mitglieder die beiden Straßen kürzlich besichtigten. Als »absolut gelungen« würdigte der stellvertretende Fraktionschef Armin Kreuter das Ergebnis der Sanierung. Er lobte das Bauunternehmen, das viel Rücksicht auf die Anwohner genommen habe. Ein Ärgernis hat die Union allerdings bereits ausgemacht: In der südlichen Hintergasse sei das neue Pflaster durch große Ölflecken verschmutzt. Die Feuerwehr habe anrücken müssen.



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