05. April 2010, 18:26 Uhr

Neu gestalteter »Raum der Stille« im Hochwaldkrankenhaus

Bad Nauheim (pm). Mit einer ökumenischen Andacht einschließlich der Segnung des Altars durch Generalvikar Dietmar Giebelmann als Vertreter des Bistums Mainz sowie einer anschließenden kleinen Feier wurde kürzlich nach dreijähriger Vorbereitung der »Raum der Stille« im Hochwaldkrankenhaus eingeweiht.
05. April 2010, 18:26 Uhr
Freuen sich über die Gestaltung des »Raumes der Stille« (v.l.): Dekan Hans-Joachim Wahl, Pastoralreferent Helmut Jung, Pfarrerin Gisela Theis, Generalvikar Dietmar Giebelmann, Dekan Jörg-Michael Schlösser, Propst Matthias Schmidt, Erster Stadtrat Armin Häuser, Krankenhausdezernent Oswin Veith und Verwaltungsleiter Stefan Keller. (Foto: pv)

Bad Nauheim (pm). Mit einer ökumenischen Andacht einschließlich der Segnung des Altars durch Generalvikar Dietmar Giebelmann als Vertreter des Bistums Mainz sowie einer anschließenden kleinen Feier wurde kürzlich nach dreijähriger Vorbereitung der »Raum der Stille« im Hochwaldkrankenhaus eingeweiht. Jörg-Michael Schlösser, Dekan des evangelischen Dekanats Wetterau, betonte als Moderator die große Freude über das Gelingen des Projekts, das an einem »weltlichen« Krankenhaus nicht selbstverständlich sei. Stefan Keller, Verwaltungsleiter des Hochwaldkrankenhauses, dankte namens der Geschäftsleitung des GZW dem Bistum Mainz sowie der Evangelischen Kirche von Hessen und Nassau, vertreten durch ihren Propst für Oberhessen, Matthias Schmidt, für die Bereitstellung von insgesamt 23 000 Euro zur Ausgestaltung des Raums. Altar und Ambo hat der aus Obertshausen stammende Bildhauer Christoph Schindler aus Eichenholz und Messing geschaffen, das Altarbild die Künstlerin Karen Krebs, die auch für die Gesamtgestaltung des Raums verantwortlich zeichnete, und die Plastik des Christophorus die Künstlerin Vesna Bakic.

Vor 30 Gästen aus Kirche, Krankenhaus und Politik skizzierte Dekan Schlösser nach der musikalischen Einleitung durch Kantor Nikolo Sokoli den Weg von der Bereitstellung eines Raumes zur Nutzung durch die Klinikseelsorge bis zur Fertigstellung. Das Hochwaldkrankenhaus hatte die Grundsanierung des Raumes übernommen sowie die Ausstattung mit Lampen und Vorhängen. Den Klinikseelsorgern Sebastian Corpodean-Dörr und Pfarrerin Gisela Theis dankte Schlösser für die »Ausdauer und Beständigkeit«, mit der sie das Anliegen verfolgten. Mit dem von den beiden Kirchen zur Verfügung gestellten Geld sei ein anspruchsvoller begrenzter künstlerischer Wettbewerb durchgeführt worden, der die »zwei wunderbaren Entwürfe« der Künstlerinnen Krebs und Bakic erbracht habe. Schlösser: »Medizinisches Können, qualitativ hochwertige Pflege und Seelsorge ergänzen einander.« Generalvikar Giebelmann sagte, im »Raum der Stille« müsse Angst, Erschrecken und Trauer nicht versteckt werden. »Dieser Raum ist ein Ort, wo Ohnmacht ausgehalten werden kann und wo aus Ohnmacht und Verzweiflung Hoffnung und Zuversicht werden kann.«

Der Erste Stadtrat Armin Häuser schloss sich - auch im Namen des Ersten Kreisbeigeordneten Oswin Veith - dem Dank an die beiden Kirchen sowie die Krankenhausleitung an. Inmitten der Hektik und Betriebsamkeit des Krankenhausalltags tue es gut, an einem Ort Ruhe finden zu können. Als »Zuflucht in einem Haus, in dem eigentlich nie wirkliche Stille anzutreffen ist«, charakterisierte Verwaltungsleiter Stefan Keller den neu geschaffenen Raum. Gott sei zwar jederzeit und überall erreichbar, aber schon die ersten Christen hätten erfahren, wie wichtig die Zusammenkunft an einem dafür vorgesehenen Ort für jeden Einzelnen sei.

Bildhauer Christoph Schindler stellte Altar und Ambo als Kunstwerke vor, die auch funktionieren müssten. Die Stücke sollten beweglich und der Altar in der Höhe verstellbar sein, um die flexible Nutzung des Raums zu ermöglichen, der bildliche Inhalt sollte mit der liturgischen Bedeutung des Raums korrespondieren.

Pfarrerin Gisela Theis dankte allen am Zustandekommen des Projekts Beteiligten mit jeweils einer Rose.



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