10. Januar 2010, 18:14 Uhr

»Daisy« kontra Elvis: Fans bleiben zu Hause

Bad Nauheim/Friedberg (bk/har). Tief »Daisy«, die Wirtschaftskrise und die vielen Konkurrenzangebote machten den Veranstaltern der Bad Nauheimer »Birthday Celebration« zum 75. Geburtstag von Elvis Presley einen Strich durch die Rechnung: Bei den beiden Hauptevents der dreitägigen Geburtstagsparty - »Double Trouble« am Freitagabend im Sportheim und »Heartbreak Hotel« im Dolce-Jugendstiltheater am Samstagabend - wurden insgesamt nur rund 500 Besucher gezählt.
10. Januar 2010, 18:14 Uhr
Martin Möbius und Steven Pitman bei ihrem Spantanauftritt.

Bad Nauheim/Friedberg (bk/har). Tief »Daisy«, die Wirtschaftskrise und die vielen Konkurrenzangebote machten den Veranstaltern der Bad Nauheimer »Birthday Celebration« zum 75. Geburtstag von Elvis Presley einen Strich durch die Rechnung: Bei den beiden Hauptevents der dreitägigen Geburtstagsparty - »Double Trouble« am Freitagabend im Sportheim und »Heartbreak Hotel« im Dolce-Jugendstiltheater am Samstagabend - wurden insgesamt nur rund 500 Besucher gezählt. »Bei einer Januar-Elvis-Veranstaltung hatten wir noch nie eine solch geringe Resonanz«, sagte Klaus Ritt, der für den Inhalt der »Celebration« verantwortlich zeichnete. Die wenigen Zuschauer, die gekommen waren, zeigten sich allerdings begeistert vom Gebotenen. So konnte das Ensemble des Theaters im Zentrum aus Kassel, das am Samstag auftrat, die vielen Zugabeforderungen kaum bewältigen - zu erschöpft waren die Schauspieler und Musiker am Ende. Beide Programmpunkte - Double Trouble« und »Heartbreak Hotel« - sollen vermutlich im Sommer wiederholt werden. Auch ins Bürgerhaus Friedberg-Ossenheim kamen weniger Fans als erwartet.

»Die Panik, die wegen des vermeintlichen Schneechaos' gemacht wurde, hat uns sicher am meisten geschadet«, meinte Ritt. Schon im Vorfeld der Geburtstagsparty hatte sich abgezeichnet, dass der Zuspruch diesmal geringer als gewohnt ausfallen würde. Denn die Paket-Angebote mit zwei Übernachtungen und Eintrittskarten für die wichtigsten Veranstaltungen, wurden nicht so stark nachgefragt wie erhofft. Gleichwohl kamen laut Ritt die meisten der 200 Gäste am Freitagabend im Sportheim von auswärts. Viele Fans aus der näheren Umgebung waren aufgrund der angekündigten Schneefälle zu Hause geblieben.

Dort, wo Elvis vor 50 Jahren seinen 25. Geburtstag gefeiert hatte, boten die Elvis-Interpreten Steven Pitman und Martin Möbius, die von acht weiteren Musikern unterstützt wurden, eine tolle Show. »Die beiden sind vorher noch nie zusammen aufgetreten, sind ganz unterschiedliche Typen und haben nur dreimal geprobt«, erzählte Ritt. Geboten wurde nichts Klischeehaftes in Sachen Elvis - die Musik stand im Vordergrund, wobei der Auftritt in drei jeweils knapp einstündige Abschnitte unterteilt war. Behandelt wurde je ein Jahrzehnt der Elvis-Epoche zwischen den 1950er und 1970er Jahren.

Ritt: »Wir haben viel in die Licht- und Tonqualität investiert, und das hat sich bezahlt gemacht.« Die Musik kam beim Publikum sehr gut an. »Eine spektakuläre Sache und ein echtes Bad-Nauheim-Produkt«, sagte der »Celebration«-Organisator. Wie Björn Rudek von der Stadtmarketing GmbH berichtete, hatten Pitman und Möbius bereits am Freitagmittag in der Tourist Info ein kurzes Spontankonzert gegeben.

Das Theater im Zentrum hatte sich Ritt in Kassel angesehen und die Truppe sofort für die Elvis-»Celebration« verpflichtet. Das Stück - in die Handlung sind zahlreiche Elvis-Lieder eingeflochten - sorgte im nur halb gefüllten Dolce-Theater für tolle Stimmung. Am Ende gab es zahlreiche Zugabe-Forderungen, die vom Ensemble kaum erfüllt werden konnten. Zur Handlung: Ein kleines Theater möchte ein Elvis-Musical aufführen, als kurz vor der Premiere der Hauptdarsteller ausfällt. Nur zwei Ersatzakteure melden sich zum Vorsingen - beides gute Sänger, aber schlechte Mimen. Schließlich übernimmt der Bühnenarbeiter die Hauptrolle. »Keine Glitzershow, die überall zu sehen ist, sondern ein niveauvolles und sehr lustiges Stück«, beschrieb Ritt das »Heartbreak Hotel«.

Möglicherweise sollen beide Programmpunkte im Rahmen des Elvis-Festivals im Sommer noch mal angeboten werden. Wie Ritt und Rudek betonten, sei Bad Nauheim mit der »Celebration« noch nie derart in den überregionalen Medien präsent gewesen. Bei den Besucherzahlen habe sich das leider nicht positiv bemerkbar gemacht. »Nicht nur das Wetter, auch die Krise haben sich ausgewirkt. Die Leute halten ihr Geld zusammen«, betonte Ritt. Weil es der 75. Geburtstag von Elvis war, seien zudem in zahlreichen deutschen Städten Veranstaltungen angeboten worden. Ritt: »Und wer wirklich Geld hat, ist diesmal nach Memphis geflogen.« Ein Programmpunkt der dreitägigen Veranstaltung in Bad Nauheim, die gestern Abend mit dem Gastspiel von Shaky Everett im Theater am Park zu Ende ging, musste aufgrund des Wetters abgesagt werden: die für Samstag geplante Bustour zu Elvis-Schauplätzen in der Region. Ein Teil der angemeldeten Fahrgäste hatte bereits im Vorfeld abgesagt, weil sie nicht anreisen konnten.

Nur eine Veranstaltung zum 75. Geburtstag von Elvis wurde am Wochenende in Friedberg geboten. Der Elvis-Presley-Verein Bad Nauheim/ Friedberg hatte für Samstagabend zur »Elvis 75. Birthday Party« ins Ossenheimer Bürgerhaus eingeladen. Dort traten Elvis-Interpret Rami und das Trio Randy Rich and the Poor Boys auf. Es wurden weniger Elvis-Fans gezählt als erwartet.

»Wir machen das Beste draus«, meinte Rami. Der 35-Jährige, der erst seit gut zwei Jahren als Elvis-Interpret unterwegs ist, überzeugte die Besucher in seiner einstündigen Halbplayback-Show. Schnell tanzten die ersten Paare zu den frühen Hits des King oder den Klassikern aus den Las-Vegas-Shows. Der gelernte Hotelfachmann, der heute in der Metallbranche arbeitet, sang zunächst in einem Kirchenchor, bevor er einen Elvis-Wettbewerb in Kassel gewann. Seitdem absolviert er rund 30 Auftritte im Jahr. Erst nach mehreren Zugaben konnte Rami die Bühne verlassen.

Nach einer Pause sorgten Randy Rich and the Poor Boys für den Höhepunkt des Abends. Das Trio um Gitarrist Randy Rich hat sich ganz den Anfängen des Rockabilly und Rock 'n' Roll verschrieben. Rich überzeugte mit perfektem Spiel auf der halbakustischen Guild-Gitarre, der Hamburger Martin Viahn mit virtuosem Spiel auf der Akustikgitarre und Frank Witzke am Kontrabass und Schlagzeug. Es war authentischer Rock 'n' Roll, den die Musiker präsentierten. Das Trio zog die Besucher voll in seinen Bann.

Schlagworte in diesem Artikel

  • Elvis Presley
  • Geburtstage
  • Musikverein Griedel
  • Sportheime
  • Wirtschaftskrisen
  • Schlagwort zu
    Meine Themen

    Sie haben bereits 15 Themen gewählt

    Sie folgen diesem
    Thema bereits

Klicken Sie auf ein Schlagwort, um es zu „Meine Themen” hinzuzufügen oder weitere Inhalte dazu zu sehen.


0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos

Kommentare

Kommentar hinzufügen