03. September 2009, 17:02 Uhr

Wirtschaftskrise ist beim Güterverkehr spürbar

Bad Nauheim (pm). Kaum eine Vereinsarbeit erfordert so viel ehrenamtlichen Einsatz wie die der Eisenbahnfreunde Wetterau mit Sitz in Bad Nauheim. Nur aufgrund des enormen Engagements war es möglich, den Klub 35 Jahre lang am Leben zu erhalten und damit ein Stück Eisenbahngeschichte für die Bürger der Region erfahrbar zu machen. Das »unrunde« Jubiläum wird nicht groß gefeiert, am Sontag, 6. September, steht stattdessen die nächste Fahrt durch das Wettertal an.
03. September 2009, 17:02 Uhr
Diese beiden Dieselloks gehören zum Fuhrpark der Eisenbahnfreunde, der im Lauf der Jahrzehnte ständig gewachsen ist. (Foto: John/pv)

Bad Nauheim (pm). Kaum eine Vereinsarbeit erfordert so viel ehrenamtlichen Einsatz wie die der Eisenbahnfreunde Wetterau mit Sitz in Bad Nauheim. Nur aufgrund des enormen Engagements war es möglich, den Klub 35 Jahre lang am Leben zu erhalten und damit ein Stück Eisenbahngeschichte für die Bürger der Region erfahrbar zu machen. Das »unrunde« Jubiläum wird nicht groß gefeiert, am Sontag, 6. September, steht stattdessen die nächste Fahrt durch das Wettertal an.

Waren die ersten Vereinsjahre geprägt vom Modellbahn-Hobby, kristallisierte sich schnell heraus, dass sich die Museumsbahn-Fans durchsetzen würden. Ende der 70er Jahre wurden nach Angaben des Vorsitzenden Stefan John die ersten Personen- und Güterwagen beschafft, restauriert und im Rahmen von Sonderzügen drei bis fünf Mal pro Jahr eingesetzt. Das Vereinsgelände in Bad Nauheim wurde bezogen und eingerichtet. Der damalige Vorsitzende Ulrich Meyer schuf die Voraussetzungen für den heute erfolgreich agierenden Verein. In Kooperation mit anderen Klubs oder in Eigenregie wurden die ersten Museumszugfahrten veranstaltet sowie der Wagenpark ausgesucht und restauriert.

Nach rund zehn Jahren übergab Meyer die Vereinsführung an Uli Ströhle, der die Eisenbahnfreunde breiter aufstellte. Weitere Fahrzeuge und die erste Lokomotive (V 36) wurden beschafft, außerdem war Ströhle maßgeblich an Beschaffung, Finanzierung und Aufarbeitung der Dampflok beteiligt. Der Vorsitzende erwarb auch die Lokführer-Lizenz und steuerte das Dampfross bis zum Ablauf der Untersuchungsfrist Ende der 90er Jahre. Während seiner Amtszeit wurden das Vereinsheim und der Bahnhof renoviert, die Lokhalle gebaut und zahlreiche Fahrzeuge restauriert.

Nach 20 Jahren gab Ströhle die Vereinsführung an Stefan John ab, der seit seinem Beitritt 1979 als 17-Jähriger immer im Vorstand tätig war. Er führte den Verein in eine neue Ära, denn die Streckenübernahme stand an, und aus dem ehrenamtlich tätigen Klub wurde jetzt auch ein Zweckbetrieb. Unter anderem wurde ein neues Verkehrsunternehmen gegründet, das als »Eisenbahn der EFW« eingetragen ist. Mit dem professionellen Güterzugverkehr - vor allem Holztransporte - hatten die Eisenbahnfreunde ein weiteres Einnahmestandbein, was angesichts des enormen Finanzbedarfs enorm wichtig ist. Denn eine Infrastruktur wie die 20 Kilometer lange Strecke, die einst der Butzbach-Licher Eisenbahn gehörte, zu unterhalten, verschlingt laut John jedes Jahr einige 10 000 Euro.

Einige neue Lokomotiven prägen heute den Wagenpark der Eisenbahnfreunde, neben der altbewährten Diesellok V36 gehört inzwischen eine Lok für den Güterverkehr dazu (Krauss-Maffei, 3-achsig), sowie drei Mak-Stangen-Lokomotiven. Eine schwere vierachsige Diesellok soll 2011 zum Einsatz kommen. Neben dem Verein ist ein Wirtschaftsbetrieb gewachsen, der von den ehrenamtlichen Mitgliedern geführt werden muss. Höhepunkt der Amtszeit Johns war der erneute Einsatz der restaurierten Dampflokomotive T3 in diesem Sommer. Allerdings stürzten die Ausgaben für die Instandsetzung des »besten Stücks« den Verein in eine tiefe finanzielle Krise, zumal den Eisenbahnfreunden aktuell die Wirtschaftsflaute zu schaffen macht: Nach Angaben des Vorsitzenden hat sich das Güterverkehrsaufkommen um 25 Prozent reduziert. Nächste Herausforderung ist die Landesgartenschau 2010.

Museumszug startet wieder

Der Museumszug fährt am Sonntag, 6. September, um 10, 13 und 16 Uhr in Bad Nauheim/Nord ab. Der Rückweg ab Münzenberg wird um 11.30, 14.30 und 17.30 Uhr angetreten. Der Zug hält an allen Unterwegsbahnhöfen mit Ausnahme von Oppershofen und Ober-Hörgern. Den Fahrplan können Interessenten unter der Faxnummer 0 60 32/92 92 38 anfordern. Nähere Infos gibt es im Internet (<%LINK auto="true" href="http://www.ef-Wetterau.de" text="www.ef-Wetterau.de" class="more"%>) oder unter der Rufnummer 0 60 32/92 92 29, unter der auch Sitzplatz-Reservierungen (ab 20 Personen) entgegengenommen werden..

Der Museumszug ist bewirtschaftet, Souvenirs können erworben werden. Zum 35-jährigen Vereinsbestehen gibt es ein besonderes Angebot: Fahrgäste, die nachweislich 35 Jahre oder 35 Monate alt sind, fahren kostenlos mit.

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