18. August 2009, 19:00 Uhr

Der »Beschimpfung« folgt die Suche nach Beweggründen

Bad Nauheim (bk). Die SPD wird im Bundestagswahlkampf nicht eben von positiven Schlagzeilen verwöhnt. Auf Berliner Ebene beherrscht das Hickhack um den Dienstwagen von Ministerin Ulla Schmidt die Nachrichten, auf lokaler Ebene sorgt ein Leserbrief des Stadtverordneten Dr. Hans-Joachim Simon für innerparteiliche Unruhe. Simon, seit Jahrzehnten SPD-Mitglied, hatte sich im WZ-Meinungstreff vom Freitag abschätzig über die Wetterauer Bundestagsabgeordnete und Kandidatin Nina Hauer geäußert.
18. August 2009, 19:00 Uhr
Wolfgang Iser

Bad Nauheim (bk). Die SPD wird im Bundestagswahlkampf nicht eben von positiven Schlagzeilen verwöhnt. Auf Berliner Ebene beherrscht das Hickhack um den Dienstwagen von Ministerin Ulla Schmidt die Nachrichten, auf lokaler Ebene sorgt ein Leserbrief des Stadtverordneten Dr. Hans-Joachim Simon für innerparteiliche Unruhe. Simon, seit Jahrzehnten SPD-Mitglied, hatte sich im WZ-Meinungstreff vom Freitag abschätzig über die Wetterauer Bundestagsabgeordnete und Kandidatin Nina Hauer geäußert. Grund genug für den Kurstadt-Vorstand der Sozialdemokraten, sich am Sonntag mit dem Thema zu befassen. »Wir wollen die Sache nicht zu hoch hängen, werden Simon aber zu einem klärenden Gespräch einladen«, sagte der kommissarische Vorsitzende des Ortsvereins, Wolfgang Iser, auf WZ-Anfrage. Der Stadtverordnete soll laut Iser erläutern, warum er Hauer mitten im Wahlkampf »beschimpft« und damit der Partei schadet. Von weiterführenden Schritten, wie einem Parteiordnungsverfahren oder einem Ausschluss aus der Fraktion, hält der kommissarische Vorsitzende nichts.

Simon hatte in seinem Leserbrief Hauers Qualifikation als »Finanzexpertin« der Bundestagsfraktion in Zweifel gezogen. Ein zehnjähriges Studium - Iser zufolge ist diese Zeitangabe falsch - zur Deutsch- und Geschichtslehrerin sei keine Grundlage, um Finanzpolitik zu betreiben. Auch eine Ausbildung zur »geprüften Finanz- und Anlageberaterin« helfe nicht wirklich. Deshalb hat Hauer nach Auffassung Simons auch Fehlentscheidungen der rot-grünen Bundesregierung mitgetragen, die ursächlich für die derzeitige Finanzkrise seien. Zuletzt sei Hauer in die »Intrige« der hessischen SPD-Vierergruppe um Jürgen Walter verstrickt gewesen.

Wie Iser erklärte, »strotzt der Leserbrief vor Fehlern und Verschwörungstheorien«. Die Äußerungen des Stadtverordneten seien durch Missgunst geprägt, Simon »wirft Dreck auf eine Parteifreundin«. Die Beweggründe Simons kann der kommissarische Vorsitzende nicht nachvollziehen. »Klar ist eines: Solche Äußerungen nützen dem politischen Gegner.« Vermutlich sei der Grund in der schwierigen Persönlichkeitsstruktur des Stadtverordneten zu suchen, denn »Simon ist keine einfache Person«. Damit habe auch die Parlamentsfraktion von Zeit zu Zeit ihre Probleme.

Egal wie das Gespräch mit Simon (wenn es denn zustande kommt) endet, weitergehende Konsequenzen schließt Iser aus. Das würde für neue Schlagzeilen sorgen.

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