06. August 2008, 16:46 Uhr

Nachwuchsförderung wird großgeschrieben

Bad Nauheim (bk). Das Max-Planck-Institut für Herz- und Lungenforschung (MPI) macht sich stark für die Nachwuchsförderung. Zusammen mit den Universitäten Frankfurt und Gießen wird am Standort Bad Nauheim die International Max Planck Research School for Heart and Lung Research (IMPRS) ins Leben gerufen.
06. August 2008, 16:46 Uhr
Kommen aus aller Welt nach Bad Nauheim: Die Teilnehmer der Auswahltagung der Graduiertenschule mit Koordinator Dr. Felix Müller-Holtkamp (links). Foto: pv)

Mit der Graduiertenschule, die im Herbst ihre Arbeit aufnimmt, soll die Doktorandenausbildung optimiert werden. Gleichzeitig erhoffe man sich eine Steigerung der Attraktivität des MPI für junge, hochqualifizierte Wissenschaftler, sagte der Geschäftsführende Direktor Prof. Thomas Braun.

Iran, Indien, Taiwan, Indonesien, China – was sich anhört wie die Stationen einer Asienreise, sind die Herkunftsländer der Bewerber, die gegenwärtig am Bad Nauheimer MPI an einer Auswahltagung der neu gegründeten IMPRS teilnehmen. Mehr als die Hälfte der Kandidaten kommt aus dem Ausland. Dies ist laut Braun durchaus beabsichtigt: »Die Graduiertenschule bietet für das MPI und die beiden beteiligten Universitäten die Chance, international besser sichtbar zu werden und qualifizierte Nachwuchsforscher vor allem aus den aufstrebenden Forschungsnationen Asiens und Osteuropas nach Bad Nauheim zu locken.« Die IMPRS wird im Oktober an den Start gehen.

Die erfolgreichen Bewerber werden zunächst eine Orientierungsphase absolvieren, in der sie die Forschungsgruppen in Bad Nauheim, Gießen und Frankfurt kennenlernen und sich anschließend ein Thema für ihre Doktorarbeit aussuchen. Darüber hinaus werden Trainingskurse angeboten. Damit ist nach Ansicht des MPI-Direktors eine große Chance für die Nachwuchswissenschaftler verbunden. »Frü-her lernte ein Doktorand vor allem die Methoden, die er für seine Dissertation benötigte. Durch die IMPRS erhält er die Möglichkeit, auch Qualifikationen zu erwerben, die bei seiner Karriereplanung hilfreich sein werden«, so Braun. Zudem verstehe sich die Schule als unabhängige Anlaufstelle, falls es Probleme mit der Doktorarbeit gebe.

Die Max-Planck-Gesellschaft finanziere die IMPRS mit rund 350 000 Euro pro Jahr. Damit werde unter anderem die Teilnahme an Kongressen und Seminaren ermöglicht. Die Finanzierung der neuen Graduiertenschule erfolge zunächst für sechs Jahre. Nach einer erfolgreichen Beurteilung sei eine Anschlussfinanzierung möglich. Nach einer Aufbauphase sollen ab dem dritten Jahr gleichzeitig bis zu 40 Doktoranden beherbergt werden, die innerhalb von drei Jahren ihren Titel erwerben können.



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