20. Mai 2015, 18:23 Uhr

Fachmärkte auf dem Stoll-Gelände: Vertrag fertig

Bad Nauheim (bk). Massiver Protest, hitzige Redeschlachten, Bürgerentscheid – das ist Vergangenheit. Die Gegner der Fachmarkt-Pläne fürs Stoll-Gelände haben den Widerstand eingestellt. Die Verwaltung setzt das Projekt Schritt für Schritt um. Jetzt hat der Magistrat Flächenverkauf und städtebaulichen Vertrag beschlossen.
20. Mai 2015, 18:23 Uhr
Neuer Klinik-Standort am Rande der Stadt: Das Kissel-Gelände sowie der Acker links daneben (Mitte, direkt an der B 3) werden an den Salus-Konzern verkauft. (Foto: Ernst Stadler)

Ende November hatte das Parlament entschieden, die Entwicklung des seit rund 20 Jahren brachliegenden Stoll-Areals auf der Grundlage des Konzepts der Werner Projektentwicklung GmbH aus Kalbach bei Fulda voranzutreiben. Der Magistrat wurde beauftragt, alle Vertragsverhandlungen mit der Firma zu führen sowie die notwendigen bauplanungsrechtlichen Schritte zur Entwicklung des Stoll-Areals auf den Weg zu bringen. »Die konstruktiven und vertrauensvollen Gespräche mit der Firma Werner waren zielführend. Herr Werner steht als seriöser Geschäftsmann alter Schule zu seinem Wort, ich konnte dem Magistrat den Verkauf der rund 24 000 Quadratmeter, die Aufstellung eines Bebauungsplans und einen städtebaulichen Vertrag vorschlagen. Der Magistrat hat zugestimmt«, sagt Bürgermeister Armin Häuser.

Den Grundstücksverkauf muss nun noch der Haupt- und Finanzausschuss absegnen. »Der positive Abschluss der Verhandlungen spült rund 2,3 Millionen Euro in die Stadtkasse. Dies bedeutet bei einem Bilanzwert des Geländes von 1,3 Millionen Euro einen Gewinn in Höhe von 1 Million«, erklärt Häuser. Diese Rechnung kann allerdings auch anders aufgemacht werden. Wie der ehemalige Rathauschef Bernd Witzel 2010 mitgeteilt hatte, habe die Stadt das Stoll-Gelände für 3 Millionen D-Mark erworben. Zudem investierte die Stadt 2010/2011 nach Angaben von Jürgen Patscha (Fachbereichsleiter Stadtentwicklung) etwa 800 000 Euro in die Altlastensanierung. Macht unter dem Strich 2,3 Millionen Euro, was genau dem jetzigen Verkaufspreis entspricht. Im November letzten Jahres hatte die Opposition denn auch angemerkt, dass die Activ Group, damals Mitbewerber der Werner GmbH, bereit gewesen sei, 2,8 Millionen zu überweisen. Activ wollte nicht nur einen großen Teil, sondern das gesamte, mehr als 30 000 Quadratmeter große städtische Gelände erwerben.

Mit dem Bebauungsplan und dem städtebaulichen Vertrag beschäftigen sich im Juni der Bauausschuss und abschließend die Stadtverordnetenversammlung. Die Werner GmbH hat – bei entsprechender Beschlussfassung der Gremien – die Möglichkeit, auf dem Areal an der Schwalheimer Straße einen Lebensmittelmarkt mit einer Verkaufsfläche von maximal 2500 Quadratmetern, einen Elektronikmarkt (höchstens 2000 Quadratmeter), ein Fitnessstudio, ein Café oder Bistro und zwei kleine Dienstleistungsbetriebe mit je maximal 60 Quadratmetern Nutzfläche zu entwickeln. Alles soll in einem großen Gebäude untergebracht werden. Im Gegensatz zu früheren Planungen wird auf einen Sportartikel-Anbieter ebenso verzichtet wie auf ein Fastfood-Lokal.

Darüber hinaus hat der Investor laut Bürgermeister Häuser 240 Stellplätze zu bauen, die Verkehrsanbindung des Areals an die Schwalheimer Straße durch einen Kreisel sicherzustellen und eine Fußgängerbrücke über die Usa herzurichten. Möglicherweise muss weitere Erde entsorgt werden, die mit Schadstoffen belastet ist. Auch für diese Kosten müsse der Investor aufkommen. Die gesamte Architektur sei eng mit der Stadt abzustimmen. Der Bürgermeister rechnet mit einem Baubeginn im Sommer nächsten Jahres. Im Herbst 2017 könnten die Märkte möglicherweise eröffnet werden.

Häuser: »Es steht definitiv fest, dass Tegut den Lebensmittelmarkt betreiben wird. Eine Zusage für den Bestandsschutz des Tegut-Markts in der Innenstadt liegt vor. Wer die anderen Läden betreiben wird, ist noch nicht abschließend geklärt. Ich bin jedoch zuversichtlich, dass Werner auch dafür geeignete Partner präsentieren wird.« Nicht nur wegen des damaligen Bürgerentscheids werde die Verwaltung die Auswirkung der Märkte auf die Geschäfte in der Innenstadt genau im Auge behalten. Der Rathauschef kündigte an, entsprechende vertragliche Regelungen zu treffen – etwa für die Gestaltung des Sortiments. Die Innenstadt solle weiter gestärkt werden, das zeigten nicht zuletzt die Planungen zur Umgestaltung der Stresemannstraße.

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