02. Juli 2021, 21:47 Uhr

Zweiter Bürgermeisterkandidat

Es drohte langweilig zu werden. Aber jetzt haben die Gemündener immerhin eine richtige Wahl: Gerhard Kaminski hat am Freitag seine Bereitschaft erklärt, zur Bürgermeisterwahl am 26. September anzutreten. Der Parteilose möchte auf der Basis von besserer Kommunikation mit den Bürgern die Großgemeinde voranbringen.
02. Juli 2021, 21:47 Uhr
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Von Rolf Schwickert
Der parteilose Bürgermeisterkandidat Gerhard Kaminski legt Wert auf Unabhängigkeit und Kommunikation.

Zur Bürgermeisterwahl in Gemünden wird es einen weiteren Kandidaten geben. Gerhard Kaminski, derzeit in Alsfeld lebender freier Journalist, hat sich entschlossen, über das kommunalpolitische Geschehen im Vogelsbergkreis nicht mehr nur zu berichten, sondern in Gemünden selbst Verantwortung für die Gestaltung der lokalen Politik zu übernehmen.

»Ich bin zwar in einem Alter, in dem der Beruf in den Ruhestand mündet, ich kann mir jedoch nicht vorstellen, das politische Geschehen um mich herum nur passiv über mich ergehen zu lassen. Kommunalpolitik hat mich schon immer interessiert, ob als Kreistagsabgeordneter, der ich zwei Wahlperioden lang im Nachbarkreis war, oder als Journalist für einen kommunalpolitischen Fachinformationsdienst oder - nicht zuletzt - als Mitarbeiter der lokalen Presse im Vogelsbergkreis«, berichtet er.

All diese Erfahrungen will er einbringen, um die Gemeinde Gemünden zukunftsfähig zu machen. Als »solide Basis« bringt er ein Studium der Politikwissenschaft mit. Zudem ist er mit den Strukturen und politischen Verhältnissen in Gemünden gut vertraut, weil er einige Jahre in Otterbach gelebt hat, wohin er sich vorstellen kann, zurückzukehren, falls das Wahlergebnis zu seinen Gunsten ausfällt.

Quereinsteiger haben Chancen

Dass auch ein Quereinsteiger für ein kommunales Verwaltungsamt infrage kommen kann, hat sich vor wenigen Jahren in Mücke gezeigt. Dort schlug ein Beamter von Hessen Forst den Amtsinhaber. Und man muss auch kein Einheimischer sein, um die Nase vorn zu haben: Immerhin hat der amtierende Bürgermeister Lothar Bott vor 17 Jahren aus Herbstein kommend gegen mehrere Bewerber, darunter einen Einheimischen, gesiegt.

Bewerber Kaminski betont, dass er sich nicht als »Gegenkandidat« versteht. Er gehöre keiner Partei an und sehe dies durchaus als Vorteil: »Die Corona-Pandemie zeigt uns, wie verwundbar unsere Gesellschaft ist. Wir erfahren momentan, wie wichtig der gesellschaftliche Zusammenhalt ist und dass wir nur gemeinsam solche schwierigen Krisensituationen meistern können«, ist er überzeugt.

Die örtliche Gemeinschaft könne viel bewegen, wenn sie sich ihrer Stärken bewusst sei, da werde er ansetzen. Dabei seien Transparenz des Verwaltungshandelns und respektvoller Umgang miteinander die Basisvoraussetzungen für die Förderung des Zusammenhalts. »Auf dieser Grundlage lassen sich gute vorhandene Ansätze in Gemünden, wie beispielsweise die touristische Attraktion der ›Heinzemann-Tour‹ weiterentwickeln, und die bereits gestarteten Projekte zu einer nachhaltigen Entwicklung ausgestalten«, zeigt sich der parteilose Kandidat optimistisch.

Wunsch nach einer wirklichen Wahl

In Gemünden sei der Wunsch eine wirkliche Wahl zwischen mehreren Kandidaten für das Bürgermeisteramt zu haben, in vielen Gesprächen präsent, so seine Erfahrung. Dem will er sich gern stellen, unter anderem auch, um zu zeigen, dass die lokale Demokratie lebe und all denen, die an ihren Grundfesten rüttelten, eine deutliche Absage erteilt werden müsse.

Dass sich in Gemünden etwas in seinem Sinne bewegt, macht Kaminski beispielshaft an zwei Themen fest: So begrüßt er den angestoßenen Masterplan für ein Energiekonzept, und auch die Radwegeplanung sieht der passionierte Radler sehr positiv. Beide Vorhaben ordnet er als Beiträge zu einer zukunftsfähigen Entwicklung ein. Was das Verhältnis der Verwaltung zum Bürger anlangt, so ist Kaminski an einer guten Kommunikation gelegen, er möchte mit den Bürgern im Gespräch bleiben. Und er fasst zusammen: »Es können nicht einzelne Interessen im Vordergrund stehen, sondern es geht um das Wohl der Gemeinschaft.«



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