23. August 2021, 21:57 Uhr

Zittern wegen möglicher Bombe geht weiter

23. August 2021, 21:57 Uhr
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Aus der Redaktion

Bereits am Wochenende warf die anstehende Bombensondierung am Bahnhof ihre Schatten voraus. An etlichen Stellen im Stadtgebiet waren Warnbaken postiert, die im Ernstfall umgehend hätten aufgestellt werden können. Doch dazu kam es nicht. Am Montag haben die Mitarbeiter der beauftragten Spezialfirma 12 der insgesamt 16 Anomalien, die im Untergrund des Baufelds schlummern, untersucht. Bei keiner handelte es sich um eine Bombe. Am heutigen Dienstag stehen die restlichen Anomalien an.

Bereits um 10 Uhr hatte Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz zu einem Pressetermin hinter die Neue Post geladen. Hier soll eine neue Fahrradabstellanlage entstehen, die Platz für 400 Räder bieten soll. Die in diesem Zuge notwendigen Bodenuntersuchungen hatten besagte Anomalien festgestellt. Peter Rijkens von der zuständigen Sondierungsfirma betonte, dass es sich dabei um Bomben handeln kann, aber nicht muss. Auch alte Leitungen, Stahlträger oder Findlinge seien möglich, selbst der basalthaltige Schotter könne einen Ausschlag geben. »Es ist nicht möglich, im Vorfeld ein kleines Eisenteil von einer Bombe zu unterscheiden«, sagte Rijkens und begründete somit den Einsatz des kleinen Baggers, mit dem das dreiköpfige Team die Anomalien ausgrub.

Zuvor hatten die Arbeiter bereits einen großen Stein identifiziert, der wegen seines hohen Erzgehalts das Messgerät zum Ausschlagen brachte. Mit diesem Tempo ging die Sondierung weiter. In Loch Nummer drei schlummerte eine alte Leitung, Anomalie vier entpuppte sich als Metallstab. Bereits um 11.28 Uhr vermeldete die Stadt: »Auch in Loch Nummer 5 befindet sich nur eine alte Leitung in einem Kabelkanal.« Als nächstes gruben Rijkens und sein Team eine alte Verankerung der Tiefgarage der Neuen Post aus, im siebten und im achten Loch kamen Kabelstränge zum Vorschein.

Größere Anomalien heute auf dem Plan

Dirk Drebes, Abteilungsleiter im Ordnungsamt, dürfte bei jedem Loch die Luft angehalten haben. Schließlich wäre es die Aufgabe seiner Behörde, eine Evakuierung umzusetzen. Bei einer kleineren Bombe steht ein Räumungsradius von 500 Metern im Raum. »Davon wären ungefähr 4000 Menschen betroffen«, sagte Drebes. Sollte die Sondierung einen 250-Kilogramm-Koloss zutage fördern, müssten 15 000 Menschen innerhalb eines Radius von einem Kilometer ihre Häuser verlassen.

Um 15.43 Uhr vermeldete die Pressestelle der Stadt die Nachricht, auf die nicht nur Anwohner gewartet hatten: »Heute kommt es nicht mehr zu einer Evakuierung in Gießens Süden. Die Bomben-Sucher am Bahnhof haben erstmal die Baustelle verlassen. Sie haben bisher keine alte Weltkriegsbombe gefunden.«

Am heutigen Dienstag rücken Rijkens und sein Team erneut an.



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