01. Juni 2021, 21:48 Uhr

Zeichen der Mitmenschlichkeit

01. Juni 2021, 21:48 Uhr
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Aus der Redaktion
Bei der Fackelübergabe in Alsfeld dabei sind (v. l.) Mechthild Seim (DRK-Helferin), Thorsten Ellrich (DRK-Kreisgeschäftsführer), Tanja Wurm (DRK-Helferin), Robert Belouschek (stellvertretender Ehrenkreisvorsitzender), Helmut Reitz (Kreisvorstandsmitglied) sowie Norbert Södler (Präsident DRK-Landesverband Hessen). FOTO: BF

Mücke (bf) Ein Zeichen der Mitmenschlichkeit setzen: der Fackellauf von Solferino. Ein Licht mit großem Hintergrund »marschiert« momentan durch den Landesverband Hessen des Deutschen Roten Kreuzes. Eine kleine Fackel. Timo Schneider vom DRK-Ortsverein Kirtorf hatte die »Fackel« auf der Burg Herzberg vom DRK-Kreisverband Hersfeld übernommen; Helmut Reitz (DRK Nieder-Ohmen) übernahm in Alsfeld und brachte die Fackel noch am gleichen Tag mit einer kleinen Gruppe bis nach Friedberg.

DRK-Kreisbereitschaftsleiter Ulf Immo Bovensmann begrüßte kürzlich in der DRK-Geschäftsstelle in der Altenburger Straße zahlreiche Mitglieder des DRK-Kreisverbandes Alsfeld; an der Spitze Kreisvorsitzender Hans Ulrich Lipphardt und DRK-Kreisgeschäftsführer Thorsten Ellrich. Gekommen war auch der Präsident des DRK-Landesverbandes Hessen, Norbert Södler. Als ehemaliger Lautertaler Bürgermeister ist er in der Region bestens bekannt.

Entsetzliches Leid

Es war ein Erinnerungstreffen an die Gründung des Roten Kreuzes. Bovensmann erläuterte dazu: »Vor 162 Jahren hat der Kaufmannssohn Henry Dunant das Rote Kreuz sozusagen ›ins Leben‹ gerufen.« Die Idee der Gründung des Roten Kreuzes fasste Bovensmann kurz mit dem Wort »Menschlichkeit« zusammen. Denn bei der »Schlacht von Solferino« kam es zu rund 6000 Toten und über 40 000 Verletzten. »Henry Dunant sah das ›Schlachtfeld‹ von Solferino und das Verwundetenlager von Catiglione - und handelte«, berichtete Bovensmann.

In Gedenken an diese Schlacht von Solferino findet seit 1992 die »Fiaccolata« (der Fackellauf) in Solferino statt. Dem haben sich auch das Deutsche Rote Kreuz (DRK), und damit auch der DRK-Landesverband Hessen, angeschlossen. »Zum ersten Mal führt der Fackellauf auch durch den DRK-Kreisverband Alsfeld«, ergänzte Kreisbereitschaftsleiter Ulf Immo Bovensmann. Auch in Zeiten der Corona-Pandemie werde die »Fackel« nach Solferino im Gedenken auf den Weg gebracht. »Ein doppeltes Licht« im Gedenken an das Leid der Menschen und mit Blick zum Licht am »Ende des Corona-Tunnels«, legte Bovensmann plakativ dar.

Als Demonstration für Frieden und für Menschlichkeit bezeichnete Hans-Ulrich Lipphardt den Fackellauf. Die Aufgabenstellung des DRK bleibe - auch nach über 160 Jahren - leider auch aktuell unverändert. Kriege, Elend und Not auf der Welt gehörten zum Tagesbild und der Berichterstattungen in den Medien. Lipphardt sagte weiter: »Fremdenhass, Antisemitismus, Brutalität und Gewalt nehmen zu - das DRK steht auf der anderen Seite. Wir sind für die Menschen da.« DRK-Landesvorsitzender Norbert Södler sprach von »Hoffnung und Menschlichkeit«. Die Fackel für Solferino finde den symbolischen Weg durch Deutschland, Österreich bis nach Nord-Italien. Sie werde am 24. Juni in Solferino erwartet und solle an die Schlacht von Solferino erinnern. Dort, wo Henry Dunant das »Elend der unversorgten, verwundeten Menschen zu Gesicht bekommen« und im Sinne der Mitmenschlichkeit gehandelt habe. Es sei die Geburtsstunde des Roten Kreuzes gewesen. Zum Deutschen Roten Kreuz erinnerte Södler, es sei im Jahre 1863 mit dem Württembergischen Sanitätsverein gegründet worden. Seit mehr als 150 Jahren arbeite das DRK nach sieben Grundsätzen - und der wichtigste Grundsatz stehe gleich an erster Stelle: die Menschlichkeit. Die Fackel drücke diese Hoffnung und Menschlichkeit aus und werde in diesem Sinne durch den DRK-Landesverband Hessen getragen.



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