17. Oktober 2021, 17:45 Uhr

Wo sonst, wenn nicht hier?

Geotourismus, Chance oder Hype für die Region? Unter diesem Motto stand die 24. Internationale Jahrestagung GeoTop in Schotten. Die Region will ihre Chance nutzen und besondere Tourismuskonzepte entwerfen.
17. Oktober 2021, 17:45 Uhr
Avatar_neutral
Aus der Redaktion
Mitglieder der Geootop-Tagung im Gewölbekeller unter der Stadt Herbstein. FOTO: PM

Gesteinsarten wie Trachyt, alkalischer Olivinbasalt, Tholeiitbasalt, pyroklastische Lava-Ströme, Geotope und Geoparks und Geotourismus - nur einige der Schlagworte, die in der Schottener Stadthalle und der Vulkanregion im Vordergrund standen. Inmitten des größten zusammenhängenden Vulkangebietes Mitteleuropas fand die 24. Internationalen Jahrestagung GeoTop statt.

Fachleute aus ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz waren nach zweijähriger Pause unter dem Motto »Geotourismus - echte Chance oder Hype für eine nachhaltige Regionalentwicklung?« vom 7. bis 10. Oktober in Schotten zusammengekommen. Ausrichter war der Nationale Geopark Vulkanregion Vogelsberg, der maßgeblich vom Vogelsbergkreis getragen wird.

Bei der offiziellen Eröffnung machte Landrat Manfred Görig deutlich: »Wir sind seit November 2020 einer von 17 anerkannten Nationalen Geoparks in Deutschland - dass nun diese Tagung bei uns im Vogelsberg stattfinden kann, ist eine gute Sache.«

Denn sie rücke den Geopark Vulkanregion Vogelsberg auch über regionale Grenzen hinweg in den Fokus. Ähnlich sei das auch im Vogelsbergkreis: »Auch wir haben den Vulkan an erste Stelle gesetzt«, sagte er mit Blick auf die Gründung des Vereins Geopark Vulkanregion Vogelsberg 2012.

Naherholung und Naturschutz

Hier sollen Aspekte wie Tourismus in Verbindung mit Naturschutz und Nachhaltigkeit zusammengebracht werden. Mit der Anerkennung 2021 sei ein wichtiger Meilenstein erreicht. Hans Dieter Herget, Stadtverordnetenvorsteher, sagte, es sei eine große Ehre für die Stadt Schotten, die beispielsweise mit dem Vulkaneum über einen prädestinierten fachlichen und touristischen Anlaufpunkt verfüge. Er unterstrich, dass er im Geotourismus eine Chance für alle beteiligten Partner sieht.

Ebenfalls dieser Ansicht war Dr. Henning Zellmer, Vorsitzender der Fachsektion Geotope und Geoparks in der DGGV, »das reizvolle Gebiet des Vogelsberges als größtes zusammenhängendes Vulkangebiet in Mitteleuropa bietet spannende Erdgeschichte. Geotourismus? Wo sonst, wenn nicht hier«, sagte Zellmer.

Dessen Umsetzung sei allerdings immer auch eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe und eine große Herausforderung. Es gelte, Interessen von Tourismus, Tagestourismus, Naherholung und die Lebensqualität für die Menschen, die hier leben, zusammenzubringen.

Ähnliche Aspekte thematisierte auch das von Hartmut Greb verlesene Grußwort der nicht anwesenden Ministerin für Wissenschaft und Kunst, Angela Dorn. Der vierte Geopark in Hessen sei ein wichtiges Instrument der Entwicklung für die Region.

Trotzdem gelte es zwischen dem Schutz der Vielfalt, dem Klimaschutz und Tourismus und Erholung einen Mittelweg zu finden. Diese Punkte griff Petra Schwing-Döring, Geschäftsführerin der Vulkanregion Vogelsberg Tourismus GmbH, in ihrem Vortrag auf.

Der Vogelsberg sei für Geotourismus prädestiniert, führte sie aus. Doch um die Chancen nutzen zu können, müsse man sich im Klaren darüber sein, wie dieser aussehen solle. Natürlich sei dabei der Vulkanismus im Vogelsberg die Basis für einen Markenentwicklungsprozess - und der Status als anerkannter nationaler Geopark sei dabei ein grundlegender Eckpfeiler.

Es sei zu klären, was man zum Geotourismus beitragen könne, welche Chancen er biete und wie er gestaltet sein solle.

Danach startete das Programm in der Stadthalle - Basalte, Erdzeitalter, Maare, Schlackekegel und Lava-Zusammensetzungen waren unter anderem Thema, bevor es in den beiden Folgetagen dann auf Exkursionen zu Geotopen und geologischen Sehenswürdigkeiten im Vogelsberg geht.

Nach intensiven Tagen mit Vorträgen, Diskussionsrunden, Exkursionen und Austausch zog Hartmut Greb, Geschäftsführer des Nationalen Geoparks Vulkanregion Vogelsberg, ein ausgesprochen positives Fazit.

Sowohl die Tagung, als auch die Exkursionen seien gut besucht gewesen, und »es waren auch einige Vogelsbergerinnen und Vogelsberger dabei -für sie eine ganz neue Erfahrung, ein ganz neuer Bezug zur eigenen Region«, sagte Greb.

Und das Motto dieser Veranstaltung? »Auch in dieser Richtung haben sich viele neue Anregungen ergeben. Unsere Aufgabe ist es, die Potentiale, die uns die Natur vorgegeben hat, herauszukitzeln. Die Potentiale pflegen, bewirtschaften und inszenieren«, sagte Greb weiter.

Er sprach davon, in Teilen komplizierte Geologie zu verpacken, und spannende Geschichten dazu zu erzählen. Geotourismus, Chance oder Hype? Das Beste aus beiden Welten.



0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos