03. Februar 2021, 22:03 Uhr

Windpark Groß-Felda wieder möglich

03. Februar 2021, 22:03 Uhr
Nahe der Erddeponie Groß-Felda werden Windenergieanlagen wieder möglich, wie Bürgermeister Bach in der Haushaltsberatung sagte. FOTO: JOL

Der Haushaltsplan einer Gemeinde wie Feldatal ist trockene Kost mit seinen Zahlenkolonnen. Er gibt aber Auskunft über die Entwicklung der Gemeinde und bietet überraschende Erkenntnisse. So stellte sich in der Beratung über den Haushaltsplan 2021 im Hauptausschuss heraus, dass es wieder Pläne für Windräder auf der Markhohl bei Groß-Felda gibt. So sagte Bürgermeister Leopold Bach, dass die Landesregierung ihre Vorgaben zum Bau von Windanlagen verändert, um mehr Windkraft zuzulassen. Deshalb sind Planungen für den Bereich der Erddeponie Groß-Felda wieder möglich, die vor Jahren wegen brütender Rotmilane zu den Akten gelegt wurden. Es sei aber unklar, ob es dazu kommt.

Weiter sind die Projektierer für den Windpark Eckmannshain. Dort hat die Planungsfirma iTerra drei Rotoren beantragt, die Genehmigung des Regierungspräsidiums steht noch aus. Deshalb rechnet Bach damit, dass erst im Herbst gerodet und danach gebaut werden kann. Die Anlagen werden wohl im nächsten Jahr ans Netz gehen.

Das hätte unmittelbare Folgen auf den Haushalt, denn bei Genehmigung, Bau und Inbetriebnahme sind Einmalzahlungen vorgesehen. Hinzu kommen die Pachteinnahmen für ein städtisches Areal. Windkraft soll mit 195 000 Euro zum Haushalt beitragen.

Straßenbau

Höhere Einnahmen verspricht sich Bach aus der Gewerbesteuer. Die Handwerksbetriebe seien durch Corona nicht gefährdet, deshalb hofft man auf 415 000 Euro. Im Vorjahr kamen sogar 513 000 Euro herein, inklusive Corona-Sonderzahlung.

Bei den Investitionen nimmt die Gemeinde die Holperstrecke Pfingstweide in Groß-Felda in den Blick. Für 55 000 Euro soll die Planung erstellt werden, Bach hofft, dass bald ein Behördentermin möglich wird, der bislang an Corona-Bestimmungen scheiterte.

Die größte Maßnahme ist die Umgestaltung des Rathauseingangs. Stattliche 90 000 Euro sind eingeplant, allerdings hat Bach über das Sozialministerium eine Förderung erreicht, die 90 Prozent der Kosten abdeckt. Aktuell wird die Planung mit dem Bauamt abgestimmt, wonach eine Plattform vor der Tür geschaffen wird. Davor soll eine überfahrbare Hubanlage im Boden versenkt sein, die einen Rollstuhlfahrer auf das Niveau des Eingangs bringt. Eine Rampe kommt dort nicht in Frage, weil man ansonsten Parkplätze beseitigen müsste. Ein Löschfahrzeug für Windhausen und ein Minibagger für den Bauhof stehen im Plan.

Zur Sanierung von Feuchteschäden an der Alten Synagoge Kestrich trägt die Denkmalpflege 12 000 Euro bei, die Mittel sind bewilligt, sagte Bach. 65 000 Euro sind für eine Erneuerung des Dachs der Feldahalle vorgesehen, um dann eine Fotovoltaikanlage zu installieren. Die energiesparende LED-Beleuchtung der Halle soll zum Großteil über Förderung finanziert werden. In diesem Jahr sind Renovierungen am Gemeinschaftshauses Kestrich dran, geplant ist die Anschaffung einer Schlammpresse für die Kläranlage. 70 000 Euro kostet das gute Stück, spart aber 15 000 Euro pro Jahr an Ablagerungskosten ein. Auf mittlere Sicht soll ein Vererdungsbeet in Kooperation mit Ulrichstein gebaut werden.

Eine gute Botschaft zur Schuldenlage hatte Bach für die Abgeordneten. Zum Jahresende lag sie bei 3,7 Millionen, »deutlich weniger als es schon mal war«. Der Ausschuss unter Leitung von Monika Becker (FWG) gab einstimmig grünes Licht für den Haushaltsplan, die Gemeindevertretung muss zustimmen.

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